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Familie soll rund 34 Euro pro Jahr mehr zahlen

Wassergebühren ziehen deutlich an

Emmerthal (rom). Die Wassergebühren in Emmerthal werden in den kommenden Jahren wohl deutlich steigen. Dies hat Bürgermeister Andreas Grossmann (SPD) bei der Sitzung des Ausschusses für Gemeindewerke und Technik angekündigt.

veröffentlicht am 10.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Bereits 2013 soll der Kubikmeter Trinkwasser 1,67 Euro kosten, der Kubikmeter Abwasser 3,27 Euro. Derzeit kostet der Kubikmeter Trinkwasser 1,55 Euro und der Kubikmeter Abwasser 3,15 Euro. Die Preise sollen also um je zwölf Cent steigen. Dies entspricht einer Erhöhung von rund sieben beziehungsweise vier Prozent. Zudem soll die Grundgebühr von 3,20 Euro auf 3,70 Euro klettern. Dies ist ein Anstieg von rund 16 Prozent. Ein Vier-Personen-Haushalt muss demnach laut Verwaltung rund 34 Euro pro Jahr mehr zahlen.

Gründe für den Anstieg gibt es mehrere. Einerseits hatte der Kreis Hameln-Pyrmont als Aufsichtsbehörde die Erhöhung angemahnt. Außerdem geht die Zahl der Verbraucher zurück. Folglich wird auch weniger Wasser verbraucht. Außerdem verteilen sich dadurch die Kosten, zum Beispiel für die Reparatur kaputter Kanäle, auf weniger Schultern. Moderne Haushaltsgeräte wie Wasch- oder Spülmaschinen kommen darüber hinaus mit weniger Wasser aus, folglich sinkt auch dadurch der Verbrauch. Ein weiterer Grund für die Gebührenerhöhung ist der steigende Energiepreis. All dies „wird in den nächsten Jahren zu weiteren Erhöhungen führen“, sagte Grossmann.

Der Gebührenanstieg ist bislang nur ein Vorschlag. Der Ausschuss für Gemeindewerke und Technik nahm die Zahlen bei seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend nur zur Kenntnis. Die Fraktionen kündigten Beratungsbedarf an. Eine Empfehlung an den Rat wird der Ausschuss daher wohl erst in seiner nächsten Sitzung am 29. November aussprechen. Allerdings sorgten allein die Zahlen für eine teils heftige Debatte. Rolf Keller (CDU) kündigte an: „Die Gruppe aus CDU und FWE hätte heute nicht zugestimmt“, sagte er. „Wir können nicht zulassen, dass wir Jahr für Jahr die Gebühren erhöhen.“ Das Vorgehen des Kreises nannte er „eine Frechheit“. „Wir werden geknebelt vom Landkreis“, so Keller mit lauter Stimme. Von der SPD zeigte sich der Christdemokrat enttäuscht. „Ihr müsst euch doch auch für die kleinen Bürger einsetzen“, sagte er und forderte Politik und Verwaltung auf, über Strukturänderungen nachzudenken. Er stellte die Frage, ob die Kläranlage zu groß und damit zu teuer sei.

Grossmann platzte daraufhin der Kragen. „Ich koche“, sagte der Bürgermeister und schlug mit der Hand auf den Tisch. Er warf Keller indirekt vor, nur eine Show aufzuführen. Schließlich habe es im Vorfeld der Sitzung Gespräche zwischen Politik und Verwaltung gegeben. Die Zahlen seien also bekannt gewesen. Kellers Verhalten könne er daher nicht nachvollziehen, sagte Grossmann und fügte hinzu: „Dann brauche ich in Zukunft solche Gespräche nicht mehr anberaumen.“ Der Bürgermeister betonte, dass die Zahl der Bevölkerung und damit der Wasserverbraucher zurückgehe. „Wir müssen als Politik den Mumm haben, dem Bürger zu sagen, dass die Versorgungssicherheit auch jemand bezahlen muss.“

Die SPD schloss sich Grossmann an. Reinhard Feyer (SPD) sagte zur Erhöhung: „Ich hätte nichts dagegen, zuzustimmen.“ Oliver Gockel (SPD) sagte: „Uns gefällt die Erhöhung genauso wenig. Die Daumenschrauben haben wir uns aber nicht selbst angelegt, das hat der Landkreis gemacht.“ Er fügte hinzu, dass die Kläranlage vergleichsweise günstig sei.

Thomas Jürgens (Grüne) betonte, dass Emmerthal eine große Flächengemeinde sei. Entsprechend lang seien die Leitungen, die in Schuss gehalten werden müssten. Dies treibe die Kosten.

Die jüngste Erhöhung der Wassergebühren liegt ein Jahr zurück. Zum 1. Januar 2012 waren die Preise pro Kubikmeter von 1,48 Euro auf aktuell 1,55 Euro für Frischwasser und von 3,04 Euro auf 3,15 Euro für Abwasser gestiegen.

Im Jahr 2013 soll der Kubikmeter Trinkwasser 1,67 Euro kosten, der Kubikmeter Abwasser 3,27 Euro. Derzeit kostet der Kubikmeter Trinkwasser 1,55 Euro und der Kubikmeter Abwasser 3,15 Euro. Die Preise sollen also um je zwölf Cent steigen. Dies entspricht einem Anstieg von rund sieben beziehungsweise vier Prozent.

Montage: Wal



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