weather-image
Erneut führen Fällungen zu Kritik / Gemeinde weist Vorwürfe gegen Bauhof zurück

Zwischen „Baumfrevel“ und Sicherheit

Aerzen/Gellersen. Heftige Vorwürfe richtet Friedel Diekmann aus Gellersen gegen die Gemeindeverwaltung. Sie habe durch den Bauhof am Friedhof seines Wohnortes drei Bäume fällen lassen – „alle in gesundem Zustand“, sagte er. Es habe sich um ortsbildprägende Bäume gehandelt. „Ein Frevel“, ärgerte sich Diekmann, der bis zur Pensionierung selbst beim Bauhof tätig war. Erster Gemeinderat Andreas Wittrock wies die Kritik anlässlich der Ratssitzung, bei der die Vorwürfe erhoben worden waren, zurück. Ein Sachverständiger die Bäume begutachtet. „Wir machen das nicht einfach so“, meinte Wittrock. Aus den vergangenen Wochen kursiert noch ein weiterer Fall in den sozialen Medien, der kontrovers auf Facebook diskutiert wird. Dabei handelt es sich um einen Baum, der in einem anderen Ortsteil gefällt worden ist. Auch hier verweist Wittrock auf Schäden, die festgestellt worden seien.

veröffentlicht am 18.02.2016 um 14:45 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 12:59 Uhr

270_008_7835371_lkae102_Gellersen_Wal_1902.jpg
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Diekmann, früher selbst in der Kommunalpolitik aktiv, wollte diese Einschätzung nicht teilen. Die Birken hätten „noch 20 Jahre stehen können“, meinte der Gellerser. Ohnehin glaubt er, dass in der Gemeinde viel zu schnell die Säge angesetzt wird. „In den letzten Jahren hat es in den Dörfern reihenweise Fällungen gegeben“, sagte Diekmann.

Wie Wittrock nun auf Nachfrage erklärte, habe er für dessen Äußerungen kein Verständnis. Die Sachlage sei im Ortsrat beraten und entschieden worden – und Diekmann habe an den Sitzungen teilgenommen. Da er die Einschätzungen des „Baumbeauftragten“ des Bauhofes angezweifelt habe, sei daraufhin der Revierförster Volker Reinecke um eine fachliche Stellungnahme gebeten worden. Der Gutachter habe die Schäden bestätigt. Zwar hätte eine Birke nach einem starken Rückschnitt zwar noch einige Zeit stehenbleiben können, doch: Diese aufwendigen Arbeiten sollten überlegt werden, da auch aus optischen Gründen es sinnvoll sein könnte, alle Bäume zu fällen und durch Neuanpflanzungen zu ersetzen. Das habe der Ortsrat dann einstimmig so beschlossen, zitiert Wittrock aus den Protokollen. Bei dessen nächster Sitzung am nächsten Donnerstag werde über die Ersatzbäume entschieden – übrigens nach einer Ortsbesichtigung am Friedhof direkt.

„Von wegen morsch, kernig bis in die Spitze“ – so werden auf Facebook die Bilder einer weiteren Fällung in einem Ortsteil kommentiert. „Den Kyrill hat er überstanden, nur nicht die Spezialisten vom Bauhof.“ Das will Wittrock so nicht stehen lassen, auch wenn der Stamm selbst sicherlich standfest gewesen sei. Allerdings sei der Birnbaum durch den zuständigen Beauftragten des Bauhofes über mehrere Jahre beobachtet worden. Zuletzt sei festgestellt worden, dass der Baum im Kronenbereich zunehmend trocken gefallen sei – durch den Efeubewuchs sei das dem normalen Betrachter verborgen geblieben. Aus diesem Grund sei der Baum gefällt worden.

270_008_7835358_lkae101_sbr_1902.jpg
  • Der Ortsrat hatte sich zweimal mit dem Zustand der Birken am Friedhof befasst – und die Fällung beschlossen. Foto: sbr/Archiv

„Grundsätzlich gilt, dass Bäume erhalten werden“, stellt der Erste Gemeinderat fest. „Sofern sie krank, zu mächtig oder verkehrsgefährdend sind, gibt es aber zum Fällen nicht immer eine Alternative.“ Dennoch solle nach Möglichkeit jeder gefällte Baum durch eine Ersatzanpflanzung kompensiert werden. Das sei natürlich nicht uneingeschränkt möglich und im jeweiligen Einzelfall zu betrachten. Wittrock: „Allerdings befinden wir uns im ländlichen Bereich und leiden nicht unter Baumarmut.“

Als gutes Beispiel führt der Gemeinderat die Gellerser Straße im Kernort an. Die alten Birken hätten den Fußweg hochgedrückt, zu Stolperfallen geführt und bei den Anwohnern über lange Zeit zu Unmut geführt. Wittrock: „Die jetzt gepflanzten Ersatzbäume sind, soweit mir bekannt, in der Bevölkerung gut angekommen, für den Bauhof pflegeleicht und werden in einigen Jahren einen schönen Anblick darstellen.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt