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Dieter Wortmann erweitert kontinuierlich Sammlung im Feuerwehrmuseum in Kirchohsen

Unter 700 Exponaten sind viele Zufallsfunde

Kirchohsen (sbr). Nur wo Feuerwehrmuseum Hameln-Pyrmont draufsteht, ist auch Feuerwehrgeschichte drin: Seit zwei Jahren ist das Feuerwehrmuseum des Kreisfeuerwehrverbandes Hameln-Pyrmont auf dem Gelände der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Kirchohsen nun offiziell eröffnet. Weit über 400 Besucher haben allein in diesem Jahr bereits den Weg in die von Dieter Wortmann ehrenamtlich zusammengestellte und betreute Ausstellung gefunden.

veröffentlicht am 10.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 08:21 Uhr

Schutzbekleidung ganz anderer Art ist für Dieter Wortmann bei der Durchsicht der alten Feuer- und Brandordnungen notwendig.
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Auf einer Fläche von 150 Quadratmetern zeigt das Museum eine umfangreiche Sammlung zur bewegten Geschichte des Feuerlöschwesens. Zwar kann man in der Ausstellung Exponate aus ganz Deutschland und sogar aus Amerika bestaunen, das besondere Augenmerk möchte Dieter Wortmann mit seiner Sammlung aber auf die heimische Feuerwehrgeschichte lenken. Bei einem Rundgang durch die Museumsräume lässt sich die Entwicklung des Feuerlöschwesens vom Ledereimer aus dem Jahr 1773 bis hin zu modernster Technik an originalen Exponaten nachempfinden. Im Zentrum der Ausstellung stehen imposante und technisch interessante Feuerlöschgeräte: von der historischen Handdruckspritze bis hin zum modernen Feuerwehrfahrzeug – das allerdings nur in einer Vitrine im Modellmaßstab 1:87. Die beiden ältesten und gleichzeitig jüngsten Exponate des Feuerwehrmuseums, die Feuer- und Brandordnungen der Städte Blankenburg (Harz) und Braunschweig, stammen aus dem 17. Jahrhundert und kamen erst vor wenigen Tagen nach Kirchohsen. „Frauen und anderes Gesinde – so zur Arbeit untüchtig – sollen zuhause bleiben“, liest Dieter Wortmann aus den beiden aus den Jahren 1652 und 1677 stammenden Schriftstücken vor. „Von Frauen in der Feuerwehr haben die Verfasser offensichtlich nicht viel gehalten“, entnimmt er den Aufzeichnungen, die einem echten Zufallsfund aus dem Internet entstammen. Rolf-Dieter Röttger, Regierungsbrandmeister aus Fürstenberg, bekam die beiden Hefte als Beigabe, als er ein altes Buch über Porzellan ersteigerte, und gab sie an das Feuerwehrmuseum weiter. Feuerschutzbekleidung kannte der 74-Jährige aus seiner aktiven Dienstzeit bereits, doch weiße Handschuhe waren auch für den ehemaligen Kreisbrandmeister eine neue Arbeitskleidung. Professionellen Rat erhält er von Dr. Gesa Snell, der Leiterin des Hamelner Museums. Angesichts des Alters und des Zustandes der beiden jüngsten Exponate sei besondere Vorsicht geboten, so die Expertin.

Zurzeit ist Wortmann damit beschäftigt, die Feuermeldeanlage der Stadt Hameln aus dem Jahr 1926 zu rekonstruieren und im Modell funktionstüchtig darzustellen. Die Anlage mit den auffälligen roten Isolatoren wird sicher ein besonderer Blickfang innerhalb der kleinen Ausstellung werden. „Leider gab es die Originalisolatoren nicht mehr, und so musste ich auf weiße von den Stadtwerken zurückgreifen und diese rot lackieren“, erklärt er sein Improvisationstalent. Was ihm in der Ausstellung noch fehlt, sind Pickelhauben aus der Region. „Viele Feuerwehren benutzen für ihre historischen Helme zwar diese Bezeichnung, aber meist fehlt den alten Ausrüstungsgegenständen bei näherer Betrachtung dann doch die berühmte Spitze“, so die Erfahrung des Feuerwehr-Historikers aus Leidenschaft. Nach einem Zeitungsbericht über die Dehmker Feuerwehr-Pickelhauben musste Dieter Wortmann auch hier feststellen, dass die Helme zwar sehr gut erhalten, aber ohne „Pickel“ waren. Trotzdem freut er sich, dass er einen Helm des antiken Dehmker Trios seit ein paar Wochen im Feuerwehrmuseum der Öffentlichkeit präsentieren kann.

Wer sich für die über 700 Exponate umfassende Sammlung von Dieter Wortmann interessiert, kann sich bei ihm (Tel. 05151/980002) oder per Email (museum@kfv-hameln-pyrmont.de) melden.

„Leider gab es die Originalisolatoren nicht mehr und so musste ich auf weiße von den Stadtwerken zurückgreifen und diese rot lackieren“, erklärt Dieter Wortmann zur Rekonstruktion der Feuermeldeanlage der Stadt Hameln aus dem Jahr 1926. Fotos: sbr


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