weather-image
13°

Biomasse-Heizwerk: Immer mehr Haushalte kommen ans Netz

Umweltfreundliche Wärme sehr gefragt

Emmerthal. Im Dezember 2011 versorgte die Naturwärme Emmerthal GmbH & Co. KG den ersten privaten Haushalt in

veröffentlicht am 28.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 04:41 Uhr

270_008_6690126_lkae106_2610.jpg

Autor:

VON GÜNTHER MUHR
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Kirchohsen mit Wärme aus ihrem Biomasse-Heizwerk. „Seit Februar 2012 sind wir alleiniger Versorger des Upmeier Seniorenheimes Haus Lydia an der Kirchohsener Hauptstraße“, berichtet der Geschäftsführer der Naturwärme Emmerthal GmbH & Co. KG, Justus Strüver. Und seitdem gewinnt die regionale Gesellschaft, der sechs Kommanditisten und die Muttergesellschaft angehören, ständig neue Interessenten. „Die Nachfrage nach alternativer Energie, fernab von Öl und Gas, ist bislang riesengroß“, belegt Justus Strüver aufgrund der bisherigen Nachfragen. „Auch das Haus Martha der Upmeier Seniorenheime an der Kirchohsener Sültstraße bezieht ausschließlich seine Energie von uns“, informiert der 63-jährige Geschäftsführer aus Börry. Auch mehrere private Haushalte und die Kirchohsener Grundschule werden aktuell mit der Fernwärme versorgt, die in der Heizzentrale am

Kirchohsener „Herrenanger“ aus Holzhackschnitzeln gewonnen wird.

„Ausgehend vom Herrenanger, an dem die bunkerähnliche Heizzentrale steht, bis aktuell zur Emmerthaler Polizeistation an der Berliner Straße wurden bereits die ersten 1400 Meter Fernwärmerohre nach DN 150 verlegt“, informiert Thomas Oesterreich vom INEG Planungsbüro aus Bad Iburg bei Osnabrück, der bereits vom ersten Tage an die Maßnahme begleitet. Der 33-jährige Dipl.-Ingenieur ist mindestens einmal in der Woche in Emmerthal vor Ort und bespricht regelmäßig mit den beteiligten Gewerken und der Naturwärme Emmerthal GmbH & Co. KG die jeweiligen Bauabschnitte.

„Ein Glücksgriff für uns“, urteilt Justus Strüver, „denn der Mann von der Ingenieur Netzwerk Energie eG hat planerische Voraussicht und engagiert sich regelmäßig vor Ort.“ Die beteiligten Firmen sind übrigens im regionalen Raum ansässig. „Das haben wir alles bei den Ausschreibungen berücksichtigt“, sagt Thomas Oesterreich, der bislang mit den Tiefbauarbeiten sehr zufrieden ist. „Natürlich gab es auch seither bei der Leitungsverlegung einige Rückschläge und Herausforderungen für uns“, bilanziert der Dipl.-Ingenieur. Aber genauso wie Strüver betonte Oesterreich die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde Emmerthal und dem Landkreis Hameln-Pyrmont.

Ausgehend von der Polizeistation müssen noch circa 300 bis 400 Meter Fernwärmerohre verlegt werden, dann sind die nächsten 80 bis 90 Wohneinheiten an der Berliner Straße am Netz. „Diese alternative Energie hat einen deutlich geringeren CO2-Ausstoß als die konventionelle Wärmegewinnung mit Gas oder Heizöl“, informierte Thomas Oesterreich. Die Heizzentrale der Naturwärme Emmerthal GmbH & Co. KG hat eine Leistung von aktuell 500 Kilowatt, ist aber jederzeit ausbaufähig und soll demnächst um eine zweite Anlage am gleichen Standort erweitert werden.

„Die Nachfrage, primär von Großabnehmern, ist aktuell sehr hoch“, berichtet Geschäftsführer Justus Strüver. „Das Holz unserer Holzhackschnitzel ist ein reines Naturabfallprodukt und wird nicht von uns gefällten Bäumen verarbeitet“, erklärt er. „Die Rohstoffe zur Energiegewinnung stammen ausschließlich zu 90 Prozent aus Resthölzern mit minderwertiger Qualität aus unserer heimischen Region.“ Die Holzhackschnitzel, die vor Ort in der jeweiligen Waldregion durch einen mobilen Häcksler geschreddert werden, sind deutlich größer als grober Rindenmulch, geruchsfrei und werden noch am Tag des Abtransportes in der Kirchohsener Heizzentrale zu umweltfreundlicher Energie verarbeitet.

Dipl.-Ingenieur Thomas Oesterreich (Mitte) informiert sich einmal wöchentlich über die Bauabschnitte im Emmerthaler Kernbereich, wo Fernwärmerohre verlegt werden (li). Das Kernstück der Anlage bildet das Heizwerk (unten) am Herrenanger, wo Geschäftsführer Justus Strüver mit Oesterreich im Gespräch ist. gm



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt