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DGH möglich / Wenig Gegenliebe

Was wird aus dem Sportheim?

GROSS BEKEL. Die Verwaltung möchte das Sportheim des TSV 05 Groß Berkel zu einem Dorfgemeinschaftshaus umwandeln. Dass die Idee auf so wenig Gegenliebe in Groß Berkel stößt, damit hätte Aerzens Erster Gemeinderat Andreas Wittrock nicht gerechnet, wie er sagt.

veröffentlicht am 13.06.2017 um 12:08 Uhr
aktualisiert am 13.06.2017 um 13:10 Uhr

Wehmut erfüllt Reinhard Burdinski, den Präsidenten des TSV 05 Groß Berkel, wenn er auf das Sportheim blickt.
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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GROSS BEKEL. Der Hintergrund der Überlegungen zur Nutzung des 1970 errichteten Gebäudes am Sportplatz: Die Kommune hatte das Sportheim samt Umkleide- und Sanitäranlagen sowie Gaststätte und Wohnung vor 47 Jahren errichtet und an den Sportverein verpachtet. Der wiederum verpachtete in der Vergangenheit die Gastronomie und vermietete die Wohnung in Eigenregie.

Das ist mittlerweile aber bereits seit langer Zeit Geschichte. Die Wohnung stand leer und in den Räumlichkeiten der Gaststätte finden nur noch selten Vereinsversammlungen statt. Da lediglich die Umkleide- und Sanitärräume im Untergeschoss noch regelmäßig von den Sportlern genutzt werden, fehlten dem Sportverein die Einnahmen, um für die Pachtzahlungen an die Gemeinde aufzukommen. „Um den Verein nicht vor die Wand zu fahren, haben wir die Sportler aus der Verantwortung für das Sportheim entlassen“, erklärt Andreas Wittrock. In die Wohnung hat die Verwaltung zwischenzeitlich Flüchtlinge einquartiert.

Um die laufenden Kosten für das kommunale Gebäude zu minimieren, entstand innerhalb der Verwaltung die Idee, die nahezu ungenutzte Gaststätte als Dorfgemeinschaftsraum für die Bevölkerung nutzbar zu machen.

Eine mögliche Alternative zur Nutzungsänderung der Räumlichkeiten wäre der Abriss des Gebäudes. So weit möchte der Erste Gemeinderat zurzeit in seinen Überlegungen aber nicht gehen, zumal die Verwaltung erst kürzlich in die Instandsetzung der Sanitäreinrichtungen im Umkleidebereich des Sportheims investiert hat.

Allerdings: Auch in Aerzen mussten die Sportler durch dem Bau der Grundschule an der Königsförder Straße auf ihre Sportplatz-Umkleidekabinen verzichten. Daraufhin wurde die Hummetalsporthalle so umgerüstet, dass ein Zugang vom Sportplatz her möglich ist, erläutert der Erste Gemeinderat.

Auch in Groß Berkel befindet sich die Sporthalle zwischen dem Hart- und dem Rasenplatz. Der Präsident des TSV 05 Groß Berkel, Reinhard Burdinski, kann sich noch gut an die Grundsteinlegung für das Sportheim am Sportplatz im Jahr 1970 erinnern. „Zuvor diente eine Bretterbude mit einer außen liegenden Waschmöglichkeit als Umkleidekabine“, erinnert er sich und fügt an: „Das war fast wie im Mittelalter.“ Die mitgliederstarke Zeit des Vereins machten die Anfänge des Sportheims leicht, doch im Laufe der Jahrzehnte reduzierte sich nicht nur die Mitgliederzahl des Vereins von über 1000 in den 1970er-Jahren auf aktuell knapp 400 Sportler. Durch das veränderte Freizeitverhalten verlor die Einrichtung an Attraktivität. „Heute kommen die Menschen in die Vereine, um ausschließlich Sport zu treiben und sich nicht hinterher noch in der Kneipe zu treffen“, sagt Reinhard Burdinski.

Der Ortsrat Groß Berkel hat in dieser ein Anhörungsrecht. Das Thema findet sich auf der Tagesordnung der Sitzung, die Mittwoch, 15. Juni, um 17 Uhr in der Grundschule stattfindet.

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