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Tafel organisiert Schwimmkurse für Flüchtlinge im Bad des Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrums

Die Angst wird schnell besiegt

Bad Münder. Peter Mönkeberg hat Generationen von Münderanern das Schwimmen beigebracht. Jetzt versucht sich die Schwimmmeister-Ikone an einem ganz besonderen Projekt: Auf Bitten der münderschen Tafel will er Kindern und Jugendlichen zu Sicherheit im Wasser verhelfen – und dabei die Sprachbarriere überwinden: Ein Großteil der jungen Kursteilnehmer zählt zu den Flüchtlingen, die in Bad Münder eine neue Heimat finden wollen, und spricht noch kaum Deutsch.

veröffentlicht am 23.02.2016 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 18:19 Uhr

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Jens Rathmann Redakteur zur Autorenseite
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Dass selbst im Winterhalbjahr bei geschlossenem Rohmelbad ein solches Kursangebot möglich wird, verdankt die Tafel als Organisatorin dem Engagement des Wilhelm-Gefeller-Bildungszentrums. Als Tafel-Helfer und Integrationslotse Hans Müller die Möglichkeiten eines Schwimmkurses ausloten wollte, rannte er bei der Gewerkschaft offene Türen ein. Das Bad der IG BCE-Einrichtung am Deisterhang werde tagsüber nicht genutzt, daher sei es leicht gefallen, es zur Verfügung zu stellen, erklärt Stephan Düsterdiek-Steding, stellvertretender Leiter. Die Einrichtung setzte auf diese Weise aber auch durch anderes Engagement ein deutliches Zeichen, wo sie in der aktuellen Flüchtlingsdebatte stehe. Unterstützt werden könne damit aber auch die Arbeit der Tafel in Bad Münder, die Düsterdiek-Steding ausdrücklich lobt: „Es ist wirklich enorm, was hier vor Ort geschieht.“

Für Tafel-Chef Dieter Hainer ist das Angebot der Gewerkschaft ein Volltreffer, zumal es nicht nur bei einem Mal bleiben soll: Gleich drei Schwimmkurse für Kinder- und Jugendliche sind vorgesehen, außerdem ein Kurs speziell für Frauen. Alle wird Schwimmmeister Mönkeberg leiten. Für ihn gibt es neben der Sprachbarriere („Die Verständigung geht notfalls auch mit Händen und Füßen“) noch andere, weitaus schwieriger zu meisternde Probleme. Dazu zählt auch der Fall des Jungen, der gerne am Kurs teilnehmen wollte, dann aber beim Kontakt mit dem Wasser geradezu panisch wurde. Sein Problem wurde erst im Gespräch mit dem Vater deutlich, das Müller anschließend führte: „Er ist über die Türkei geflüchtet, in einem kleinen Boot über das Mittelmeer“ – auf einer der Routen, auf denen bereits Hunderte Flüchtlinge ertranken.

Mönkeberg hat aber auch sein ganz persönliches Erfolgserlebnis: Ein Mädchen habe ihm anvertraut, dass es große Angst vor dem Wasser habe, weil es bereits einmal fast ertrunken wäre, auf dem Grund gelegen hätte. Inzwischen schwimmt das Mädchen – ohne Furcht.

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Dass mit Mönkeberg ein Mann den reinen Frauenschwimmkurs leiten wird, dürfte nach Auffassung Müllers keine Probleme bereiten. „Integration hat damit zu tun, dass sich die Menschen auf uns einstellen. Auf die Verhältnisse dort, wo sie hinkommen“, sagt Möller



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