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Jobst Wehrmann aus Grupenhagen ist erfolgreichster Azubi seiner Zunft in Nordrhein-Westfalen

Wird er Deutschlands Bester?

Aerzen. Jobst Wehrmann (19) aus Grupenhagen ist der beste Auszubildende in Nordrhein-Westfalen. In seinem Ausbildungsberuf als Karosserie- und Fahrzeugbauer tritt er Anfang November zum Bundeswettbewerb in Frankfurt an.

veröffentlicht am 26.10.2015 um 13:40 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 14:11 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Grupenhagen. Eigentlich wollte Jobst Wehrmann (19) aus Grupenhagen nach dem Abschluss der Realschule eine Tischlerlehre beginnen. Während seiner Schulzeit an der Aerzener Schule im Hummetal hatte er auch ein Praktikum in diesem Beruf absolviert und danach für sich entschieden: Seine berufliche Zukunft liegt im Handwerk. Auch ein Ausbildungsbetrieb war bereits gefunden. Doch dann kam alles ganz anders.

Ein Bekannter aus dem Ort vermittelte ihm kurzfristig ein Schnupper-Praktikum bei der Firma Brandt Kühlfahrzeugbau GmbH & Co. KG im benachbarten Bösingfeld. Nach einer Woche Probearbeiten beim lippischen Kühlfahrzeugbauer hatte der damals 15-Jährige seinen Ausbildungsvertrag zum Karosserie- und Fahrzeugbauer in der Tasche und startete im Sommer 2012 mit der eigentlich auf dreieinhalb Jahre ausgelegten Lehre. Vor wenigen Wochen nun wurde Jobst Wehrmann der Gesellenbrief bereits nach 36 Monaten Ausbildung überreicht. Die Abschlussprüfung absolvierte er mit der Note 2,0. Obwohl er seine Lehrzeit um ein halbes Jahr verkürzte, schloss er seine Ausbildung nicht nur als bester Azubi in Lippe ab, sondern hatte auch beim nordrhein-westfälischen Gesamtvergleich in Dortmund die Nase vorn.

Als Landessieger stellt er am 6. und 7. November seine erlernten Fähigkeiten nun auch beim Bundeswettbewerb in Frankfurt unter Beweis. Auf Bundesebene konnten nur insgesamt sieben Teilnehmer aus ganz Deutschland die Vorgaben für die Teilnahme am bundesweiten Vergleich erfüllen. Die Aufgabe Wehrmanns am ersten Novemberwochenende wird es sein, wie auch in der Gesellenprüfung ein Prüfstück zu fertigen. Hierbei kann er dann zum wiederholten Mal unter Beweis stellen, dass die Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbauer weit mehr umfasst, als die Arbeitsbereiche Kleben, Bohren, Schrauben, Schweißen und das Lesen von Zeichnungen.

Um auch bei diesem Wettbewerb möglichst ganz vorn unter den Besten zu landen, schickt ihn sein Betrieb unmittelbar vor dem großen Finale noch in ein ganz besonderes Trainingslager. „Wir haben extra für Jobst einen dreitägigen Speziallehrgang bei der Handwerkskammer in Bielefeld organisiert, um die Fähig- und Fertigkeiten, die er bei uns in den insgesamt fünf Fertigungsgruppen und bei den zur Ausbildung dazugehörenden Vorbereitungslehrgängen erlernt hat, noch einmal zu vertiefen“, erklärt André Marecki, Produktionsleiter und Ausbilder bei der Firma Brandt Kühlfahrzeugbau. „Jobst ist ein Naturtalent und hat eine sehr hohe Auffassungsgabe“, stellt Marecki fest. Mit seinem frischgebackenen Facharbeiter, der seinen Platz im Unternehmen in der Endfertigung gefunden hat, ist er sehr zufrieden.

Das 45 Mitarbeiter zählende Unternehmen fertigt jährlich neben etwa 220 Kühlfahrzeugen mit Mehrkammertechnik auch noch Spezialthermotransportboxen für Luftfracht. Beim Gang durch die Produktionshallen wird deutlich, wie niedrig der Altersdurchschnitt der Mitarbeiter ist. „In den letzten Jahren konnten wir fast alle unsere Auszubildende nach ihrer erfolgreichen Abschlussprüfung in ein festes Arbeitsverhältnis übernehmen. Mit dieser Personalpolitik möchten wir der Demografie und der Abwanderung aus der Region entgegenwirken und jungen Menschen eine berufliche Perspektive vor Ort bieten“, erklärt André Marecki.

Jobst Wehrmann fühlt sich unter seine jungen Kollegen wohl und will seinem Ausbildungsbetrieb auch in Zukunft treu bleiben. Er hat nicht nur seinen Traumberuf gefunden, sondern auch ein Unternehmen mit einem tollen Arbeitsklima, wie er sagt. Und der Extertaler Kühlfahrzeugbauer hat noch Großes mit ihm vor: „Wir möchten Jobst bei der Weiterbildung zum Meister unterstützen und ihm einen eigenen Verantwortungsbereich im Unternehmen übertragen“, sagt der Produktionsleiter.

Jetzt heißt es aber erst einmal Daumendrücken für den bevorstehenden Bundeswettbewerb.

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