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Werbeagentur macht Aufnahmen zu neuem Unkrautvernichtungsmittel / Ab Mitte April im Fernsehen

TV-Spot setzt Neudorff-Produkt in Szene

Aerzen (ll). „Cut! Das Ganze bitte noch einmal.“ Regisseur Andreas Wenz ist noch nicht zufrieden. Die Bewegungen seines Darstellers wirken nicht energisch genug, seine Mimik soll blankes Entsetzen ausdrücken. Laut Drehbuch bleiben Wenz genau 20 Sekunden, um die Schlüsselbotschaft des Fernsehspots klar und eindeutig herüberzubringen – auf den Punkt genau muss die Szene deshalb sitzen. Einige Versuche später, während Wenz die filmischen Ergebnisse unentwegt auf dem Live-Monitor kontrolliert, ist die Szene im Kasten. „Das passt jetzt. Danke“, sagt der Regisseur.

veröffentlicht am 07.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 07:21 Uhr

Die Marketingfachleute von Neudorff schauen sich die Aufnahmen a
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Drehort für den 20-sekündigen Werbefilm ist die Versuchsgärtnerei des Pflanzenschutzmittelherstellers Neudorff in Aerzen. Produktreif ist ein neues Mittel gegen Unkraut, das bis in die Wurzeln wirkt. Als Basis für das Unkrautvernichtungsmittel dient laut Lausmann Pelargon-Säure, ein Wachstumsregulator und Wirkstoff natürlichen Ursprungs, der aus einer speziellen Geranienart gewonnen wird. Der TV-Spot soll laut Marketingleiter Rainer Lausmann die Chancen auf einem riesengroßen Markt mit hohem Potenzial verbessern.

Sprießendes Unkraut bei himmelblauer Kulisse

Nicht zuletzt deshalb haben sich die Marketingfachleute des Emmerthaler Unternehmens für den Film als klassisches Werbeinstrument entschieden. Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, bei ARD und ZDF, wird der Werbespot ab Mitte April laufen. Im Vorabendprogramm und zur Prime-Time vor der „Tagesschau“. Dazu produzieren die Werbefilmer eine 20-sekündigen Film sowie einen kleineren Ausschnitt von etwa sieben Sekunden, die dann beide bis Anfang Juni zu sehen sein werden.

Vorausgegangen war dem Werbespot eine umfassende Erhebung zum Kundenverhalten per Telefoninterview. „70 Prozent der Gartenbesitzer verwenden gar kein Unkrautmittel“, berichtet Lausmann über die repräsentative Befragung. „Wiederum 70 Prozent davon verzichten auf die Verwendung wegen möglicher Umweltschäden.“ Hier habe das Unternehmen „viel Luft nach oben“, um auf die Vorzüge des organisch-natürlichen Produkts aufmerksam zu machen, ist sich Lausmann sicher. Und tendenziell gebe es laut Marketingchef bei den Öffentlich-Rechtlichen eine große Zielgruppe als Empfänger der Werbebotschaft. Private Fernsehsender seien mit den ständigen Spots über den ganzen Tag verteilt nicht so interessant für das Unternehmen, wie Lausmann sagt. Die Zielgruppe befinde sich bei den Zuschauern von ARD und ZDF. Vor allem baue man auf die Generation 35 plus als potenzielle Käufer des Produkts. „Hier wird auch großer Wert auf Unbedenklichkeit gelegt“, so Lausmann.

Vor dem Dreh geht es nochmal in die Maske.
  • Vor dem Dreh geht es nochmal in die Maske.
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Auch das haben vorangegangene Marktstudien zum Vorschein gebracht. Höchst aufwendig seien die Analysen, die zeigen, welche Leute wann vorm Fernseher sitzen. Dem Unternehmen nütze es schließlich überhaupt nicht, wenn nur Jugendliche ohne Garten die Werbefilme sähen. An Andreas Wenz und seinem Frankfurter Filmteam liegt es nun, Attribute wie langfristig, unbedenklich und natürlich zielgruppengerecht in Szene zu setzen.

Die letzte Szene im Kasten, ziehen sich für Wenz schon weitere szenische Wolken auf. Diesmal am Himmel über Aerzen. Dabei ist für Detailaufnahmen von sprießendem Unkraut doch gerade eine himmelblaue Kulisse erforderlich. Ärgerlich. Genau aus diesem Grund habe man sich bei den Arbeiten zu den letzten TV-Spots für Südafrika als Drehort entschieden, wie Rainer Lausmann erzählt. Die Wetterlage am Kap der guten Hoffnung sei äußerst stabil, weshalb sich auch viele andere Unternehmen für Werbeaufnahmen in Südafrika entscheiden würden.

Aber die Macher des neuen Spots müssen nun mit den widrigen Aerzener Verhältnissen leben. Im Vorfeld habe noch gar nicht genau abgesehen werden können, ob der Dreh angesichts der grauen Wolken über der Versuchsgärtnerei überhaupt stattfindet. Die kurze Zeit, in der die Sonne nun aus den Wolken lugt, wird ausgenutzt. Der Authentizität des Spots wird es derweil keinen Abbruch tun.

Statt südafrikanischem Original-Blau wird sich am heutigen Tag zudem technischer Hilfsmittel bemüht. „Umbau. Wir machen mit der Blue-Box weiter“, entscheidet Wenz. Der gut 20-köpfige Tross aus Kameraleuten, Beleuchtern und Visagisten setzt sich in Bewegung – in Richtung Gewächshäuser, wo die nächste Kulisse bereits aufgebaut ist.



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