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Grohnder Weserbühne zelebriert den „Wunderdoktor aus Afrika“ – und der Autor zollt kräftig Lob

Wenn Wunderpillen wundersam wirken

Emmerthal. „Wenn die Schauspieler die Zuschauer hätten auslachen lassen, wäre das Stück gute 20 Minuten länger gewesen“, stellte nach rund drei Stunden und dem letzten Vorhang Erich Koch fest. Zuvor vergnügte er sich wie die anderen Zuschauer in der ausverkauften Emmerthaler (Kul)Turnhalle bei dem Schwank in drei Akten „Der Wunderdoktor aus Afrika“ von – eben Erich Koch. Der Autor von mittlerweile 69 Dreiaktern, seinen 70. Dreiakter schreibt er gerade, wie „Die Bürgermeisterwahl“, „Der Stinkerkäs’“, „Pension Hollywood“ und auch „Wenn der Hahn kräht auf dem Mist …“, den die Grohnder Weserbühne im letzten Jahr aufführte, war selbst aus Pfullendorf (am Bodensee) angereist, um sein Stück zu sehen. „Ich habe das Stück zum ersten Mal selbst gesehen und bin begeistert“, freute sich Koch auch noch lange nach der Aufführung. „Die Schauspieler haben genau gewusst, wie ich das Stück haben wollte“, lobte der Autor. „In ihrer Gestik, Mimik und mit dem Text haben sie es genauso umgesetzt, wie ich es mir vorgestellt habe. Jeder Einzelne hat aus seiner Figur das herausgekitzelt, was darin steckte und die Rolle gespielt, die er spielen sollte.“

veröffentlicht am 10.03.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 20:21 Uhr

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Autor:

Uwe Bosselmann
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Der Schwank unter der Regie von Klaus Näke um den Wunderdoktor Owanga (Dirk Neumann), der Opa Albert (Matthias Knauer) von seiner Krankheit heilen soll und der alle im Dorf mit Wunderkügelchen bedenkt, sorgte für ausgelassene Heiterkeit bei den Zuschauern. Zumal die Wunderkügelchen wundersam wirken. Einige wie Reporterin Luise und Uwes Frau Beate verwandeln sich in Affen (wunderbar: Kerstin Näke und Angela Riedel beim gegenseitigen Entlausen), Viehhändler Heinz (André Löschmann) wird zum Hund, rutscht der Pfarrköchin Olga (Julia Oltrogge) hinterher, während Uwe und Opa Albert (Uwe Langhoff und Matthias Knauer) im Schlafzimmer zu Frauen beglückenden Tigern mutieren. Sohn Rolf (Malte Schiller) entwickelt sich derweil vom Bücherwurm zum Praktiker bei den Frauen und Erika und ihre Tochter Pia (Andrea Knauer und Jana Riedel), beide nicht von Schönheit gezeichnet, verwandeln sich durch den Wunderdoktor in wahre Schönheiten. Die ausgeprägte Situationskomik gepaart mit glänzendem Einsatz von Mimik und Gestik der der Schauspielerinnen und Schauspieler der Weserbühne riss die Zuschauer mit und ließ die Spielfreude auf der Bühne erheblich steigen. Als Souffleuse fungierte Karina Reese, die sehr kurzfristig für den erkrankten Wolfgang Helms einsprang.

Nach der Vorstellung hatte Koch noch ein weiteres dickes für Lob für die Schauspieler parat: „Sie haben grandios gespielt und dabei die Gratwanderung zwischen Übertreibung und Lächerlichkeit wunderbar geschafft.“ Im Gespräch erklärte Regisseur Klaus Näke, wie ein Theaterstück bei ihnen auf die Bühne kommt. „Im Oktober werden Zettel verteilt, auf dem jeder schreibt, ob und was er gerne spielen möchte. Danach sucht der Regisseur ein passendes Stück aus, danach werden die Rollen verteilt“, so Klaus Näke. „Die Vielschichtigkeit der Rollen entsteht dabei nach den Vorstellungen des Regisseurs.“

Erich Koch ergänzte, dass sich ein Stück während der Proben entwickele. Schwierig sei es, auf der Bühne Gefühle zu zeigen. Neben den Gefühlen spiele auch der Humor eine große Rolle, der von Region zu Region unterschiedlich sei. „Meine Stücke werden in verschiedene Sprachen und Dialekte übersetzt und es ist jedes Mal anders“, erzählte Koch. Andrea Knauer, die seit Jahren die etwas schrägen Rollen in den Stücken verkörpert, hat dazu ihr eigenes Verhältnis: „Die schrägen Rollen machen mir einfach Spaß. Bei der Rolle der Erika habe ich neben der Kleidung und dem Gang auch den Sprachfehler hinzugefügt, um die Rolle glaubwürdiger auszufüllen. Zudem macht es Spaß, sich auf der Bühne mal so zu geben, wie man sich im Alltag nicht zeigt.“

Pillen mit Nebenwirkung: Die Wunderkügelchen lassen arglose Zeitgenossen zu Tieren mutieren.

Das vergnügliche Stück wird am kommenden Wochenende, Freitag und Samstag, in Grohnde aufgeführt. Die Aufführung am Samstag ist ausverkauft, für Freitag sind noch Restkarten erhältlich.



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