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Vor Gericht: Streit um Reststrom für AKW Grohnde

HAMBURG/GROHNDE. Das Atomkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein ist seit Jahren vom Netz, in Grohnde wird noch Strom produziert. Die Anlage an der Elbe hat weniger Strom produziert als politisch zugestanden, die an der Weser wird hingegen im Herbst ihr Limit erreichen.

veröffentlicht am 13.06.2019 um 10:34 Uhr
aktualisiert am 13.06.2019 um 22:20 Uhr

Das Atomkraftwerk Grohnde. Foto: cb

Autor:

Martin Fischer
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Darum möchte das Unternehmen Preussen-Elektra als Betreiber der Anlage in Grohnde die übriggebliebene Strommenge von Krümmel übertragen lassen. Das wäre möglich, aber der Krümmeler Mitbetreiber und zugleich Konkurrent Vattenfall will dafür Geld sehen. Es geht um 44 000 Gigawattstunden im Wert von rund 415 Millionen Euro, auf die die Eon-Tochter einen Gratis-Anspruch sieht – die Hälfte der Reststrommenge. Gespräche mit der deutschen Tochter des schwedischen Konzerns waren gescheitert. Deshalb sahen sich die Beteiligten gestern vor der Zivilkammer des Hamburger Landgerichtes wieder. Bis zum 29. August, dem Tag der Urteilsverkündung, geht die Hängepartie nun weiter.

Um den Weiterbetrieb von Grohnde sicherzustellen, hat Preussen-Elektra zusätzlich den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt: 10 000 Gigawattstunden sollen kurzfristig an die Betreibergesellschaft des AKW Grohnde gehen. Grohnde würde planmäßig 2021 vom Netz genommen. Ist jedoch die zugebilligte Reststrommenge erreicht und gibt es keine Lösung, wäre früher Schluss. „In jedem Fall werden wir den ununterbrochenen Betrieb von Grohnde sicherstellen“, betont die Sprecherin Almut Zyweck.

Eine Reststrommenge ist eine fiktive Größe. Hierbei geht es um die Menge Strom, die in Krümmel hätte produziert werden können, wäre die Betriebserlaubnis nicht im August 2011 durch eine Atomgesetzänderung nach dem Reaktorunfall von Fukushima erloschen. Allerdings war das AKW aufgrund von Pannen schon seit Sommer 2007 fast durchgängig vom Netz.

Der Streit bestehe nur, weil Vattenfall selbst keine Atomkraftwerke mehr betreibe, an die die Reststrommenge aus Krümmel übertragen werden könne, sagte ein Vertreter von Preussen-Elektra. Der Richter bemühte sich, die Parteien zu einem Vergleich zu bewegen. Vertreter von Preussen-Elektra erklärten sich zum Kauf der 10 000 Gigawattstunden für mehr als 278 Millionen Euro bereit – sofern der Kaufpreis zurückgezahlt wird, sollte die Klage im Hauptsacheverfahren Erfolg haben. Eine Einigung noch in der Verhandlung kam nicht zustande. Sollte dies auch außergerichtlich nicht gelingen, kündigte Richter Hartmann eine Entscheidung über die einstweilige Verfügung für den 27. Juni an.

„Wir wurden vom Gericht aufgefordert, uns mit Vattenfall an einen Tisch zu setzen, um eine außergerichtliche Einigung herbeizuführen“, erklärte am Abend Almut Zyweck für Preussen Elektra. „Das werden wir jetzt tun.“



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