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Lenze legt „zufriedenstellende“ Bilanz vor / Arbeitsplatzverlagerung ohne Entlassungen

„Wir müssen noch kräftig Gas geben“

Groß Berkel. „Es wird noch in diesem Geschäftsjahr Arbeitsplatzverschiebungen bei Lenze nach Polen und Frankreich geben.“ Das kündigte Lenze-Chef Dr. Erhard Tellbüscher gestern bei der Bilanzpressekonferenz des Unternehmens in Groß Berkel an. „Weil wir aber mehr herstellen werden, wird es auch neue Arbeitsplätze an den Standorten Extertal und Groß Berkel geben.“ Ausdrücklich erklärte Tellbüscher: „Freisetzungen sind hier nicht geplant.“ Betroffen von den Maßnahmen seien voraussichtlich 30 bis 35 Mitarbeiter an den beiden Standorten.

veröffentlicht am 11.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 05:41 Uhr

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Autor:

Wolfhard F. Truchseß
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Das vergangene Geschäftsjahr 2012/2013 bezeichnete der Vorstandsvorsitzende als „zufriedenstellend“. Aber ganz zufrieden sei der Lenze-Vorstand ja nie. Im laufenden Geschäftsjahr liege das Unternehmen, das als Spezialist für Antriebstechnik auf dem Weltmarkt agiert, noch hinter den geplanten Umsatzzahlen, die von einem Wachstumskorridor von fünf bis acht Prozent ausgingen. „Wir müssen noch kräftig Gas geben und deutlich zulegen“, betonte Tellbüscher. „Aber wir sind optimistisch, nahe an die geplanten Ziele heranzukommen.“

Das vergangene Geschäftsjahr sei von einem schwachen Wachstum des Unternehmens in Europa (plus zwei Prozent), aber hohen Zuwächsen vor allem in den USA und China (jeweils rund 15 Prozent) geprägt gewesen. Auch in den BRIM-Staaten Brasilien, Russland, Indien und Malaysia habe das Wachstum plus 14 Prozent betragen. Wegen der hohen Investitionssumme von rund 80 Millionen Euro vor allem in den außereuropäischen Vertrieb, in Innovationsprojekte und das Produktportfolio sank der Gewinn nach Steuern von 27 Millionen Euro auf 18 Millionen Euro. Der Umsatz stieg dagegen um elf Millionen Euro auf rund 588 Millionen Euro. „Damit sind wir hinter unseren Erwartungen geblieben, das Ergebnis ist aber trotzdem zufriedenstellend.“ In der Krise des Geschäftsjahres 2009/2010 war der Umsatz auf 417 Millionen eingebrochen, der Gewinn nach Steuern hatte nur noch eine Million Euro betragen. Um das Ergebnis in diesem Jahr wieder zu verbessern, werde der Fokus sehr stark auf „Kosten und Effizienz“ gelegt, kündigte Tellbüscher an. Die Vermögenslage der Lenze SE seit weiterhin geprägt durch eine „positive Ertrags- und Finanzlage“.

Einer Bilanzsumme von 415 Millionen Euro steht bei Lenze ein Eigenkapital von 257 Millionen Euro gegenüber, was eine nahezu unveränderte Eigenkapitalquote von 62 Prozent bedeutet und weit über dem Durchschnitt mittelständischer Unternehmen liegt. Finanzvorstand Dr. Yorck Schmidt interpretierte dies als klaren Ausdruck für „Finanzstärke, Solidität und Unabhängigkeit“. Als bemerkenswert bezeichnete Schmidt auch den Nettofinanzsaldo in Höhe von 20 Millionen Euro. Diese Kennziffer bedeute, dass Lenze bei den Banken 20 Millionen Euro mehr liegen habe, als das Unternehmen an Krediten zurückzahlen müsse.

Zur Positionierung auf dem Weltmarkt erklärte Tellbüscher, das Unternehmen sei führend im Markt der dezentralen Antriebe. „Mit unserem Produktportfolio sind wir sehr gut aufgestellt. Wir haben viel investiert und sind auf einem hervorragenden Weg.“ Das Motto „So einfach ist das“ habe sich im Kontakt mit den Kunden als Vorteil für diese bewahrheitet. „Das macht unseren Vorsprung vor den Mitbewerbern aus.“

Hocherfreut zeigte sich Tellbüscher, dass Lenze in diesem Jahr vom Magazin Focus als „Top nationaler Arbeitgeber“ ausgezeichnet worden und unter 6000 geprüften Firmen auf Platz 14 gelandet sei. Auch die Auszeichnung als Top-Arbeitgeber für Ingenieure sei wichtig für das Unternehmen. Weitere Auszeichnungen habe es in der Schweiz und den USA gegeben. „Diese Auszeichnungen sind wichtig im Kampf um die Köpfe“, hob Tellbüscher hervor. „Denn wir haben ja nicht die Größe, einfach ganze Absolventenjahrgänge von den Universitäten einzukaufen, wie das große Konzerne tun.“ Zur Nachwuchsförderung habe Lenze jetzt auch ein Promotionsprogramm aufgelegt.

Dass sich der Markt für die Lenze-Produkte verschoben hat, zeigt auch der Anteil der Mitarbeiter, die im außereuropäischen Ausland arbeiten. Im Geschäftsjahr 2009/2010 machte er nur 16 Prozent der Mitarbeiter aus. „Heute sind es bereits 24 Prozent“, erläuterte der Finanzvorstand. „Das ist eine Steigerung um 50 Prozent.“ Weltweit beschäftigte Lenze zum Stichtag 30. April 3286 Mitarbeiter, 150 mehr als im vorausgegangenen Jahr. Die Zahl der im Durchschnitt in Deutschland beschäftigten Mitarbeiter sei um 111 Personen auf 1696 gestiegen.

Obwohl gerade die Kernmärkte in Europa von wirtschaftlicher Unsicherheit geprägt seien, blickt das Unternehmen nach Darstellung von Schmidt und Tellbüscher positiv in die Zukunft. Einerseits sei das Wachstum in China zwar verlangsamt, aber immer noch dynamisch. Und auch die Eurozone erhole sich langsam von der Finanzkrise. Richtig gut entwickle sich der technische Bereich von „Robotik und Automation“. Wichtige Treiber auf diesen Märkten seien vor allem China, Russland und die USA.



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