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Wüstenfahrer gerät in das Visier der Fahnder

Aerzen (boh). Burkhard Hildebrandt wird in der kommenden Woche für etwa drei Monate mit einem alten Fiat 500, Baujahr 1969, durch die Sahara reisen, um in Nordafrika das gezielte Gespräch mit HIV-infizierten Menschen zu suchen (wir berichteten). Doch so einfach ist es nicht, durch die nordafrikanische Wüste zu reisen. „Bei mir hat sich inzwischen das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet und mich um ein Gespräch gebeten“, sagt er.

veröffentlicht am 01.02.2010 um 17:28 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 14:21 Uhr

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Aerzen (boh). Burkhard Hildebrandt wird in der kommenden Woche für etwa drei Monate mit einem alten Fiat 500, Baujahr 1969, durch die Sahara reisen, um in Nordafrika das gezielte Gespräch mit HIV-infizierten Menschen zu suchen (wir berichteten). Doch so einfach ist es nicht, durch die nordafrikanische Wüste zu reisen. „Bei mir hat sich inzwischen das Bundeskriminalamt (BKA) gemeldet und mich um ein Gespräch gebeten“, sagt er.
 Dieses Gespräch sollte nicht zwingend, sondern auf freiwilliger Basis stattfinden. „Darauf wurde ich extra telefonisch hingewiesen“, erklärt Hildebrandt. Grund des Besuches in Aerzen war, dass das BKA generell Personen aufsucht, die im Internet unter anderem Reisen durch die Sahara thematisieren, was Burkhard Hildebrandt öffentlich auf seiner Internetseite reise-der-hoffnung.info mitteilt. „Das BKA befragte mich über die Art der Reise, meine eventuellen Glaubensansichten, die auf der Afrikatour hinderlich sein könnten sowie das Gesamtkonzept“, erzählt er. Bereitwillig gab er dem Beamten Auskunft über sein Anliegen. Auch die eigene HIV-Infektion verschwieg Hildebrand dabei nicht: „Ich berichtete von meinen persönlichen Verbindungen zu Afrika. Schließlich habe ich dort lange Zeit gelebt.“
 Insgesamt empfand er das intensive Gespräch allerdings als sehr angenehm. Der Versuch, ihn zu belehren und die Reise abzusagen, sei nur von kurzer Dauer gewesen. Besonders sein Wissen über die Unterstützung und die Fördermöglichkeiten durch die UNO und seinen Plan, Flüchtlingslager in Nordafrika zu besuchen, hätten dem Beamten gezeigt, dass Hildebrandt bestens auf die Reise vorbereitet sei. „Ich konnte klarmachen, was für mich im Vordergrund steht, Menschen zu erreichen, die meine Unterstützung benötigen.“
 Dennoch wies ihn der Beamte darauf hin, dass ein Aufenthalt in Afrika stets mit gewissen Risiken verbunden sei. Für Reisende, die auf eigene Faust das nordafrikanische Gebiet durchqueren, bestehe immer die Gefahr, entführt zu werden. Aber unvorsichtig ist Hildebrandt nicht, seine Tour führe ihn hauptsächlich über die Hauptverkehrsrouten, versichert er. Und neben der Verbindung zur UNO-Flüchtlingshilfe in Algerien wird er in den einzelnen Flüchtlingslagern von Dolmetschern begleitet.
 Seine Wüstenfahrt ist eine Tour gegen das Vergessen: „HIV ist in Afrika weitverbreitet, wird aber von den offiziellen Stellen totgeschwiegen“, betont Hildebrandt. Auf seinem Fiat klebt neben zahlreichen anderen Aufklebern auch das Logo der Flüchtlingshilfe. Er demonstriert sein Anliegen. Hildebrandts geplante Reise ist nicht unbemerkt geblieben, hat im Gegenteil für einigen Medienwirbel gesorgt. Der Norddeutsche Rundfunk plant einen Bericht mit Burkhardt Hildebrandt. Bereits im Kasten ist eine Reportage, die bei Sat. 1 laufen wird. Ein fünfköpfiges Team besuchte in dieser Woche den Aerzener zu Hause. Darin gab er Auskunft über den Zweck der Reise. „Anhand einer Karte zeigte ich dem Drehteam die geplante Strecke, die ich fahren werde“, erzählt er. Auch seinen Oldtimer nahm das Filmteam unter die Lupe. Der Interviewer wollte beispielsweise wissen, ob es Unterschiede gäbe, die rund 12 000 Kilometer lange Reise mit einem Fiat Baujahr 1969 zu unternehmen, statt mit einem modernen Wagen. Zum Abschluss des Berichtes wird auch Aerzens Bürgermeister Bernhard Wagner (SPD) zu sehen sein, der Hildebrands Vorhaben nicht nur von Anfang an tatkräftig unterstützte, sondern symbolisch den Fiat mit einem Aufkleber der Aerzener Verwaltung beklebte.



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