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Adrian Möller hat ein nicht unbedingt alltägliches Hobby

Wenn Häuser aus Pappe sind

AERZEN. Pappkartons einfach wegwerfen, das gibt es für Adrian Möller nicht. Der Aerzener prüft vielmehr erst einmal, ob er nicht noch etwas aus dem Karton bauen kann. Denn er hat ein gewiss ungewöhnliches Hobby: Adrian Möller bastelt für sein Leben gern Modelle aus Pappe.

veröffentlicht am 15.04.2018 um 15:27 Uhr

Alle Papp-Häuser sind „bewohnt“. Foto: hek

Autor:

Henner E. Kerl
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Angefangen hat das allerdings erst vor einigen Jahren: „Als ich bei meinen Eltern Pappkartons in die Altpapiersammlung bringen sollte“, blickt der 45-Jährige zurück. „Da dachte ich mir: Eigentlich sind die zum Wegwerfen viel zu schade, da kann man doch noch was draus machen!“ Und Adrian Möller musste nicht lange überlegen: Häuser bauen war seine Lösung – und die lässt ihn seither nicht mehr los. Auszumachen in seiner Drei-Zimmer Wohnung. Denn dort nehmen seine Bauwerke inzwischen jede Menge Platz ein.

„Der Hausbau ist die ideale Ergänzung zu meinem anderen Hobby“, erzählt er. „Seit fast 20 Jahren sammle ich Modellautos“. So war es für den Frührentner keine Frage, was er aus Pappe bauen müsse: eine große Autowerkstatt mit allem Drum und Dran. Als Opel-Fan sei seine Wahl auf ein Autohaus in Hameln als Vorlage gefallen. „Ich habe es mir nur angeschaut und habe nicht vorgehabt, es genau nachzubauen.“ Wichtig aber sei gewesen, die Größe seinen Modellautos anzupassen. Anfangs sei alles ein wenig schief und nicht ganz sauber gewesen, doch mit der Zeit habe er sich viele Tricks angeeignet. Dabei gelte für ihn: Viel kosten darf das Material nicht. Denn als Frührentner muss der gelernte Möbelpacker auf jeden Cent achten. „So trifft bei mir zu, dass Not erfinderisch macht“, betont Adrian Möller und zeigt auf einige seiner Baumaterialien. Mit Strohhalmen hat er Dachrinnen gebaut, mit Plastikfolien das Glas von Fenstern und Wintergärten, mit Einweg-Nagelfeilen Gartenzäune und mit Schaschlikspießen Terrassen, Balkons und Hochbeete angelegt.

Doch Adrian Möller reicht es nicht, nur Häuser zu bauen, er füllt sie vielmehr auch mit Leben. So sind sie alle beleuchtet. Und so sieht man im Autohaus Kunden im Wartebereich oder im Wohnhaus die Familie am Esstisch, und selbstverständlich herrscht auch im Verkaufsraum, in der Werkstatt oder im Gebrauchtwagenpark reges Leben. „Da muss ich natürlich auch mal was zukaufen“, erklärt Möller. So suche er immer nach Möglichkeiten, günstig an Accessoires zu kommen. Gelingt das, ist er ganz stolz wie nach seinem jüngsten Schnäppchen: „Da habe ich einen Beutel beschädigter Figuren ergattert und konnte viele reparieren.“

Adrian Möller hat in seiner Wohnung eine Miniaturwelt mit Modellautos und selbst gebastelten Papp-Häusern geschaffen. Foto: hek
  • Adrian Möller hat in seiner Wohnung eine Miniaturwelt mit Modellautos und selbst gebastelten Papp-Häusern geschaffen. Foto: hek
Für den Opel-Fan war klar: Ein Opel-Autohaus muss es sein. Foto: hek
  • Für den Opel-Fan war klar: Ein Opel-Autohaus muss es sein. Foto: hek

Verheiratet ist Adrian Möller nicht. Würde er sein Single-Dasein aufgeben, müsste er große Abstriche nicht nur finanziell an seinen Hobbys machen. Denn seine Wohnung gehört seinen Bauwerken und vor allem auch seinen Autos. Weit über 1000 Modelle im Maßstab 1:43 hat er in den vergangenen Jahren gesammelt.

Die meisten davon stehen auf den Straßen, die am Autohaus und an den Wohngebäuden in seinem Schlaf- und Wohnzimmer vorbeiführen. Obwohl sich ein Fahrzeug an das andere reiht, kann Möller längst nicht alle zeigen. Und so stehen in den Regalen und Schränken wie bei den meisten nicht Bücher, Spiele und Ähnliches, sondern Kartons mit Autos. Im Jahr 2000 hat diese Sammelleidenschaft mit einem Volvo-Modell bei einem Opel-Treffen in Aerzen begonnen, und die 676 (!) Opel-Fahrzeuge vom Kadett über Olympia, Rekord, Omega und Ascona bis hin zum neuesten Insignia machen heute den weitaus größten Teil seines beeindruckenden Fuhrparks aus.



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