weather-image
17°
Informationsabend zur Altdorfsanierung in Aerzen / Schwerpunkte für die nächsten Jahre setzen

Zwischen praktischen Tipps und Visionen

Aerzen (cb). Den Spagat zu schaffen zwischen Wunsch und Machbarem – das prägt die Bemühungen in der Gemeinde, das Altdorf Aerzen zu sanieren. Egal, ob es sich um Ausgaben von Privatleuten oder der Kommune handelt: „In der Summe kann Aerzen nur profitieren“, wie Städteplaner Gregor Paus meinte, der mit dem Blick von außen den Ortskern unter die Lupe genommen hatte: Verfall einerseits, positive Beispiele auf der anderen Seite. Als „Leitbild Aerzen 2020“ hat er seine Ideen zusammengefasst – pragmatische Tipps ebenso wie Visionen. „Das kann nicht von heute auf morgen geschafft werden, das ist ein Prozess“, fasste er zusammen.

veröffentlicht am 05.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 10:21 Uhr

270_008_4071304_lkae102_06.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Zumindest: Das Interesse am Thema ist bei den Aerzenern vorhanden. Gut gefüllt war der Südflügel der Domänenburg beim Informationsabend der Gemeinde zur städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Altdorf Aerzen“, um über erste Ergebnisse zu berichten und um Perspektiven aufzuzeigen. Die gute Resonanz interpretierte Bürgermeister Bernhard Wagner als Zeichen, „dass es Ihnen offensichtlich nicht egal ist, was passiert“. Wer durch das Altdorf gehe, dem sei bewusst: Es gebe zwar die schönen Seiten, aber auch viele Missstände.

Weniger Fördergelder

als ursprünglich erhofft

Und Wagner rief in Erinnerung, dass die Gemeinde große Erwartungen gehabt habe, als sie 2002 ins Städtebauförderungsprogramm aufgenommen worden sei: Rund 4,5 Millionen Euro seien innerhalb von zehn Jahren erwartet worden, knapp 1,5 Millionen einschließlich der Gelder der Gemeinde bislang allerdings nur bewilligt. Nun gelte es, dem zuständigen Ministerium Projekte vorzustellen, damit „es den Geldhahn nicht abdreht“, so Wagner. Etwa 1,2 Millionen Euro stünden bis 2012 voraussichtlich zur Verfügung.

„Viele andere Kommunen warten auch“, wusste Gregor Paus von der GfL Planungs-und Ingenieurgesellschaft mbH mit Sitz in Bremen, der Aerzen seit fast einem Jahrzehnt kennt. Auch dem Planer ist klar, dass mit dem Geld nicht viel zu bewegen ist angesichts des erheblichen Bedarfs. Umso wichtiger war es Paus, die Veränderungen im Altdorf als langfristige Aufgabe herauszustellen, die teilweise auch nur mit Unterstützung der Einwohner zu schaffen sei. Natürlich sei die Gemeinde gefragt, aber, so der Referent: Warum sollte es nicht möglich sein, dass aktive Senioren oder Jugendgruppen in einer Gemeinschaftsaktion einen Platz gestalten, später ihn pflegen? Und optisch könnte einfach etwas erreicht werden, wenn Hausbesitzer bitumen- oder kunststoffverhangene Fassaden entfernten und Fachwerk freilegten.

270_008_4071305_lkae103_06.jpg
270_008_4071310_lkae104_06.jpg
270_008_4071303_lkae101_06.jpg

Neue Möglichkeiten

durch die Ortsumgehung

Als wichtig hob Paus hervor, dass die Umgehungsstraße schon bald das Altdorf vom Verkehr entlasten werde. „Aber dass das Altdorf stirbt, das darf nicht sein“, meinte er. Dabei biete es viel Entwicklungspotenzial, sieht er als positiv die privaten und öffentlichen Investitionen an. „Es ist schön, dass die Aerzener in ihr historisches Erbe investieren“, sagte er über die sanierten Fachwerkhäuser, doch: Ebenso sprach Paus aber auch über die Gratwanderung zwischen Alt und Neu mit Einsichten, bei denen er selbst den Widerspruch zu Denkmalschützern aufzeigte: „Missstände heilen“ – das bedeute manchmal, lange leerstehende und nicht sanierungsfähige Gebäude abzureißen. „Früher gab es auch Brände in den Altstädten – und sie haben sich wieder entwickelt“, so Paus.

Es gelte, „Mut zur Lücke“ zu haben, Freiräume zu gestalten. Und Plätze: Der Blick vom Rathaus auf den Goldschlag – „trostlos“. Dort ließe sich ein attraktiver Ort schaffen. Schon ein neues Pflaster könnte die Gassen aufwerten, gleiches gelte für die Pöhlen-straße. Und wenn der Großteil des Verkehrs in wenigen Jahren am Altdorf vorbeiführe, dann ließen sich die Eingangsbereiche neu planen: als Torbereiche mit Kreisverkehr wie in Hessisch Oldendorf, um „den historischen Kernbereich zu markieren“. Das Planungsbüro könne aber nur Vorschläge machen, meinte Paus und fügte an die Adresse der Zuhörer hinzu: „Ohne Ihre Beteiligung geht es nicht.“

Die Wallstraße – unter ihr führt ein Bacharm entlang – könnte durch ein blaues Pflasterband aufgewertet werden.

Erste Vorschläge stellte Gregor Paus vor: zum Beispiel für die Umgestaltung der Pöhlenstraße. Fotos/Zeichnungen: GfL

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare