weather-image
23°

Noch-Vorsitzende Annegret Lorenz sieht positive Anzeichen / „Geschäftswelt benötigt starke Lobby“

Werbegemeinschaft will ihre Krise überwinden

Aerzen (cb). Von Krisenstimmung war gestern keine Rede mehr, nachdem die Gewerbeschau mit Handwerkermarkt am Wochenende die etwas heruntergeschraubten Erwartungen übertroffen hatte. Der Knatsch hinter den Kulissen der Interessenvertretung von Geschäftsleuten, Handwerksbetrieben und Dienstleistern, der im April offenbar geworden war, scheint vorläufig überwunden. Wie berichtet, stand Annegret Lorenz bei der vergangenen Sitzung nicht mehr für eine weitere Amtszeit als Vorsitzende zur Verfügung – Kandidaten für diese Position aber auch nicht. Konsequenz: Der Vorstand blieb nur vorübergehend im Amt, um die Gewerbeschau nicht zu gefährden – finden sich bis zu den im Oktober terminierten Wahlen keine Kandidaten, müssen die Mitglieder der Werbegemeinschaft über ihre Auflösung entscheiden. „Ich glaube aber nicht mehr, dass es dazu kommt“, meinte gestern Noch-Vorsitzende Annegret Lorenz vorsichtig optimistisch. „Ich sehe das im Moment ganz positiv – und andere auch.“

veröffentlicht am 05.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 12:21 Uhr

270_008_5536989_lkae101_0506.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Namen für eine mögliche Nachfolge seien noch offen, doch gebe es genügend engagierte Mitglieder, die „über den eigenen Tellerrand hinausblicken“, sagt sie. Bestärkt in dieser Auffassung hätten sie Gespräche mit Ausstellern am Rande der zweitägigen Veranstaltung. Gute Kontakte mit den Besuchern hätten viele von der Notwendigkeit dieser Leistungsschau bestärkt, auch sei vielen Mitgliedern erst nach der öffentlich gewordenen Debatte über die Versammlung im April die Tragweite einer möglichen Auflösung der Werbegemeinschaft deutlich geworden.

Die Rahmenbedingungen seien nicht leichter geworden, diese Großveranstaltung zu organisieren, sagt Lorenz, die als Mitinitiatorin der vor gut zehn Jahren gegründeten Interessenvertretung mit aktuell knapp über 60 Mitgliedern gilt undvon Anfang an Vorsitzende ist. „Es wird Zeit für neue Gesichter im Vorstand“, bekräftigt sie ihren Beschluss, nicht mehr zu kandidieren. Dass bisweilen die Rückendeckung in der Werbegemeinschaft fehle, sei am Wochenende – auch für die Besucher – offenbar geworden. Das Interesse der Gewerbetreibenden sei geringer geworden, was sich an der Ausstellerliste bemerkbar gemacht habe. Das stehe aber im Widerspruch zu den positiven Erfahrungen derer, die sich am Wochenende erneut beteiligt hätten. Niemand erwarte den schnellen Erfolg. „Aber ich weiß von einem Geschäftsmann, bei dem nach einem Jahr ein Kunde auftauchte und sich nach einem Produkt vom Handwerkermarkt erkundigte“, berichtet Annegret Lorenz. Auch aus eigener Erfahrung wisse sie, dass viele Besucher sich an den Stand erinnerten und später zu ihr ins Geschäft kämen. „Das hält ein halbes Jahr und länger“, meint sie über den nachhaltigen Werbeeffekt.

Natürlich müsse immer wieder am Konzept gefeilt werden. Am Wochenende hätte sich das begleitende Rahmenprogramm bewährt. Dabei nennt die Vorsitzende besonders die „Lila Bühne“ am Sonntag für die Kinder und das Rockkonzert am Samstagabend. „Ein super Auftritt mit super Stimmung“, sagt sie über das Konzert mit zwei Bands. Insgesamt hält sie sich zurück mit Besucherzahlen der Gewerbeschau („Das ist ein Kommen und Gehen und schwer zu schätzen“), nennt aber als erfreulichen Anhaltspunkt für eine Bilanz, dass allein rund 4000 Lose für die große Tombola verkauft worden seien.

Wenn im Oktober die Spitze der Werbegemeinschaft neu gewählt werde, müsse der oder die neue Vorsitzende nicht zwangsläufig mit der gesamten Arbeit betraut werden. Stattdessen müsse sich ein Gremium bilden, das Großveranstaltungen wie die Gewerbeschau organisiere. „Und das muss nicht für lau sein“, schlägt sie vor, dass die Organisatoren sich ihren zeitlichen Aufwand bezahlen lassen.

Gleichzeitig betont sie die Notwendigkeit, dass die heimische Geschäftswelt über eigene Aktionen hinaus eine starke Lobby benötige, um gegenüber Gemeindeverwaltung und Politik ihre Interessen zu vertreten. Dazu zählt die Vorsitzende auch die Ortskernentwicklung von Aerzen, die derzeit stark von Leerständen und hohem Sanierungsstau an der Bundesstraße geprägt sei. Deshalb begrüßt sie die Pläne, zunächst die Bahnhofstraße zu fördern. „Man muss da beginnen, wo schon Leben ist“, verweist sie darauf, dass sich dort ein kleines wirtschaftliches Zentrum entwickelt habe. Natürlich wisse sie als Ratsfrau um die Finanzsituation der Gemeinde. „Aber dort muss man Geld in die Hand nehmen, um die positiven Ansätze zu fördern“, sagt Annegret Lorenz, die als zweiten – wenn auch schwierigeren Schritt – die Osterstraße nennt. „Es muss was passieren“, sagt sie und nennt als Beispiel Eschershausen, wo die Politik reagiert und die innerörtliche Entwicklung gefördert habe. Mit Erfolg, wie Annegret Lorenz weiß: „Dort ist der Handel zufrieden.“



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?