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Trotz früherer Erfolge: Die meisten Ortschaften setzen dieses Jahr andere Schwerpunkte

Verhaltenes Interesse am Dorf-Wettbewerb

Emmerthal. Nachdem das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz den 25. Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ausgeschrieben hat, möchte sich auch der Landkreis Hameln-Pyrmont in diesem Jahr wieder daran beteiligen. Alle Ortsbürgermeister sind angeschrieben worden, damit sie mit den Einwohnern der Dörfer überlegen, ob sie sich am Wettbewerb beteiligen. Angeregt hatte dies Börrys Ortsbürgermeister Rolf Keller (CDU), der seit vielen Jahren im Kreishaus in mehreren Fachausschüssen vertreten ist. „Im vergangenen November habe ich meinen Vorschlag im Kreisumweltausschuss vorgetragen und er wurde auch spontan umgesetzt“, sagt der Christdemokrat, der bereits sehr gute Erfahrungen mit dem Dorfwettbewerb auf den unterschiedlichsten Ebenen gemacht hat.

veröffentlicht am 27.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 22:41 Uhr

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Autor:

VON GÜNTHER MUHR
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„Im Sommer 2002 haben wir mit unserem Ilsetaldorf Frenke den ersten Platz auf Kreisebene belegt und sind dann unglücklich im darauf folgenden Jahr 2003 auf Bezirksebene ausgeschieden“, erinnert sich der 54-Jährige. Zwei Jahre später ging der Ortsbürgermeister mit Hajen ins Rennen und holte spontan wieder den Titel auf Kreisebene ins Weserdorf. Auf Bezirksebene 2006 kam Hajen dann allerdings auch nicht unter die ersten Zwei und schied aus. Für Keller und die am Wettbewerb beteiligten Vereine, Institutionen und Einwohner aber kein Problem. „Wir haben unsere Preisgelder immer in sinnvolle und innovative Maßnahmen zur Verschönerung unserer Ortsteile gesteckt“, sagt Keller, der immer noch stolz auf alle seine beteiligten Mitbürger ist. Aller guten Dinge sind Drei, dachte sich der Ortsbürgermeister und trat 2011 mit Börry noch einmal auf Kreisebene an. Zwar reichte es diesmal nicht für den ersten Platz, da man ganz knapp am Hessisch Oldendorfer Weserdorf Fuhlen scheiterte. Dennoch konnte sich das Ilsetal-Dorf sogar über die Bezirksebene und Regionalebene bis zur Landesebene in 2012 qualifizieren.

Beim diesjährigen Landkreis-Wettbewerb hält sich Keller erst einmal zurück. „Ich werde das Thema am 26. Februar bei unserer nächsten Ortsratssitzung in Hajen auf die Tagesordnung bringen“, berichtet er. Für ihn und sein Ortsratsgremium hat das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen zunächst einmal allerhöchste Priorität. Keller: „Wir werden unsere Ergebnisse und Erkenntnisse der früheren Wettbewerbe aus Frenke, Hajen und Börry auswerten und im Frühjahr einen Antrag zur Aufnahme in das Dorferneuerungsprogramm beim Land Niedersachsen stellen. Eine Bewertung erfolgt für alle sieben Ilsetal- und Weserdörfer – und wir könnten dann nachhaltig davon mit der Ortschaft Börry profitieren.“

Auch in der Ortschaft Grohnde, zu der Grohnde und Lüntorf gehören, setzt man sich andere Schwerpunkte. „Für alle unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger steht zunächst die Gründung eines Dorfladens in unserer ehemaligen Grohnder Grundschule an allerhöchster Stelle“, berichtet Ortsbürgermeisterin Rita Bode (SPD) auf Anfrage. „Dieses Projekt hat für uns alle hier zunächst einmal die wirklich allerhöchste Priorität. Man kann unsere Bürgerschaft nicht mit neuen Projekten und Ideen belasten, wenn andere Dinge, die gerade für unsere älteren Mitbürger lebenswichtig sind, wegen eines Dorfwettbewerbs in den Hintergrund rücken sollten“, sagt die Sozialdemokratin. Dennoch möchte Rita Bode dieses Thema bei einer nächsten Zusammenkunft der Ortsratsmitglieder ansprechen. Für sie ist es wichtig, dass nicht nur einige Ortsratsmitglieder, sondern die gesamte Bürgerschaft eine mögliche Teilnahme am Wettbewerb zusagt.

Börry überzeugte beim vergangenen Wettbewerb, qualifizierte sich sogar bis zur Landesebene – hier beim Besuch der Jury. gm

Klaus Hinke, seit 2001 SPD-Ortsbürgermeister von Amelgatzen, hatte bereits 2002 erste Erfahrungen mit dem Dorfwettbewerb auf Landkreisebene gemacht. „Mit unseren Ortsteilen Amelgatzen und Hämelschenburg haben wir auf Landkreisebene einen dritten Platz belegt, der reichte aber nicht zum Weiterkommen auf die Bezirksebene aus“, sagt Hinke, für den eine Teilnahme in diesem Jahr allerdings auch nicht in Frage kommt. „Ich werde es noch einmal im Ortsratgremium ansprechen, aber ich gehe davon aus, dass wir uns nicht beteiligen werden.“

Rudolf Welzhofer, Ortsbürgermeister von Emmerthal, möchte das Anschreiben des Landkreises ebenfalls im Februar im Ortsrat vorstellen, sieht aber kaum Chancen, dass einer seiner Ortsteile sich aktuell dieser Herausforderung stellen möchte. Welzhofer sieht die Sache realistisch. „Wir haben fünf Ortsteile, mit Kirchohsen und Emmern sogar die beiden größten im gesamten Gemeindegebiet“, rechnet er vor. „So eine Anfrage des Landkreises kann man nicht von Dezember bis Anfang März umsetzen“, meint er. Man müsse erst einmal engagierte Leute finden, die sich solch einer Herausforderung widmen und auch mit ganzem Herzen persönlich dahinter stehen. Welzhofer: „Wir können das vorschlagen, können federführend mitarbeiten, aber umsetzen muss es das jeweilige Dorf, der jeweilige Ortsteil.“



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