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Im Supermarkt bekennen sie schon Farbe – in der Gutsgärtnerei dürfen die Pflanzen noch ruhen

Weihnachtssterne im Schönheitsschlaf

veröffentlicht am 04.10.2016 um 18:08 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 09:24 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Das Kaufverhalten der Kundschaft ist da doch eher verhalten, zumindest lässt sich das aus den noch relativ vollen Blumenpaletten zum Wochenende schließen. Ein verfrühter Fehlstart bei hochsommerlichen Temperaturen sozusagen. Für gewöhnlich erobert Euphorbia pulcherrima, wie der lateinische Name des ursprünglich aus Mexiko stammenden Wolfsmilchgewächses lautet, erst pünktlich zur Adventszeit die Fensterbänke.

Die Vorbereitungen darauf laufen in der Gutsgärtnerei Ohr aber schon auf Hochtouren. Vorbestellungen treffen zwar jetzt schon bei Gärtnermeister Alfred Schäfer ein, aber in den Verkauf kommen die rund 10 000 Weihnachtssterne frühestens ab Ende Oktober. Von den 16 verschiedenen Farben – davon allein sechs unterschiedliche Rottöne – ist jetzt, Anfang Oktober, noch nichts zu sehen. „Weihnachtssterne haben streng genommen gar keine roten, rosa oder weißen Blüten, sondern lediglich farbige Hochblätter“, erklärt Alfred Schäfer.

Damit diese sich ausbilden können, wird den Pflanzen vorgegaukelt, Weihnachten stände bereits vor der Tür. Dies geschieht nicht etwa mithilfe von Weihnachtsmusik aus dem Lautsprecher, mit der die Jungpflanzen berieselt werden. Um Farbe zu bekennen, braucht der Weihnachtsstern über mehrere Wochen mehr als zwölf Stunden absolute Dunkelheit pro Tag. Also einen späten Sonnenauf- und einen frühen Sonnenuntergang, genau so, wie es die Natur um die Weihnachtszeit herum eingerichtet hat. Um das bereits im Herbst zu erreichen, wird im Gewächshaus mit einer künstlichen Verdunkelung gearbeitet, wie der Gärtnermeister erklärt. Von 18 bis 9 Uhr halten die Weihnachtssterne in der Gutsgärtnerei Ohr ihren Schönheitsschlaf. Erst dann werden die Tische aus dem völlig abgedunkelten Folientunnel wieder ans Tageslicht gerollt. „Wir fangen in der ersten Septemberwoche mit der achtwöchigen Verdunklung an, damit die Weihnachtssterne Ende Oktober Farbe zeigen“, berichtet Alfred Schäfer. Anfang Juli sind die bewurzelten Kopfstecklinge in Ohr getopft worden. Dann ist erst einmal Wachsen und Gedeihen für die Jungpflanzen angesagt. Zur Schädlingsbekämpfung wird in der Gutsgärtnerei nicht auf Chemie gesetzt, sondern auf Schlupfwespen als natürliche Feinde der weißen Fliege. Rein theoretisch könnten mit der künstlichen Verdunkelung das ganze Jahr über farbige Weihnachtssterne produziert werden. Zwar werden in Ohr die Pflanzen zeitversetzt in die Verdunkelungsphase geschickt, damit auch zum Weihnachtsfest noch frisch aufgeblühte Pflanzen angeboten werden können, doch statt auf eine Ganzjahressaison für Weihnachtssterne konzentriert sich Alfred Schäfer lieber auf ein farbenprächtiges vorweihnachtliches Angebot mit immer neuen und ausgefallenen Farbspielen. So gibt es neben klassisch roten auch rosa, gelbe, cremeweiße und auch zweifarbig blühende Sorten. Woran erkennt man, ob die Pflanze gerade aufgeblüht ist? „Die eigentlichen Blüten mit Staubblatt und Fruchtknoten wachsen oberhalb der farbigen Hochblätter. Sobald sie abfallen, benötigt die Pflanze auch die bunten Blätter nicht mehr. Deshalb lohnt es sich beim Kauf, nicht nur auf die Farbe zu achten, sondern auch darauf, dass die erbsengroßen Blüten noch schöne Knospen bilden“, erklärt der Fachmann.

Foto: sbr

Außerdem ist für ein langes Leben der Pflanze wichtig, sie nicht zu häufig zu gießen. „Übertöpfe sind für Weihnachtssterne oft tödlich. Bei Staunässe wirft er seine Blätter ab. Darum empfehle ich, den Wurzelballen der Pflanze alle zwei Tage zu tauchen. Das ist zwar aufwendiger, aber die Pflanze lebt länger“, so der Expertenrat.

Noch dominiert zwar der grüne Farbton bei den Weihnachtssternen im Gewächshaus der Gutsgärtnerei Ohr und dennoch lassen sich die Sorten schon gut voneinander unterscheiden. Es gibt Pflanzen mit spitzen oder runden Blättern, großen und kleinen. „Der Trend geht weg von den großblättrigen Pflanzen mit großer Blüte. Buschig kompakte Weihnachtssterne mit kleinen Blüten sind zurzeit sehr beliebt. Und auch die Sorten mit den marmorierten Hochblättern liegen voll im Trend“, weiß Alfred Schäfer zu berichten.



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