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Nach Bau der Ortsumgehung: Wenn Navis in die Irre führen und Hinweisschilder fehlen

Wo bitte geht’s zur Alteburg?

Aerzen. Schon seit mehr als einem halben Jahrhundert lautet die Adresse von Ursula Bunge in Aerzen Alteburg 1. Ortsfremde Besucher, Post- oder Paketzusteller, Lieferanten und Kunden der ehemaligen Gärtnerei: Niemand hatte bisher Schwierigkeiten, die drei zwischen dem Kernort und der Ortschaft Selxen etwas abseits der Bundesstraße gelegenen Häuser zu finden. Das ist seit der Inbetriebnahme der neuen Aerzener Ortsumgehung im vergangenen Herbst plötzlich anders, musste Ursula Bunge feststellen. Weder ein Wegweiser noch ein Straßenschild deuten auf einen Weg zu der kleinen Ansiedlung hin. Lediglich die Bushaltestellen in unmittelbarer Nachbarschaft zur neuen Straßenabzweigung tragen den Hinweis Alteburg, sagt die 89-Jährige.

veröffentlicht am 17.02.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 21:41 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Vor dem Bau der Umgehungsstraße ging die Zufahrtsstraße zur Alteburg direkt von der Bundesstraße ab. Ein Straßennamenschild mit schwarzer Schrift auf weißem Grund deutete den Weg und die Navigationsgeräte wussten auch Bescheid: „Sie haben Ihr Ziel erreicht!“, lautete die finale Ansage schnell. Doch heute? Das Schild steht noch immer am alten Platz, doch der Durchgangsverkehr wird nicht mehr daran vorbeigeführt.

„Entweder wird die Einfahrt zur Stichstraße, die zur Zufahrt zur Alteburg führt, verpasst und der Fahrer landet auf der Suche nach der Adresse in Aerzen. Oder – wenn man weniger Glück hat – fährt man sich im noch unbegrünten und aufgeweichten Seitenstreifen der neuen Umgehungsstraße fest, weil die Navigationsgeräte nicht mehr aktuell sind und in die Irre führen“, erzählt die rüstige Seniorin. Der dann folgende Hinweis „Wenn möglich, bitte wenden!“ wird manchem Verkehrsteilnehmer in einer solchen, im wahrsten Sinne des Wortes verfahrenen Situation dann fast schon wie blanker Hohn vorkommen.

Um zur Alteburg zu gelangen, muss man den neuen Zubringer zur Bundesstraße aus Aerzen in Richtung Paderborn befahren. Wer aus Hameln kommt, folgt der Wegweisung hinunter von der Ortsumgehung nach Aerzen. Parallel zur neuen Fahrbahn befindet sich hinter einem Erdwall versteckt noch ein altes Stück Bundesstraße, das zu einem einspurigen Zubringer zur Straße Alteburg zurückgebaut wurde. Wer diese Zufahrtskurve genommen hat, ist fast am Ziel. Allerdings ohne es wirklich zu wissen, denn, wie schon angesprochen: Hinweisschilder sucht man vergeblich.

Am Kreisel zwischen Aerzen und Reher weist mittlerweile ein offizielles Schild auf den Weg zum Hof Grüner hin.

Nachdem in den vergangenen Wochen die Schilderdichte auf den Seitenstreifen der neuen Ortsumgehung stetig zugenommen hat, hatte auch Ursula Bunge die Hoffnung, endlich einen Wegweiser oder ein Schild mit dem Straßennamen zu bekommen. Leider ist bis heute nichts dergleichen geschehen. Auch mit dem Flecken Aerzen und Markus Brockmann vom Geschäftsbereich Hameln der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr habe sie bereits Kontakt aufgenommen, wie die Anwohnerin sagt. „Die Anordnung, das Schild mit dem Straßennamen in unmittelbare Nähe zur Bushaltestelle zu versetzen und so eine eindeutige Wegweisung zu erzielen, geht in Kürze raus“, ist vom Landkreis Hameln-Pyrmont zu erfahren, der in dieser Angelegenheit zuständig ist. Anschließend muss dann die Anordnung noch von der Straßenmeisterei umgesetzt und das Schild versetzt werden. Dann dürften die drei Häuser der Alteburg wieder besser zu finden sein.

Auch der Hof Grüner am hinteren Teil des Wülmser Weges wurde durch den Bau der Umgehungsstraße von den restlichen Anliegern der Straße am Aerzener Ortsrand abgeschnitten. Um ihn zu erreichen, muss der Verkehrsteilnehmer den Kreisel bei Reher nutzen. Dort ersetzen mittlerweile zwei offizielle Schilder mit der Aufschrift „Zufahrt bis Hof Grüner frei“ an der entsprechenden Ausfahrt aus dem Kreisverkehr einen vormals provisorisch angebrachten Hinweis.

Und auch das letzte Haus am Aerzener Hohlen Weg sowie das Ausflugslokal Bussard-Klause am Rand des Schierholzberges sind mit dem Auto nicht mehr auf dem Weg zu erreichen, der noch vor dem Bau der Umgehungsstraße ans Ziel führte. Dort wiesen zwar während der Bauphase Schilder auf eine Umleitung hin, mittlerweile wurden diese Hinweisschilder am Hohlen Weg und an der Gellerser Straße aber entfernt und noch keine neuen aufgestellt.

Dass der Verkehr fließt, bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche Bau- und Ausschilderungsarbeiten an der neuen Umgehungsstraße rund um Aerzen abgeschlossen sind, darauf wurde schon mehrfach von allen beteiligten offiziellen Stellen hingewiesen. Und manche Details fallen eben erst im Nachhinein auf, wenn Projekte in dieser Größenordnung ihren Betrieb aufgenommen haben – so wie im Fall Alteburg. Für Hinweise seien die Behörden stets dankbar und bemüht, wenn möglich, eine Regelung im Interesse der Anwohner zu finden, betonten Vertreter des zuständigen Landkreises Hameln-Pyrmont.



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