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Tatort-Autor Klaus-Peter Wolf im Gespräch mit Schülern

Von der Suche nach dem Mörder und dem „Killer-Füller“

Von Ernst August Wolf

veröffentlicht am 21.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 10:21 Uhr

Guter Draht zum jungen Publikum: Der begehrte Drehbuchautor Klau
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Emmerthal. „Damit wir mehr lesen?“, mutmaßt ein Schüler auf Klaus-Peter Wolfs Frage, warum er wohl nach Emmerthal gekommen sei. „Denkste, kannst meinetwegen die Aufschriften von Dosensuppen lesen, aber den Mörder find’ste so nicht“, flapst Wolf zurück.

Der Ostfriese mit Gürtel und Hosenträgern, Zöpfchen und kariertem Hemd findet zielsicher den richtigen Ton, weiß, dass der hehre Appell, „doch mal ein gutes Buch zu lesen, nichts bringt, gar nichts“. Nach wenigen Sätzen hängen die sich ansonsten „cool“ gebärdenden Kids an Wolfs Lippen. Mancher Pädagoge erblasst vor Neid.

Wolf aus Norden ist ein Multitalent und als Tatort-Autor einer der begehrtesten Drehbuchschreiber Deutschlands, vielfach preisgekrönt. Vor allem aber: immer gut drauf und ein begnadeter Lese-Motivator. Er liest nicht einfach vor, er erzählt: wie er zum Schreiben kam, warum das „lebensgefährlich“ sein kann, wie er seine Stoffe findet, dass seine Tatort-Storys so spannend seien, dass „die Nation nicht zur Toilette gehen kann“.

Atemlos erfahren äußerst amüsiert juchzende Fünft- und Sechstklässler, dass er für jede Geschichte einen neuen Füller kauft. „Hier, mein Killer-Füller“, sagt Wolf. „Getestet. Schreibt die Geschichte von selbst, nee Quatsch.“

Wie er seine Mordopfer findet? „Na, Deutschlehrer kommen dafür nicht in Frage. Niemals. Hmmm, Mathelehrer? Vielleicht. Aber die blöde Schulpsychologin ...“ Lacher. Und dann der Satz, auf den die Schüler schon warten: „Und dann hatte ich plötzlich wieder einmal eine ganz tolle ...“ „Ideeee“, brüllt die Mannschaft im Chor und hat einen Riesenspaß.

Übrigens „aus Spaß, aus purem Spaß an euch“ sei er – im Rahmen der Emmerthaler Buchwoche im Kulturprogramm der Gemeinde und im Auftrag des Friedrich-Bödecker-Kreises – zu ihnen gekommen. Wolfs Rezept ist einfach, aber genial: die Schüler ernst nehmen, ihnen die gleichen Stoffe vorsetzen wie den Erwachsenen. Keine eigens konstruierten, bereinigten Geschichtchen, sondern „milieusichere, aktuelle Stoffe“. Mehr nicht.

Szenen- und Tatortwechsel. Am Abend steht Wolf vor einem anderen Publikum, fesselt im Rathaus ebenfalls im Kulturprogramm seine erwachsenen Zuhörer auf Einladung des Buchladens am Markt mit seinem neuesten Werk. Altersgerecht geht Wolf dann am Morgen darauf auf seine jüngste Zielgruppe ein – bei einer Lesung in der Grundschule Kirchohsen.

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