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Umfrage: Ortsbürgermeister wünschen sich vor allem Verbesserungen bei der Infrastruktur

Wünsche für 2019: Vom Radweg zur schnellen Datenbahn

AERZEN. Infrastruktur – das ist eines der großen Themengebiete, die die Ortsbürgermeister der Ortschaften Aerzen, Dehmkerbrock, Groß Berkel, Grupenhagen und Reher an der Spitze der fünf Ortsräte im Flecken Aerzen auch in den kommenden Monaten beschäftigen werden.

veröffentlicht am 15.01.2019 um 14:12 Uhr
aktualisiert am 15.01.2019 um 18:45 Uhr

59.225-02

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Reporterin

AERZEN: Erreichbarkeit der Märkte, Radverbindungen, E-Mobilität, autonome Autos, die offizielle Einweihung der Ladestation in Aerzen sowie die Installation einer weiteren Ladestation in Gellersen – die Mobilitätsproblematik nimmt einen breiten Raum ein auf der Prioritätenliste von Aerzens Ortsbürgermeister Dr. Thomas Forche. Möglichst noch im Frühjahr möchten er und der Aerzener Ortsrat die Realisierung der sogenannten Freibadquerung zumindest begonnen wissen. Dazu muss zunächst ein neuer Außenzaun gebaut werden, der das dadurch verkleinerte Gelände des Freibads in Richtung Stadion abgrenzt. Der so entstandene öffentlich zugängliche Raum soll zukünftig als Freizeitgelände und Zuwegung zur „Allee les Bleus“-Brücke über die Humme dienen. Auch die Freiflächengestaltung „Marktplatz 3“ samt öffentlichem Bücherschrank ist für das laufende Jahr vorgesehen, wie Dr. Forche mitteilt. Ebenfalls im Fokus: der Umweltgedanke. Dieser wird ganz unterschiedlich in verschiedenen Projekten aufgegriffen: Neben der Aussaat von wildbienen- und insektenfreundlichen Wildkrautmischungen auf gemeindeeigenen Wegerandflächen ist im Frühjahr eine Altdorf-Reinigungsaktion mit Bürgerbeteiligung in Aerzen vorgesehen. Der genaue Termin muss noch mit den einzelnen Gruppen abgestimmt werden, wie der Aerzener Ortsbürgermeister mitteilt. Auch über die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf „Gemeindedächern“, beispielsweise Dorfgemeindehäusern, soll nachgedacht werden.

GRUPENHAGEN: „Was für mich persönlich, und dies ja schon seit Jahren, nach wie vor auf der Agenda steht, ist die Fahrbahnerneuerung der L 432 von Königsförde nach Grupenhagen“, erklärt Grupenhagens Ortsbürgermeister Friedhelm Senke. Hier kann der Ortsrat Grupenhagen jedoch keinen direkten Einfluss nehmen, da die Zuständigkeit in den Bereich der Landesstraßenbaubehörde fällt. „Wir können nur immer wieder auf die Erforderlichkeit dieser Straßensanierungsmaßnahme hinweisen“, so Senke, der auch lobend erwähnt, dass im vergangenen Jahr die Straße durch Flakenholz (K 59) vom Landkreis und der Kommune sowie die Teilstrecke der L 432 von Grupenhagen Richtung Landesgrenze als Landesmaßnahme fertiggestellt wurden. Des Weiteren ist als zeitnahe Maßnahme der Abriss der alten Schule in Grupenhagen vorgesehen. Der bereits seit längerem geplante und beschlossene Abbruch war aufgrund der Flüchtlingsproblematik seit 2015 vorerst ausgesetzt worden, kann nun aber wieder verfolgt werden, da das Haus zur vorübergehenden Unterbringung nicht mehr benötigt wird. „In die detaillierte Zukunftsplanung über eine Verwendung des dann frei werdenden Geländes sind wir jedoch bewusst noch nicht eingestiegen. Konkrete Dinge sollen erst im kommenden Jahr beraten und angeschoben werden“, so Senke.

DEHMKERBROCK: Bei Dehmkerbrocks Ortsbürgermeisterin Corinna Menze und ihrem Ortsrat steht nach wie vor der geplante Radweg zwischen Herkendorf und Hope ganz oben auf der Prioritätenliste. „Auch in diesem Jahr werden wir das Thema weiterverfolgen“, berichtet sie. Weiterhin freut es die Ortsbürgermeisterin für die Bergdörfer, dass noch in diesem Jahr mit den Infoveranstaltungen zum Breitbandausbau begonnen werden soll. „Profitieren werden davon in erster Linie Herkendorf und Wördeholz. Wir hoffen aber, dass wir in der ersten Ausbaustufe auch Dehmke mit anschließen lassen können, obwohl das im eigentlichen Projektplan noch nicht so vorgesehen war“, erklärt die Ortsbürgermeisterin.


GROSS BERKEL: Das Thema Verkehr steht ganz oben auf der Wunschliste von Groß Berkels Ortsbürgermeisterin Renate Oetzmann. Nach ihrem ganz persönlichen größten Wunsch für das laufende Jahr gefragt, muss sie nicht lange nachdenken: Die Verlängerung der Tempo-30-Zone entlang der Ohrschen Straße. Wenn es nach ihr ginge, würde die innerorts zulässige Höchstgeschwindigkeit sowohl auf der gesamten Ohrschen Straße als auch auf der Dorfstraße auf Tempo 30 herabgesetzt, wie sie sagt. Um diesem Anliegen Nachdruck zu verleihen, kämpft die Ortsbürgermeisterin gemeinsam mit den Groß Berkeler Bürgern für dieses Ziel immer wieder mit neuen Unterschriftenlisten. Die Zuständigkeit liegt allerdings beim Niedersächsischen Landesamt für Straßenbau und Verkehr, da es sich bei der engen Altdorfstraße um eine Landesstraße handelt. Auch für das nächste Verkehrsproblem in Groß Berkel ist die übergeordnete Behörde zuständig: Der Ortsrat bemüht sich um die Installation einer Ampelanlage im innerörtlichen Einmündungsbereich der L 432 (Dibbetweg) auf die B 1 (Hamelner Straße). Hier fädelt der Verkehr aus Richtung Extertal auf die Bundesstraße ein, was vor allem zu den Stoßzeiten für massive Rückstaus und auch immer wieder zu Unfällen führt.

Gern sehen würden die Groß Berkeler auch noch eine zweite Ampelanlage im Einmündungsbereich der Dorfstraße auf die B 1. Zwei Ampeln auf einem so kurzen Streckenabschnitt sind aber unmöglich zu realisieren, hat Renate Oetzmann jedoch bereits vom Landesstraßenbauamt erfahren. Und dann ist innerhalb Groß Berkels die Ortsumgehung ein großes Thema, wie Oetzmann bestätigt. „Ich kann die Argumentation beider Seiten nachvollziehen, die der Befürworter und auch die der Gegner einer Umgehungsstraße“, räumt die Ortsbürgermeisterin zu diesem Thema ein. Sie persönlich zählt sich eher zur Gruppe der Befürworter. Und noch ein Wunsch der Ortsbürgermeisterin für das noch junge Jahr: mehr Bürgerengagement im Ort!

6 Bilder
Dr. Thomas Forche Foto: sbr

REHER: Für eine Ortsumgehung im Zuge der B1 in Reher kämpft auch Rehers Ortsbürgermeisterin Christa Jakobi seit Jahren. Das Ergebnis: die Einstufung des Straßenbau-Projektes in den „weiteren Bedarf mit Planungsrecht“. Auch die Sanierung der maroden Fahrbahn der Gemeindestraße von Reinerbeck nach Reine und der denkmalgeschützten, allerdings aufgrund von Mängeln zurzeit tonnagebegrenzten Grießebach-Brücke in Reher-Theresiental hat der Ortsrat Reher auf die Mittelanmeldungsliste für den Haushalt des Flecken Aerzen für 2019 setzen lassen. „Darüber hinaus besteht dringender Handlungsbedarf am Dorfgemeinschaftshaus in Reinerbeck“, so Jakobi. Hier wurden jüngst erhebliche Mängel am Fußboden entdeckt. Verärgert zeigt sich die Ortsbürgermeisterin angesichts der jüngsten politischen Entwicklung bezüglich der Ausweisung neuer Bauplätze in Reher. „Wichtig für die Zukunft der Dörfer ist, der Jugend eine Perspektive vor Ort zu bieten. In Reher warten beispielsweise seit Jahren junge Bauwillige vergeblich auf die Ausweisung von neuen Bauplätzen. Dies sollte und muss vom Landkreis und der Gemeinde unterstützt und nicht verhindert werden“, fordert Jakobi.



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