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Sistergold begeistern in Aerzen

Wenn Saxofone wie Pferde klingen

AERZEN. Eine geballte Ladung Frauenpower und eine satte Portion Musik gewürzt mit viel Humor und Charme sorgen für begeisterte Gäste in der ausverkauften Domänenburg in Aerzen. Vier Frauen und vier Saxofone: Das ist das Quartett Sistergold.

veröffentlicht am 29.10.2017 um 13:21 Uhr

Holen alles aus ihren Instrumenten heraus: die vier Musikerinnen von Sistergold. Foto: kkü
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Karin Küster Reporterin
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Mit einem Medley aus den 1920er Jahren beginnen die vier Vollblutmusikerinnen ihr Konzertprogramm „Saxesse“ und gewinnen sofort die Herzen ihrer Zuhörer.

Sistergold, das sind Inken Röhrs (Sopransaxofon) , Sigrun Krüger (Tenorsaxofon), Elisabeth Flämig (Altsaxofon) und Kerstin Röhn (Baritonsaxofon). Die Damen beherrschen nicht nur ihre Instrumente ganz ausgezeichnet, sondern überzeugen auch mit tänzerischen Einlagen und einer Riesenportion Komik. Inken Röhrs liefert einen rasanten Stepptanz ab, und Elisabeth Flämig zeigt bei einer Polka – einer Eigenkomposition – ihre tänzerischen Qualitäten, die vom Publikum mit tosendem Beifall quittiert werden. Susanne Duffens aus Aerzen, die das Quartett schon 2012 in der Domänenburg gesehen und gehört hatte, ist auch jetzt begeistert. Ellen Keller-Hilker aus Hämelschenburg ist ebenfalls Wiederholungshörerin. „Ich höre Saxofon sehr gern“, sagt sie und lobt die besonders gute Choreografie.

Bei Sistergold gehe es gerecht zu, wie die Musikerinnen verraten. Das „Grand Quartett“ von Friedrich Kuhlau sei viel Arbeit; vor allem die erste Stimme spiele ein äußerst virtuoses Spiel, die drei anderen haben es stattdessen relativ leicht. Wer was spielt, haben die vier Frauen beim Malefiz-Spiel ausgelost – die Verliererin durfte den schwierigen Part des Sopransaxofons übernehmen.

Sistergold holen alles aus ihren Instrumenten heraus. Vom „singenden“ Saxofonen hat man ja schon mal gehört. Aber wer hätte gedacht, dass diese Musikinstrumente auch „wiehern“ können? Breitbeinig und lässig interpretieren die Künstlerinnen die Titelmelodie aus dem Western „Die glorreichen Sieben“, „reiten“ zwischendurch übermütig durch die Zuschauerreihen und lassen die Saxofone „wiehern“ wie Pferde – übrigens alles immer ohne Noten.

Eine Spezialität der „Goldschwestern“ ist es, Stücke in ihr Repertoire aufzunehmen, die ursprünglich gar nicht für das Saxofon geschrieben worden sind. Wenn ihnen ein Stück gefällt, machen sie sich mit Leidenschaft und Raffinesse an eigene ausgetüftelte Arrangements, wobei ihnen zugutekommt, dass sie alle studierte Musikerinnen sind. Vom „Hummelflug“ und Filmmusik aus „Harry Potter“ über den Konzerttango „Romantico“ bis zu „Waterloo“ von ABBA geht die musikalische Fahrt sehr dynamisch, mitreißend und mit viel Lebensfreude. Bei „The Night in Tunesia“ gibt es fetten Bass auf die Ohren. Auch eigene Kompositionen sind zu hören: das jazzige „Snow Flow“ von Inken Röhrs und „Golden Funk“ von Kerstin Röhn, die ein langes, großartiges Solo abliefert bis die anderen unterstützend dazu kommen.

Die begeisterten Zuhörer lassen das Quartett natürlich nicht ohne zwei Zugaben gehen: „Mr. Sandmann“ und „Only you“ müssen noch sein.

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