weather-image
19°

„Emmerthaler Konzept“ will in der Gemeinde mit einem Tafel-Projekt Lebensmittel anbieten

Zahl der Hilfsbedürftigen erschreckend hoch

Emmerthal (ag). Obwohl es bei uns Lebensmittel im Überfluss gibt, hat nicht jeder sein tägliches Brot. Armut – ein Missstand, um dessen Ausgleich sich in Deutschland inzwischen an die 800 Tafeln bemühen. Eine davon ist die Hamelner Tafel e.V., die ihren Sitz in der Ruthenstraße in Nachbarschaft zur Jugendwerkstatt hat. Dass Armut nicht nur ein städtisches Problem ist, damit hat sich in den vergangenen Wochen das „Emmerthaler Konzept“ auseinandergesetzt – und will nun darauf reagieren.

veröffentlicht am 29.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:21 Uhr

270_008_4225176_lkae102_30.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Zusammenschluss aus sozialen Einrichtungen wie Kindertagesstätten, Sozialstation und Altenheimen sowie der Schulen, der evangelischen und katholischen Kirchen und des DRK-Ortsvereins Kirchohsen hat ermittelt, dass in Emmerthal 600 bis 800 Menschen leben, die anspruchsberechtigt sind, Lebensmittelspenden über einen Tafelverein zu bekommen. Aus Sicht von Diakon Michael Ließ eine erschreckend hohe Zahl, die Auftrag zum Handeln ist. Anspruch auf Zuwendungen der Tafel haben neben kinderreichen Familien, Alleinerziehenden und Hartz-IV-Empfängern auch Menschen mit geringer Rente – und die sind gerade auch im ländlichen Raum verstärkt zu finden.

„Wir wissen, dass schon jetzt viele aus Emmerthal nach Hameln fahren, um sich einmal die Woche Lebensmittel zu holen“, so Michael Ließ. „Aber gerade für finanziell schlechter gestellte und ältere Menschen ist der Weg dorthin ein Problem.“

Deshalb macht sich das Emmerthaler Konzept für eine Tafel vor Ort stark, die möglichst zentral im Kernbereich geeignete Räumlichkeiten für die Verteilung von Lebensmitteln benötigt. „Was wir brauchen, ist ein barrierefreier Raum zum Verteilen mit einem geeigneten Lagerraum, in dem Kühlschränke aufgestellt werden können“, so Ließ. „Und dazu natürlich Menschen, die uns finanziell und beim Verteilen der Spenden helfen. Durch bestehende Busverbindungen in den Kernbereich könnten dann auch Anspruchsberechtigte aus den umliegenden Dörfern besser versorgt werden, als das zurzeit in Hameln möglich ist.“

Organisatorisch gesehen kann eine Emmerthaler Tafel im Bundesverband Deutsche Tafel e.V. nur eine Außenstelle der Hamelner Tafel werden. Was im ersten Moment nach Konkurrenzdenken aussieht, hat aber nachvollziehbare Gründe, wie Michael Ließ erklärt: „Der Einzugsbereich der Kooperationspartner für Lebensmittelspenden ist sehr groß. Der Emmerthaler Edeka- und Lidlmarkt gibt seine Waren zum Beispiel schon jetzt an die Hamelner Tafel ab. Auch wäre es nicht sinnvoll, eine komplett eigene Logistik für Emmerthal aufzubauen, sondern einfacher, die Infrastruktur der Hamelner Tafel zu nutzen und diese näher an die Bedürftigen zu bringen. Praktisch würde es so ablaufen, dass die Hamelner Tafel weiterhin die Spenden einsammelt, die Lebensmittelpakete zusammenstellt, diese nach Emmerthal bringt und sie dort von den Helfern der Emmerthaler Tafel verteilt werden.“

Da das „Emmerthaler Konzept“ diesen personellen und finanziellen Aufwand nicht leisten kann, findet am 23. Februar ab 19 Uhr im Rathaus eine Veranstaltung statt, um die Planungen der Öffentlichkeit vorzustellen und um Mitstreiter für eine Emmerthaler Tafel zu finden. Ziel ist es, bis zum Sommer die Ausgabe von Lebensmitteln an Bedürftige in Emmerthal zu ermöglichen. Bis zur Gründung einer Initiative Emmerthaler Tafel nimmt Mitinitiator Diakon Michael Ließ (Tel. 05155/979015) gern Anregungen und Hilfsangebote entgegen.

Die Hamelner Tafel gilt als Vorbild und als möglicher Kooperationspartner, um auch in Emmerthal als Außenstelle im nächsten Jahr Lebensmittel für Bedürftige anbieten zu können.

Archivfoto: wal



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt