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Ehepaar Alisch aus Aerzen feiert heute diamantene Hochzeit / „Ich schneiderte mein Brautkleid selbst“

Während der Hochzeit verschwand auf einmal die Torte

Aerzen (sbr). 60 Jahre ist es nun fast her, dass sich die Aerzener Heinrich und Sonja Alisch, geborene Graebel, das Jawort gegeben haben. Anlässlich ihrer diamantenen Hochzeit erinnern sich die beiden an den Tag zurück, an dem sie ihre Verlobungsringe gekauft haben. 1948 konnte man nicht so einfach in ein Geschäft hineinspazieren; goldene Ringe konnten nur erworben werden, wenn Altgold zum Tausch vorhanden war. „Da erfuhren wir, dass ein Juwelier in Lemgo neue Silberringe verkaufte, auch wenn die Kunden kein altes Edelmetall mitbrachten“, erinnern sich die beiden Jubilare an die Herkunft ihrer ersten gemeinsamen Ringe. Zur Hochzeit ein Jahr später hatte sich die wirtschaftliche Situation in Nachkriegsdeutschland so weit erholt, dass auch Heinrich und Sonja Alisch an ihrem Hochzeitstag goldene Ringe, das Symbol ewiger Liebe, tauschen konnten. Vor dem Traualtar trug die Braut, die noch in ihrer alten Heimat Schlesien den Beruf der Schneiderin erlernt hatte, ein selbstgenähtes Brautkleid. Heute können der gelernte Dreher, der 49 Jahre lang bei der Aerzener Maschinenfabrik gearbeitet hat und dort zehn Jahre als Werkbrandmeister die Werkfeuerwehr führte, und seine Frau, die neben der Hausschneiderei und dem Betrieb einer Heißmangel bis zum Eintritt ins Rentenalter mehrere Jahre bei der Firma Delmod in Klein Berkel Damenmode nähte, ihren Lebensabend im 1959 erbauten Eigenheim mit großem Garten genießen. Ihre drei Kinder Ulrike, Angelika und Holger sowie die drei Enkelkinder Kristina, Claudia und Michael samt Familien haben zum Teil lange Anreisen hinter sich, wenn sie heute mit den Eltern beziehungsweise Großeltern auf das Hochzeitsjubiläum anstoßen. Und sicher wird im Kreis der Familie dann herzlich über eine Anekdote gelacht, die dem Jubelpaar spontan zum Thema Hochzeitsfeier einfällt: „Als nach der kirchlichen Trauung zur Kaffeetafel gebeten wurde, war plötzlich eine Torte verschwunden und konnte trotz intensiven Suchens nicht ausfindig gemacht werden. Viele Stunden später, als es Zeit war, sich zu verabschieden, nahm einer der männlichen Gäste seinen Hut vom Schrank und musste verwundert feststellen, dass die Hutkrempe vollständig mit Sahne verschmiert war“, erinnern sich der 83-jährige Jubilar und seine 81-jährige Ehefrau. Dass ausgerechnet der Hut als Tortenhaube diente, damit hatte an der Hochzeitsfeier vor 60 Jahren niemand gerechnet.

veröffentlicht am 11.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 18:41 Uhr

Feiern heute ihre diamantene Hochzeit: Sonja und Heinrich Alisch
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