weather-image
25°

Wasserkraftwerke an Humme und Emmer / Anlage der Familie Gutsche seit über 50 Jahren in Betrieb

Umweltfreundlicher Strom hat hier Tradition

Aerzen/Emmerthal (gm). Ob Weser, Emmer oder Humme – die Gewässer prägen die Region. Vom Leben am Wasser erzählen in unregelmäßigen Abständen die Beiträge einer Serie, die Emmerthaler und Aerzener mit ihrem Bezug zu den Flüssen und Bachläufen vorstellen. Heute: Einwohner, die mithilfe der Wasserkraft Strom erzeugen.

veröffentlicht am 17.08.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 07:41 Uhr

270_008_4713787_lkae101_1708.jpg
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Im Bereich von Aerzen am Hummebachlauf gibt es noch vier aktive Kleinanlagen, durch die Privatpersonen mittels Hilfe von Wasserkraft Strom erzeugen. In Groß Berkel betreibt die Familie Redeker seit 1873 ihr eigenes kleines Wasserkraftwerk. Ob damals bereits Strom erzeugt wurde, weiß der heutige Eigentümer Friedel-Curt Redeker nicht mehr. „Aber seit 1907, zu jener Zeit war es noch Gleichstrom, wird hier nachweislich mit Wasserkraft Strom erzeugt“, erzählt Redeker. Der Landwirt, der die Anlage 1990 von seinem Vater übernommen hat, produziert jährlich etwa 80- bis 100 000 Kilowattstunden Strom. „Das reicht für uns allemal, und darüber hinaus können wir noch jährlich zirka 60- bis 70 000 Kilowatt ins öffentliche Netz einspeisen“, rechnet der Landwirt vor, dessen unter Denkmalschutz stehende Wassermühle 2005 aufwendig saniert wurde. Der produzierte Strom entspreche dem Bedarf von rund 25 Haushalten. „Unsere Anlage ist voll automatisiert und untersteht einer jährlichen Wartung samt dem dazugehörenden TÜV-Gutachten“, verdeutlicht Redeker, der sein „Hausstromwasserwerk“ samt Stauwehr mindestens zweimal täglich in Augenschein nimmt. „Ich habe keine große Arbeit damit, Vertrauen in die Technik ist gut, aber Kontrollen sind besser“, schmunzelt Redeker. „Und wenn mal Störungen durch Überflutungen auftreten, werde ich zur Rechenschaft gezogen“, informiert der Landwirt.

Noch höher ist die Energieausbeute am Stauwehr von Bruno Gutsche in Emmerthal. Der Unruheständler, der sich dabei die Arbeit mit Sohn Jörg teilt, produziert durchschnittlich im Jahr 200- bis 220 000 Kilowattstunden Strom. Im Emmerthaler Verlauf der Emmer betreiben drei Privatpersonen ein Wasserkraftwerk. Neben einer vollautomatisierten Anlage, ähnlich wie bei Redeker in Groß Berkel, betreiben Vater und Sohn Gutsche noch eine manuell angetriebene Turbine. Jörg Gutsche: „Während die automatische Turbine das ganze Jahr über an 24 Stunden im Einsatz ist, wird die manuelle Kraftmaschine je nach Wassermenge und Fließgeschwindigkeit dazugeschaltet.“ „Während der Sommermonate, in der Regel von Mai bis September, lassen wir sie ruhen“, verdeutlicht der selbstständige Versicherungskaufmann Jörg Gutsche. „In den Monaten mit ergiebigen Niederschlägen, aber auch dann, wenn der Emmerstausee Wasser ablässt, ist hier richtig Dampf unter den Mühlen“, lacht Vater Bruno Gutsche. Aber viel Gewinn kommt dabei nicht heraus, für eine Kilowattstunde Strom, die Gutsche senior und junior ins öffentliche Netz einspeisen, gibt es mal gerade 7,6 Cent. Auf der romantischen Kirchohsener Wassermühleninsel wird seit Anfang der 60er Jahre Strom produziert und ins öffentliche Netz eingespeist. Im Vergleich zu der Anlage in Groß Berkel ist bei den Gutsches in Kirchohsen mitunter richtiger Arbeitsaufwand nötig. „Durchschnittlich investieren wir beide, Vater ist ja noch immer recht aktiv, etwa 400 Stunden im Jahr für Wartungs- und Pflegearbeiten an unseren beiden Anlagen“, erklärt Jörg Gutsche. Und das machen beide auch gerne, denn neben der Liebe zur Emmer und zur ökologischen Stromerzeugung gehört auch die über 50-jährige Tradition der Wassermühlen-Stromproduktion auf der fast eigenen 1,3 Hektar großen Emmerinsel dazu. Und für den Erhalt der Tradition ist gesorgt. Jörg und Susanne Gutsche haben drei Jungs, die sich nichts Schöneres vorstellen können, als auf einer eigenen kleinen Insel zu leben.

Die Wasserrechen an der Emmer kontrolliert Jörg Gutsche täglich nach eventuell angeschwemmtem Treibgut. Sohn Lorenz schaut dem Papa gerne dabei zu.

Foto: gm



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?