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Pläne zur städtebaulichen Entwicklung geraten aber ins Stocken / Schwierige Verhandlungen

Zentrum verlagert sich an die Hauptstraße

Emmerthal (cb). Rückschlag für die Gemeinde Emmerthal: Um langfristig die Hauptstraße im Kernort als neuem Zentrum städtebaulich weiterzuentwickeln und gleichzeitig vom Verkehr zu entlasten, fehlen derzeit die gewünschten Voraussetzungen. Politik und Verwaltung hatten sich dazu einen Tausch erhofft. Die L 431 im Bereich der Hauptstraße ab Kreuzung Berliner Straße über Pyrmonter Straße bis zur Auffahrt an der B 83 in Emmern sollte zur Gemeindestraße heruntergestuft werden. Im Gegenzug sollte die Berliner Straße – bislang Gemeindestraße – bis zur anderen Auffahrt der B 83 künftig als Landesstraße dienen. Die langwierigen Verhandlungen mit der dafür zuständigen Behörde verliefen jedoch aus Sicht des Rathauses unter finanziellen Aspekten nicht nach den Vorstellungen der Verwaltung, die nun davon abrät, diesen Tausch vorzunehmen.

veröffentlicht am 12.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 05:41 Uhr

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Dabei hatte sie zunächst hohe Erwartungen in ihre Ideen gesteckt, der innerörtlichen Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte in Kirchohsen Rechnung zu tragen. Besonders mit Blick auf die Einkaufsmöglichkeiten hat sich das Ortszentrum von der Berliner Straße nach dem Ende der Zuckerfabrik und der Brotfabrik in Richtung an die Hauptstraße verlagert, da auf diesen früheren Gewerbeflächen nunmehr Einkaufsmärkte und andere Einrichtungen entstanden sind. Die Verkehrsbelastung ist hoch. Da es sich um eine überörtliche Landesstraße handelt, wird sie für Ortsfremde auch in Navigationsgeräten als höher klassifizierte Verbindung bevorzugt angezeigt. Besonders der Lkw-Verkehr könnte deshalb eingedämmt werden, wenn die Hauptstraße heruntergestuft wird. Weitere Überlegung im Rathaus: Wenn diese eine Gemeindestraße wäre, könnte sie vereinfacht städtebaulich umgestaltet werden. Ob eingeengte Fahrbahn, zusätzliche Querungshilfen oder Radfahrstreifen: Selbst wenn es sich aus finanziellen Gründen um Zukunftsmusik handelt, könnte die Gemeinde dort in eigener Regie zu gegebener Zeit die Situation leichter verbessern.

Die überörtliche Funktion sollte nach Vorstellung der Verwaltung dann die Berliner Straße übernehmen, die von Ortskundigen ohnehin bereits als kürzeste Verbindung genutzt wird. Sie sollte zur Landesstraße werden. „Das würde Sinn machen“, sagte Erster Gemeinderat Elmar Günzel im zuständigen politischen Fachausschuss des Gemeinderates. „Aber die Rahmenvoraussetzungen stimmen nicht“, fasste er nach langwierigen Verhandlungen mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zusammen. Hauptgrund: Es ist der Gemeinde finanziell zu riskant, künftig höhere Folgekosten zu haben.

Die Rechnung, die dabei aufgemacht wurde: Die Landesbehörde würde einen etwa 875 Meter langen Straßenabschnitt übernehmen, während die Gemeinde künftig im Tausch für 1600 Meter zuständig wäre und damit für Unterhaltungskosten und Reparaturen. Was dabei besonders schwer wiegt: Die Hauptstraße führt über die denkmalgeschützte Emmerbrücke – bei Sanierungsarbeiten würden sich für die Gemeinde hohe finanzielle Risiken ergeben. Deshalb gab es im Rathaus die Hoffnung, dass die Landesbehörde für eine Ausgleichszahlung sorge. Macht sie aber nicht, wie die Landesbehörde nach Rücksprache mit dem Wirtschaftsministerium an Bürgermeister Andreas Grossmann schreibt. In dem Brief von Geschäftsbereichsleiter Markus Brockmann heißt es: „Ich kann daher lediglich den schlichten Tausch ohne weiteren finanziellen Ausgleich anbieten.“ Von einem negativen Ausgang der Verhandlungen sprach im Ausschuss für Gemeindewerke und Technik dessen Vorsitzender Ralf-Ulrich Böhm (SPD). Einen Beschluss haben die Politiker allerdings vertagt. Die CDU hatte nämlich darum gebeten, das Thema vor einer Entscheidung zunächst im Ortsrat des Kernortes zu beraten. Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer (CDU), der gleichzeitig dem Ausschuss angehört, ließ in der Sitzung aber bereits eine Tendenz anklingen: „Ohne die Brücke wäre es einfacher – aber unter diesen Bedingungen wohl nicht.“



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