weather-image
27°
Einsatz der Naturschützer zeigt Wirkung

Zahl der Erdkröten stabilisiert sich wieder

Voremberg (ubo). Ein rund 200 Meter langer grüner Zaun ist an der Kreisstraße 16 in Voremberg aufgestellt. Er ist etwa 40 Zentimeter hoch und soll, wie alljährlich seit 1999, die Kröten vor ihrem Verderben schützen – dem Tod auf der Straße. Zudem sind zwei Schilder aufgestellt, die vor der Krötenwanderung warnen. Denn von ihrem angestammten Lebensraum, den Gehölzen, müssen die Kröten die Kreisstraße zu ihren Laichplätzen in den Teichen überqueren. „Wir haben in der Mitte des Ortes drei Teiche, in denen die Kröten ihre Eier ablegen. Zwei der Teiche gehören mir, der andere meinem Nachbarn Ernst Wiese“, erklärt Klaus Kriwitzki aus Voremberg, Mitglied des Naturschutzbundes (Nabu). Er und sein Nachbar haben sich seit Jahren auf die Fahnen geschrieben, die Kröten im Bereich Voremberg zu schützen.

veröffentlicht am 13.04.2010 um 17:15 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:41 Uhr

270_008_4274592_lkae102_14.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die heimische Erdkröte lebt in selbst gegrabenen Erdhöhlen an schattig-feuchten Orten. Erdkröten sind feuchtigkeitsbedürftige Nachttiere, denen Würmer, Insekten und Schnecken als Nahrung dienen. Zur Laichzeit suchen sie das Wasser in Teichen und Tümpeln auf, in denen sich ihre Eier entwickeln. Besonders bei milder Witterung mit Regenschauern machen sich die Kröten auf den Weg zu den Teichen und Tümpeln. „Dabei wird ein Teil der Tiere leider überfahren, da sie die Straßen langsam überqueren“, sagt Klaus Kriwitzki.

„Insgesamt hat die Population nachgelassen, jedoch hat sie sich in den letzten zwei bis drei Jahren wieder auf rund 500 Erdkröten im Bereich Voremberg stabilisiert“, ergänzt Oliver Gockel, Vorsitzender des Nabu Emmerthal. Nach dem Ablaichen machen sich die Kröten auf den Rückweg, wobei sich der Rückzug über einen längeren Zeitraum erstreckt. „Durch den längeren Zeitraum sinkt das Risiko für die Erdkröten auf der Straße“, erklärt dazu Oliver Gockel.

In diesem Jahr kamen die Kröten in vier Schüben, stellten die Naturschützer Kriwitzki und Gockel fest. An einigen Abenden sammelten die Tierliebhaber die Kröten vom Zaun und der Straße auf und brachte sie an die Teiche. „In diesem Jahr konnten wir rund 300 Tiere übersetzen, ich allein habe 65 Tiere gefunden“, bilanziert Kriwitzki und fügt schmunzelnd an, dass sogar einige Tiere versuchten, über den Zaun zu klettern oder Lücken im Zaun suchten.

270_008_4274591_lkae101_14.jpg

Doch nicht nur die Erdkröte frequentiert Teich und Tümpel, auch der Grasfrosch und der Bergmolch macht sich im Frühjahr auf den Weg. Sie überqueren die Straßen aber erheblich zügiger. „Der Grasfrosch kann den Zaun überspringen, sodass uns von diesen Tieren leider keine Zahlen vorliegen“, gibt Oliver Gockel achselzuckend zu.

Klaus Kriwitzki schaut nach, ob sich Kröten im Eimer verfangen haben. Seine Teiche (rechts) sind ein sehr beliebter Laichplatz für Kröten, Frösche und Bergmolche. Fotos: ubo

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare