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Grabfrevel nimmt auch auf dem Kirchohsener Friedhof zu: „Geplündert wie auf einem Frischblumenmarkt“

„Wovor haben wir eigentlich noch Respekt?“

Kirchohsen. Mit 1,85 Hektar und knapp 1000 Grabstellen gehört der Kirchohsener Friedhof entlang der Hauptstraße zwischen dem Industriegebiet Süd und der Biogasanlage zu den größten im Emmerthaler Gemeindegebiet. „Aber nicht nur in den Städten, wie man schon oft in unserer Heimatzeitung gelesen hat, auch hier bei uns in den ländlichen Regionen nimmt der Grabfrevel ständig zu“, sagte Emmerthals Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer (CDU) bei der jüngsten Sitzung des Ortsrats.

veröffentlicht am 14.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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„Die Abstände werden immer kürzer und besonders im Bereich der Urnengrabstätten wird geplündert wie auf einem Frischblumenmarkt“, erzählt eine Witwe, die namentlich nicht erwähnt werden möchte. „Der Friedhof ist Tag und Nacht geöffnet und durch die wirklich sehr schönen, aber mannshohen Hecken der jeweiligen Teilabschnitte nicht einmal bei Tageslicht komplett einzusehen“, sagt Ortsbürgermeister Welzhofer bei einer Ortsbesichtigung. Eine 69 Jahre alte Frau, die ihren Sohn vor fünf Jahren in einem Einzelgrab bestatten ließ, berichtet von gezielten Diebstählen hochwertiger Blumen und Pflanzen: „Weiß und Rot-Weiß waren die Lieblingsfarben meines Sohnes“, sagte sie. „Und ein oder zwei Tage nach seinem Todestag – wir können die Uhr danach stellen – sind die Gestecke und Accessoires wie kleine Engel und Herzen, verschwunden.“ Ein Kirchohsener Witwer, der seine Frau vor sechs Wochen zu Grabe getragen hat, berichtet, dass aus zwei Pflanzschalen hochwertige Blumen gestohlen wurden: „Aber nicht wild rausgerissen, sondern fachmännisch entfernt, um sie vermutlich anderswo wieder einzupflanzen“, sagt der Senior weiter.

„Welche Werte hat unsere Bevölkerung eigentlich noch, wo leben wir und wovor haben wir eigentlich noch Respekt?“, fragte Welzhofer mit versteinerter Miene.gm



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