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Gesellschaft für Zwischenlagerung stellt sich den Bürgern vor

Vertrauensbildende Maßnahme

EMMERTHAL/GROHNDE. Wie geht es nach dem Betreiberwechsel des Zwischenlagers für hochradioaktive Abfälle auf dem Gelände des Atomkraftwerks Grohnde weiter? Um das zu beantworten hatten Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann und Führungskräfte der Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) am Donnerstag interessierte Bürger zu einem Informations- und Dialogabend ins Rathaus eingeladen.

veröffentlicht am 08.03.2019 um 19:51 Uhr

Der Blick auf das Atomkraftwerk Grohnde löst bei manchen Bürgern Besorgnis aus. Die Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) will das Vertrauen stärken. Foto: wfx
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Burkhard Reimer Reporter
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Mit Beginn dieses Jahres hat die „Gesellschaft für Zwischenlagerung“ (BGZ), eine GmbH, die zu 100 Prozent im Besitz der Bundesrepublik Deutschland ist, den Betrieb des Zwischenlagers für hochradioaktive Abfälle auf dem Gelände des Kernkraftwerks Grohnde übernommen (die Dewezet berichtete). Gemeinsam mit Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann hatten Führungskräfte des Unternehmens am Donnerstag interessierte Bürger zu einem „Informations- und Dialogabend“ ins Rathaus eingeladen.

„Es geht uns darum“, erklärte der Vorsitzende der BGZ-Geschäftsführung, Dr. Ewold Seeba, „sowohl unseren Betrieb als auch uns als Personen vorzustellen.“ „Und auch in Zukunft möchten wir mit Ihnen im Gespräch bleiben“, fügte er hinzu, denn vom Dialog könnten immer beide Seiten profitieren. Dr. Seeba erklärte zunächst die Entstehung der BGZ als Folge des Beschlusses zum Ausstieg aus der Kernenergie und der daraus resultierenden Frage, „was mit den Hinterlassenschaften der Kernkraftwerke geschehen soll“.

Immerhin, so der Fachmann, blieben sie uns, „auch wenn man sie in tiefengeologische Formationen einlagert und das Ganze nach oben hermetisch gegen die Hemisphäre verschließt, doch über viele, viele Jahrtausende erhalten“. Doch bis es überhaupt zur Endlagerung komme, sei es zunächst Aufgabe „der noch jungen BGZ, die sichere Zwischenlagerung der hochradioaktiven Abfälle zu gewährleisten“.

Bürgermeister Andreas Grossmann (li.) und BGZ-Mitarbeiter stellten sich den Fragen der Bürger. Foto: wfx

Der BGZ-Geschäftsführer rief den Anwesenden in diesem Zusammenhang noch einmal den geplanten zeitlichen Ablauf in Erinnerung, der unter anderem vorsehe, dass bis 2031 ein entsprechender Standort festgelegt werden und die abschließende Endlagerung bis 2051 erfolgt sein soll. Für die sei dann wiederum eine bundeseigene GmbH, nämlich die „Gesellschaft für Endlagerung“ (BGE), zuständig.

Die geltenden Sicherheitsstandards des Atommüll-Zwischenlagers, das letztlich allein vom Kernkraftwerk Grohnde übrig bleiben soll, wurden anschließend von Dr. Michael Hoffmann vorgestellt. Besonders ausführlich ging der Bereichsleiter Betrieb der BGZ dabei auf die gleich mehrfachen Sicherungsvorrichtungen ein, mit denen die sogenannten Castoren ausgestattet sind, die zur zwischenzeitlichen Einlagerung des Grohnder Atommülls dienen und bis zu dessen Abtransport zur Endlagerung in einem gesonderten Gebäude mit 1,20 Meter dicken Betonwänden eingelagert werden.

Weitere Sicherungsmaßnahmen seien ein innerer und ein äußerer Zaun, die in gebührendem Abstand um das Gebäude gezogen werden und nicht zuletzt ein Eindringen von außen in das Castorlager verhindern sollen, „das zudem rund um die Uhr personell besetzt, also bewacht sein wird“.

Ob allerdings die Summe dieser Maßnahmen die von den BGZ-Vertretern zugesicherte und von der Bevölkerung erwartete Sicherheit tatsächlich gewährleisten kann, davon waren längst nicht alle Anwesenden überzeugt. Das zeigte sich beispielsweise daran, dass Bereichsleiter Dr. Hoffmann und der Leiter des Zwischenlagers, Carsten Harzer, auf Nachfrage aus dem Publikum eingestehen mussten, dass auch die dicken Stahlwände der Castoren einen Rest an austretender Strahlung nicht verhindern können.

Allerdings führten sie die Abstände der Behälter zu den Gebäudemauern und wiederum deren Abstände zu den Zäunen an, die dafür sorgen würden, „dass außerhalb des Zauns nur noch Strahlungswerte festzustellen sein werden, die deutlich innerhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte liegen“.

Abschließend machte Carsten Harzer noch ein Angebot: „Wenn Sie Fragen haben, melden Sie sich bei uns, kommen Sie zu uns, und Sie erhalten Antworten.“



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