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Bürger-Energie Hummetal eG bestätigt Pläne für drei Anlagen / Kritiker: „Wir wollen uns deutlich positionieren“

Windräder in Reine? Protest im Bergdorf

AERZEN. Neue Überlegungen für weitere Windkraftanlagen in Aerzen sorgen schon für Gegenwind, bevor die Pläne offiziell sind. Einwohner aus Reine brachten im jüngsten Fachausschuss des Gemeinderates ihren Protest zum Ausdruck. David Glöckner kritisierte die möglichen Überlegungen, im Bergdorf drei Anlagen zu errichten.

veröffentlicht am 30.10.2017 um 15:09 Uhr
aktualisiert am 30.10.2017 um 15:40 Uhr

Bislang sieht die Gemeinde Aerzen keine Vorrangflächen für Windkraft in Reine vor. Heimische Befürworter der Windenergie wollen aber dort drei Anlagen investieren – und stoßen auf Kritik bei den Einwohnern. Symbolfoto: cb
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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„Wir wollen frühzeitig deutlich machen, dass wir dem Projekt sehr kritisch gegenüberstehen“, sagte er. Das Thema stand nicht auf der Tagesordnung – zumindest fehlte es im öffentlichen Teil der Sitzung. Erst anschließend hinter verschlossenen Türen wollten sich die Politiker mit der Frage befassen, ob sie überhaupt noch einmal an den Flächennutzungsplan herangehen, um weitere Vorranggebiete für Windräder in der Gemeinde zu ermöglichen. Bislang sei die Fläche in Reine außen vor, sagte Ausschuss-Vorsitzender Friedel-Curt Redeker (CDU). Über die nicht öffentlichen Beratungen sagte anschließend Bürgermeister Bernhard Wagner, dass es keinen Beschluss gegeben habe.

Trotz allem war das Interesse an der Sitzung groß, obwohl es – zumindest offiziell – nichts Neues zu hören gab. Vertreter der Bürger-Energie Hummetal eG, die das Geld der Einwohner aus der Region in Windräder investieren wollen, waren ebenso gekommen, wie mehrere Gegner aus Reine. Für die Kritiker machte Glöckner deutlich, dass die Standorte dort mit rund 700 Meter Abstand sehr dicht an der Wohnbebauung angrenzen würden, außerdem der Rote Milan dort bedroht werde. „Wir wollen uns deutlich positionieren“, sagte er. Vor allem stellte er heraus, dass das Dorf in Teilen zu Niedersachsen und zu Nordrhein-Westfalen gehöre. Nach dem Regierungswechsel in Düsseldorf gebe es dort Pläne, die Abstände zu vergrößern. „Es kann nicht sein, dass die Bewohner in Niedersachsen dann schlechter gestellt sind als die in Extertal“, meinte Glöckner.

Hartmut Hahn von den heimischen Windkraft-Investoren, der sich in der Sitzung nicht äußerte, bestätigte tags drauf auf Nachfrage unserer Zeitung die Pläne der Bürger-Energie Hummetal eG für Reine. Damit habe sich die Genossenschaft aber nicht von dem Projekt in Grießem verabschiedet. Dort gibt es Überlegungen für den Bau von bis zu fünf jeweils 200 Meter hohen Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 16,5 Megawatt. Die möglichen Standorte seien bereits durch Nutzungsverträge gesichert. In Reine befinde sich die Genossenschaft noch in der Akquise-Phase für die rund 20 Hektar große Fläche östlich des Dorfes. Formal seien noch keine Bauvoranfragen gestellt, aber man befinde sich im Gespräch mit der Gemeinde. Nach wie vor hoffe die Genossenschaft, dass der Flächennutzungsplan der Gemeinde geändert werde und weitere Vorrangflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen würden. Hahn: „Wir haben die Hoffnung, dass die Flächen, die wir uns gesichert haben, aufgenommen werden.“

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