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Täglich werden an der „Frischmilch-Zapfanlage“ von Steffen Sauermann bis zu 13 Liter Milch geordert

„Wir haben eine gute Stammkundschaft“

Reinerbeck. Eine „Frischmilch-Zapfstelle“? Als Steffen Sauermann seinen Eltern – die in Reinerbeck einen Bauernhof bewirtschaften – diese Idee vorschlug, waren beide erst mal skeptisch. Seit dem 2. August ist die Zapfstelle für frische Milch auf dem elterlichen Hof geöffnet. Jetzt zieht der angehende Landwirt eine erste Bilanz.

veröffentlicht am 10.01.2016 um 15:45 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:54 Uhr

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Autor:

Svenja-A. Möller
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Vor dem Start der Frischmilch-Zapfstelle hatte Steffen Sauermann allerdings einige Überzeugungsarbeit zu leisten, bis seine Eltern Friedrich und Susanne Sauermann mitspielten. Die Zapfstelle ist nun 24/7 – also 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche – geöffnet.

„Seitdem habe ich mir eine gute Stammkundschaft aufgebaut“, sagt Steffen Sauermann. Gerade am Anfang seien zwar viele Leute vorbeigekommen, um „einfach nur mal zu gucken“, aber viele würden mittlerweile regelmäßig kommen. „Ich kann nicht klagen. Ich schätze so 10 bis 15 Kunden sieht man immer mal wieder“, schätz Sauermann seinen Stammkundenanteil. Sauermann hebt hervor, dass es „viele ehrliche Menschen gibt“ und meint damit, dass die meisten bei der Milchzapfstelle auch wirklich den korrekten Preis für die Produkte bezahlen. Auch seine Eltern seien mittlerweile von der Frischmilch-Zapfanlage überzeugt.

Auf die Idee, auf dem elterlichen Hof solch einen Automaten anzubieten, kam Steffen, als er im Internet ein Angebot für ebensolche sah. Er vermutete eine zusätzliche Einnahmequelle und scheint damit richtig gelegen zu haben. „Es ist schon ein gewisser Gewinn dabei“, verrät der junge Landwirt. Doch es sei auch eine erhebliche Investition gewesen. Immerhin hätte nicht nur der Automat angeschafft werden müssen. Auch ein Verkaufsstand musste gebaut werden. Zudem muss die Zapfanlage natürlich auch regelmäßig gewartet und gesäubert werden.

Wie viel Liter Milch an der Zapfstelle geholt werden, kann Sauermann nicht ganz genau beziffern. „Das lässt sich schlecht kalkulieren, da es ja mal mehr und mal weniger Liter sind“, sagt Sauermann. Aber: „Ich schätze, dass es so fünf bis 12 oder 13 Liter am Tag sind.“ Eine moderne Milchkuh gibt am Tag etwa 40 bis 50 Liter Milch. „Ich habe allerdings auch von anderen Anlagen gehört, an denen täglich 30 bis 40 Liter gezapft werden“, sagt Sauermann. Bei seiner Anlage sei also durchaus noch Luft nach oben.

Zusätzlich zur Milch stehen auch Eier, Honig, Kartoffeln und verschiedene Wurstsorten in dem kleinen 24-Stunden-Schuppen an der Hofeinfahrt der Sauermanns zum Verkauf bereit. „Seit November bieten wir jetzt auch geräucherte Wurst an“, sagt Sauermann. Auch diese Produkte würden von den Kunden gut nachgefragt werden. Vor allem die Eier. „Die finden wirklich einen guten Absatz. Es werden zwischen 20 und 50 Eier am Tag gekauft“, erklärt der 18-Jährige. Negative Erfahrungen habe er mit seinem neuen Automaten und den Kunden bisher nicht gemacht.

Dass die Zapfstelle so gut angenommen wird, könnte unter anderem daran liegen, dass viele Menschen Milch frisch vom Bauernhof für gesünder halten, meint Sauermann. Milch, die im Supermarkt um die Ecke zu kaufen ist, wurde durch Hitze keimfrei gemacht – sie wurde pasteurisiert. Sauermann meint, dass viele Frischmilch-Käufer diesem Vorgang mit Skepsis gegenüberstehen. Solche und andere Informationen bekommt Sauermann aus kleinen Gesprächen, die sich mit den Kunden immer wieder nebenbei ergeben würden.

Wie es in diesem Jahr mit der Zapfstelle auf dem Hof der Sauermanns weitergeht, darüber hat Steffen sich noch keine Gedanken gemacht. Erst mal soll alles beim Alten bleiben. Neuerungen hat er vorerst nicht in petto. „Das alles kann man jetzt noch nicht abschätzen“, sagt er. „Man muss auch schauen, ob wir die Stammkunden so halten können wie bisher.“ Neu sei allerdings, dass Sauermanns die Eier von ihrem Hof nun auch ausliefern. „Mit Milch geht das allerdings leider nicht. Das ist viel zu kompliziert, da ja die Kühlkette eingehalten werden muss“, sagt Sauermann.



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