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Was sich die Ortsbürgermeister in der Gemeinde Emmerthal für das jahr 2018 wünschen

Verkehrsbelastung großes Thema

EMMERTHAL. Was wünschen sich die Ortsbürgermeister der Gemeinde Emmerthal für das Jahr 2018? Wo drückt der Schuh? Gibt es Probleme? Wir haben nachgefragt.

veröffentlicht am 23.01.2018 um 16:59 Uhr

Den Ortsrat Börry beschäftigt das hohe Verkehrsaufkommen in den Dörfern. Foto: Archiv/Dana
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Grohndes Ortsbürgermeister Lothar Hahlbrock wünscht sich von den Einwohnern Grohndes und Lüntorfs mehr Eigeninitiative. „Es wäre wünschenswert, wenn die Bürger, beispielsweise bei der Pflege von Grünflächen, selbst Initiative ergreifen und nicht immer nach dem Bauhof rufen“, erklärt Hahlbrock. Nur mit einer funktionierenden, engagierten Dorfgemeinschaft könnten die kleinen Orte in Zukunft lebenswert bleiben, so seine Auffassung. Als funktionierendes Beispiel gelebter Dorfgemeinschaft führt er den Dorfladen mitsamt Dorfcafé in Grohnde an. Seit nunmehr drei Jahren habe sich in der ehemaligen Schule ein reger Treffpunkt entwickelt, „was hoffentlich so bleibt“, wünscht sich der Ortsbürgermeister. Im Plan und hoffentlich auch in den kommenden Monaten zu realisieren sei die Instandsetzung des unteren Bereiches des Spritzenhausweges. „Hier ist dringend Schadensbegrenzung an der Fahrbahn und dem Bürgersteig notwendig“, erklärt Grohndes Ortsbürgermeister.

Verkehrssicherheit ist für Rolf Keller, Ortsbürgermeister der Ortschaft Börry, das Stichwort für die kommenden zwölf Monate. „In sechs von insgesamt sieben Dörfern, die im Zuständigkeitsbereich des Ortsrats Börry liegen, herrscht ein hohes Durchgangsverkehrsaufkommen. Gerade in den Bereichen der Ortseingänge sind daher verkehrsberuhigende Maßnahmen dringend notwendig“, betont Rolf Keller seine Ansicht. Kritik übt der Ortsbürgermeister an den langwierigen Entscheidungsfristen des Landkreises. „Das stößt auf Unverständnis bei den Bürgern“, so Keller, der sich wünscht, dass der Landkreis mehr auf die Bedürfnisse der Anwohner eingeht. Ebenfalls ganz oben auf seinem Wunschzettel steht eine Radwegverbindung entlang der Landesstraße (L 424) von Brockensen über Börry (Bildungshaus) nach Latferde als Anbindung an den Weserradweg. „Immer mehr Lkw brettern durch unsere Dörfer, weil diese Strecke gern als Verbindung zwischen der A 7 und der A 2 genutzt wird“, so die Beobachtung des Ortsbürgermeisters. Natürlich wünscht sich Keller wie seine Ortsbürgermeisterkollegen in Aerzen und Emmerthal auch einen schnellen und flächendeckenden Breitbandausbau. „Das ist der Schlüssel – neben Arbeits- und Bildungsangeboten – um junge Familien im ländlichen Bereich zu halten.“ Und dann fordert Börrys Ortsbürgermeister noch den Abbau von baulichen Hürden für denkmalgeschützte Häuser, „damit diese wieder der Wohnbebauung zur Verfügung gestellt werden können“, wie er sagt. Die Feuerwehr ist ebenfalls ein Steckenpferd des Ortsbürgermeisters. „Um den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen, muss der Investitionsstau bei den Freiwilligen Feuerwehren, nachdem nun der Feuerwehrbedarfsplan beschlossen wurde, abgebaut werden“, unterstreicht Keller. Ein weiteres Thema auf seiner Agenda für 2018 ist der öffentliche Nahverkehr. Hier wünscht sich Keller eine Umsetzung des Nahverkehrsplans im Sinne der Bürger, die zu diesem Thema angehört wurden.

Im Kernort Emmerthal beschäftigt den Ortsrat mit Ortsbürgermeister Rudolf Welzhofer an der Spitze vor allem die aktuell sehr emotional geführte Diskussion um die Einrichtung der geplanten Gedenkstätte Bückeberg. Der Ortsbürgermeister hofft bei der Entscheidungsfindung auf einen Konsens, „der die Wünsche und Befürchtungen der Bürgerschaft berücksichtigt“, wie er sagt. Des Weiteren stehen gleich eine ganze Reihe weiterer Punkte auf der Agenda, die 2018 in Angriff genommen, beziehungsweise in ihrer Planung fortgeführt werden sollen. Schwerpunkte sind unter anderem die Sanierung von Bürgersteigen und Straßen, des Schulzentrums mit den Sporthallen sowie der Dorfgemeinschaftshäuser. In Sachen Sanierung des Bahnhofes Emmerthal wünscht sich der Ortsrat in diesem Jahr endlich konkrete Schritte. „Das gilt insbesondere für den behindertengerechten Zugang in Fahrtrichtung Hameln/Hannover“, so Welzhofer. Und letztlich bestätige auch die aktuelle Diskussion zum Thema Hochwasserschutz die langjährigen Forderungen und Maßnahmen des Emmerthaler Ortsrates. „Wir wollen in den Ortslagen von Kirchohsen und Emmern die Hochwasserschutzmaßnahmen an unserer schönen Emmer weiterführen und auch die Nutzung für unsere Bürgerschaft nachhaltig verbessern. Auch den Hochwasserschutz der Weser im Kernbereich von Emmerthal müssen wir in Angriff nehmen“, unterstreicht der Ortsbürgermeister.

H. Brinkmann Foto: pr
  • H. Brinkmann Foto: pr
L. Hahlbrock Foto: Archiv/Pr
  • L. Hahlbrock Foto: Archiv/Pr
R. Keller Foto: Archiv/Wal
  • R. Keller Foto: Archiv/Wal
R. Welzhofer Foto: pr
  • R. Welzhofer Foto: pr
H. Brinkmann Foto: pr
L. Hahlbrock Foto: Archiv/Pr
R. Keller Foto: Archiv/Wal
R. Welzhofer Foto: pr

Helmut Brinkmann, Ortsbürgermeister der Ortschaft Amelgatzen, hatte gleich zu Jahresbeginn ein gewaltiges Problem: Aufgrund der Vollsperrung der Landesstraße (L 431) im Zuge der Bahnbrückenbaustelle in Amelgatzen waren die ausgeschilderten Umleitungsstrecken von vielen Verkehrsteilnehmern ignoriert worden. Stattdessen hatten sie sich enge Schleichwege durch Wohnsiedlungen gesucht, die so zu stark frequentierten Ausweichstrecken wurden (wir berichteten). „Die Belastung für die Anwohner war kaum noch erträglich. Hier musste dringend und schnellstmöglich Abhilfe geschaffen werden“, so Brinkmann. Inzwischen sind die Schleichwege nur noch für Anlieger befahrbar. Jetzt sind allerdings viele Pendler und auch Einwohner empört, die nun Umwege fahren müssen. Mit Online-Petitionen fordern sie freie Fahrt und eine Öffnung der Schleichwege.

Mit der Renaturierung der Emmerinsel in Amelgatzen zwischen dem Alt-Arm und dem jetzigen Hauptverlauf der Emmer steht ein großes Projekt in den kommenden Monaten in den Startlöchern. „Die Insel mit einer Größe von 7000 Quadratmeter soll um 50 bis 70 Zentimeter abgesenkt werden. Es wird das Ziel verfolgt, dass die Emmerinsel bei Hochwasser überspült wird und sich quasi eine Art Feuchtwiese bildet. Der Hauptabfluss des Wassers soll künftig wieder über den Alt-Arm erfolgen“, erläutert der Ortsbürgermeister und hofft, dass durch diese Maßnahme der Ort zukünftig noch besser vor Hochwasser geschützt ist.

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