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Lasse Bönick von Bienen fasziniert / In drei Jahren zwölf Völker aufgebaut

Vom Honigmäulchen zum Imker

Brockensen. „Im Moment schwelgen sie im Überfluss“, sagt Lasse Bönick. Um ihn herum blühen Obstbäume, Löwenzahn und Millionen von Rapspflanzen, und der junge Mann erfreut sich am Anblick seiner Bienen, die in die farbigen Bienenstöcke ein- und ausfliegen. „Eigentlich heißen sie Bienenbeute und darüber, ob der farbige Anstrich der Holzkisten Einfluss auf die Bienen hat, gehen die Meinungen auseinander“, erklärt der Hobbyimker und fährt fort: „Mir gefällt es, und wenn es den Tieren die Orientierung erleichtert, haben wir alle etwas davon.“ Er lacht.

veröffentlicht am 25.04.2014 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 17:21 Uhr

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Autor:

Barbara jahn-Deterding
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Wie ernst Bönick indes sein Hobby nimmt, merkt man, wenn er erzählt, wie er dazu gekommen ist, sich Bienen anzuschaffen. Schon als kleiner Junge war er ein Honigmäulchen, denn „ich habe bereits als Kind gerne Honig gegessen und fand Bienen interessant. Seither spukte die Idee von eigenen Bienen wohl in meinem Kopf herum. Also habe ich mir in Büchern und im Internet sehr viel angelesen. Dann habe ich in Hannover an einem Imkergrundkurs teilgenommen. Im Sommer 2011 war es so weit, ich hatte mein erstes eigenes Bienenvolk“, erzählt der Imker. „Und erst im Umgang mit den Insekten erkannte ich die Zusammenhänge. Da sah ich und verstand, was ich gelesen und gelernt hatte“, sagt der 30-Jährige.

Mittlerweile stehen Bienenstöcke mit zwölf Völkern am Rand einer Obstbaumwiese des Landwirts Hans-Heinrich Garve. „Dies ist ein idealer Standort, die Flugbienen müssen keine weiten Strecken zurücklegen, um Pollen und Nektar zu sammeln“, sagt Bönick und deutet auf die umliegenden Gärten, Wiesen und Ackerflächen. Wie erfolgreich die Arbeiterinnen zurzeit beim Sammeln von Pollen sind, kann man an ihren gelben Pollenhöschen erkennen, wenn sie in den Bienenstock schlüpfen, um ihr Gesammeltes abzuliefern.

„In einem Bienenvolk herrscht eine strenge Hierarchie und Aufgabenteilung. Wir unterscheiden drei Bienenwesen, die Königin, die weiblichen Arbeiterinnen und die männlichen Drohnen“, erklärt der junge Imker. Dabei komme der Königin die Aufgabe zu, für den Nachwuchs zu sorgen und das Volk durch Duftstoffe, die Pheromone, zusammenzuhalten, führt er aus.

Die Arbeiterinnen haben eine Vielzahl von Pflichten zu erfüllen. „Sie putzen die Zellen, bauen das Wabenwerk, füttern und pflegen die Brut, verarbeiten den Nektar zu Honig, übernehmen Wächteraufgaben und müssen schließlich als Flugbienen Pollen und Nektar sammeln“, zählt Bönick auf. „Ja, da bleibt für die männlichen Drohnen nur noch eines übrig, nämlich die Begattung der Königin. Allerdings ist das dann auch das Ende der Drohnen, sie sterben anschließend ab“, erklärt er.

Mit einem Blick auf das Gewusel, das um den Bienenstock herum herrscht, erzählt Bönick: „Die Königin legt bis zu 2000 Eier am Tag. Bis die Drohnen schlüpfen, vergehen 24 Tage, bei den Arbeiterinnen sind es 21 Tage. In einem Bienenstock leben bis zu 60 000 Tiere, ihre Lebenserwartung beträgt vier bis sechs Wochen.“ Der Imker ist froh darüber, dass „wir hier im Weserbergland durch die vielen Linden, Obstbäume und die vielfältigen Ackerfrüchte begünstigt sind. Da sieht es in anderen Regionen für die Bienen ganz anders aus. Mais ist eine tote Wüste für die Insekten, in dem sie zwar Pollen, aber keinen Nektar finden“, macht er deutlich. „Allerdings schwächen auch bei uns die Pestizide, die von den Landwirten verwendet werden, die Bienen. Daher fände ich es begrüßenswert, wenn die Landwirte abends spritzen würden, wenn der Bienenflug beendet ist oder an den Schlechtwettertagen“, sagt er.

Seiner Ansicht nach kann jeder etwas für die Honigproduzenten tun. „Pflanzen Sie in Ihre Balkonkästen, Terrassenkübel und Gärten keine Geranien oder ähnlich sterile Blumen. Viel besser sind Küchenkräuter wie Schnittlauch, Rosmarin und Lavendel. Diese Pflanzen sind mit ihren hübschen Blüten nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch für die Gesundheit. Außerdem sind sie mehrjährig“, appelliert er an alle, denen das Wohlergehen der Bienen am Herzen liegt.

Bereits seit etlichen Wochen sind die emsigen Arbeiterinnen von früh bis spät unterwegs, um bloß keine Blüte zu verpassen. „In diesem Jahr haben sie bedingt durch den milden Winter ihre Winterruhe vier Wochen eher beendet und konnten den Stock verlassen, um Haselnuss und Krokuspollen zu sammeln“, schildert Bönick seine Beobachtungen. Und seitdem gehe es Schlag auf Schlag. Momentan hätten die Bienen beinahe die Qual der Wahl, sagt er schmunzelnd.

„Die Insekten müssen diese Jahreszeit intensiv nutzen, denn wenn wir Menschen am 24. Juni mit der Sonnenwende den Sommeranfang feiern, beginnt bei den Bienenvölkern bereits die Vorbereitung auf die Winterruhe“, erklärt der begeisterte Hobbyimker.



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