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Bedarfsplan: Gemeindebrandmeister zeigt sich zuversichtlich / Als erste Herausforderung gilt Amelgatzen

Tragen Wehren das Gutachten mit?

EMMERTHAL. Der jüngst hinter verschlossenen Türen den Ratspolitikern vorgestellte Entwurf des Feuerwehrbedarfsplanes der Gemeinde Emmerthal könnte Konsens bei den 17 Ortswehren finden. „Das ist meine Überzeugung“, sagte Gemeindebrandmeister Karl-Heinz Brockmann auf Nachfrage.

veröffentlicht am 09.10.2017 um 20:18 Uhr

Emmerthaler Feuerwehrkräfte im Einsatz. Foto: Archiv/fn
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Zuvor hatte das zuständige Kölner Planungsbüro als Gutachter den Spitzen der Ortsfeuerwehren und des Gemeindekommandos sowie dem Kreisbrandmeister Rede und Antwort zu dem Papier mit 105 Seiten gestanden. Für sich persönlich bekannte Brockmann nach Vorlage des Bedarfsplanes, der für die nächsten Jahre der Gemeinde als roter Faden beim Brandschutz dienen soll: „Ich bin froh, dass es so weit ist.“

Er erinnerte daran, dass zuvor alle Feuerwehren damit einverstanden gewesen seien, dass das Gutachten erstellt werde. Jetzt hoffe er, dass der nun vorliegende Plan in großer Übereinstimmung mitgetragen werde. Die Gemeindeverwaltung selbst hatte für größtmögliche Transparenz beitragen wollen und bereits vor dem Treffen der Brandschützer das Papier über die eigene Internetseite öffentlich gemacht.

Es ist dann doch etwas anderes, wenn das in einem Gutachten so deutlich herausgestellt wird.

Karl-Heinz Brockmann, Gemeindebrandmeister

Kommunen sind gesetzlich dazu verpflichtet, eine den örtlichen Verhältnissen entsprechend leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen, auszurüsten, zu unterhalten und einzusetzen. Die Gutachter untersuchten dabei beispielsweise, für welche Szenarien von technischer Hilfeleistung über Unfall bis zum Großbrand Einsatzkräfte in bestimmten zeitlichen Fristen eintreffen könnten, zeigten gleichzeitig auf, welche personelle, bauliche und technische Voraussetzungen dafür gegeben sein müssten.

Brockmann weiß, dass einigen Wehren die eigenen Probleme, beispielsweise bei der notwendigen Personalstärke, durchaus seit langem bewusst gewesen seien, die Spitzen dann bei Versammlungen durchaus vereinzelt Defizite zur Sprache gebracht hätten. „Aber es ist dann doch etwas anderes, wenn das in einem Gutachten so deutlich herausgestellt wird“, meint der Gemeindebrandmeister. Bei dem internen Treffen hätte das Planungsbüro aber Rede und Antwort gestanden, manches noch besser verdeutlichen können, sagt er. „Es bestand Klärungsbedarf zum besseren Verständnis.“ Auch würden in einigen Fällen vereinzelt fehlerhafte Daten verbessert.

Wie berichtet, sehen die Gutachter die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr der Gemeinde „grundsätzlich gegeben“, doch bestehe teilweise Verbesserungspotenzial, heißt es. Dennoch machen sie beispielsweise deutlich, dass nur 3 von 17 Ortsfeuerwehren über die geforderte Mindeststärke an aktiven Kräften verfügten, der Altersdurchschnitt von acht Wehren zu hoch sei und Fortbildungsdefizite bestünden. Für einige Dörfer wird empfohlen, Wehren – nur acht gelten als „unbedingt notwendig“ – zusammenzulegen. Das stehe aber aktuell nicht zur Debatte, sagt Brockmann. Bekanntlich hatte auch Bürgermeister Andreas Grossmann bei der ersten Präsentation verdeutlicht, dass die Verabschiedung des Bedarfsplanes voraussichtlich im Dezember nicht bedeute, dass dieser entsprechend umgesetzt werde. Konkret werden könnte das Gutachten aber schon schnell in einem akuten Fall, wie der Gemeindebrandmeister ankündigte – wenn es um ein Fahrzeug für die Stützpunktwehr Amelgatzen gehe. „Da besteht Handlungsbedarf“, sagt Brockmann. Sein Vorschlag habe Zustimmung gefunden, einen Arbeitskreis mit den Spitzen des Gemeindekommandos, der Feuerwehren und der Verwaltung zu bilden. Amelgatzen benötigt ein neues Tanklöschfahrzeug. Allerdings: Es ist zu breit für das Tor des Gerätehauses, an dem die Gutachter ohnehin einige nicht akzeptable Defizite festgestellt haben. Bauliche Mängel müssten behoben werden. Es sei wahrscheinlich, dass die Situation auch mit Blick auf die benachbarten Wehren Welsede und Hämelschenburg in den Blick genommen werde, vermutet Brockmann.

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