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Latferder wünschen sich sichere Verbindung zum Weserradweg

Warum es einen Fußweg (wohl) nicht geben wird

LATFERDE. Es gibt Dinge im Leben, die kann man einfach nicht ändern. Zu dieser Einsicht kommt auch immer mehr der Ortsrat Börry, wenn es um eine sichere Fußwegverbindung in Latferde zum Weserradweg geht. Ständig kommen neue Planungen ins Stocken.

veröffentlicht am 07.04.2017 um 17:12 Uhr

Ein sicherer Fußweg zum Weserradweg fehlt. Foto: tis
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Friedrich-Wilhelm Thies Reporter
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Einfache Lösungen scheitern an hohen Auflagen der Straßenverkehrsbehörden oder an einem Streifen Ackerland, der nicht zum Verkauf steht. Und eine große Lösung scheitert an den Finanzen, um die es in der Gemeinde Emmerthal bekanntlich schlecht bestellt ist.

Nur zu gerne würde der Ortsrat dem Wunsch der Latferder Bürger nachkommen und in der Verlängerung der Hajener Straße entlang des Gemeindeverbindungsweges Richtung Hajen/Grohnder Fähre eine sichere Fußweganbindung bis zur Ilsebrücke und damit zum Weserradweg zu schaffen.

Derzeit müssen Fußgänger auf der viel befahrenen Straße laufen, wenn sie einen Rundgang entlang der Weser machen wollen. Denn aus dem Dorf gibt es nur einen einzigen, zudem recht steilen Zugang zum Radweg über den Klippenweg. Doch die zuständigen Straßenverkehrsbehörden lehnen es ab, dort einfach einen Schotterweg rechts in Richtung Hajen direkt neben der Gemeindestraße anzulegen, wo Geschwindigkeiten bis zu 100 km/h erlaubt sind. Warum, erläutert Matthias Bode, stellvertretender Fachbereichsleiter „Technische Dienste“ bei der Gemeinde Emmerthal: „Es würde eine trügerische Sicherheit auf diesem Weg direkt neben der Fahrbahn entstehen. Und man hätte aus dem Ort kommend den Verkehr im Rücken.“ Außerdem könnten Lkw den Weg als Ausweichmöglichkeit ansehen und den nicht befestigten Seitenstreifen befahren, dabei sogar umkippen. Bliebe die große Lösung, einen richtig ausgebauten Fuß- und Radweg eventuell mit Hochboard oder mit ausreichendem Abstand zur Fahrbahn zu bauen, was aber bei der angespannten Haushaltslage in Emmerthal nicht finanzierbar ist. Auch eine zweite Lösung, zwischen dem Reuterkamp und der Gemeindestraße entlang der Ilse einen einfachen Fußweg in Eigenleistung aus der Bürgerschaft zu erstellen, kann nicht verwirklicht werden. Die Eigentümerin und der Pächter wollen den dazu nötigen Streifen Acker nicht verkaufen. Die Gründe dazu erläuterte Landwirt Hans-Heinrich Köhler, der das Stück Land bewirtschaftet: „Landmaschinen und ihre Anbaugeräte werden immer größer. Damit ist es jetzt schon schwierig, das recht kleine und zudem dreieckige Stück Land zu bewirtschaften.“ Das Stück Ackerfläche ist zwar meist Brachland und kommt einer vielfältigen Flora und Fauna zu Gute. Alle fünf Jahre muss Köhler die Fläche aber bestellen und bewirtschaften, um weiter die Fördergelder zu erhalten.

„Wird die Fläche noch kleiner, ist das nicht mehr wirtschaftlich möglich“, erklärt der Landwirt aus Latferde. Dann ginge der Status als Ackerfläche verloren, es entstünde der Eigentümerin ein finanzieller Schaden von gut 7500 Euro. Bleibt laut Köhler die Lösung, dass die Gemeinde die ganze Ackerfläche kauft – oder es kommt zu einer Enteignung. Dazu erklärte Börrys Ortsbürgermeister Rolf Keller: „Um die ganze Fläche zu kaufen ist kein Geld da. Und eine Enteignung nur wegen eines Fußweges wird es dort nicht geben.“

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