weather-image
16°

Museum in Börry: Potenzial in der Region weitgehend ausgeschöpft – nun setzen Politiker auf neues Konzept

„Touristisches Aushängeschild für die Zukunft sichern“

EMMERTHAL. Wagt die Gemeinde nun doch den großen Wurf, damit das Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry wieder mehr Resonanz bekommt? Selten erlebte die Politik zuletzt so viel Übereinstimmung, um der Attraktion für Einheimische und Touristen zur verdienten Aufmerksamkeit zu verhelfen.

veröffentlicht am 15.08.2017 um 16:14 Uhr
aktualisiert am 15.08.2017 um 17:25 Uhr

Seit 1990 lockt das Museum mit seinen Gebäuden, darunter die Kirche, nach Börry. Foto: wfx
Christian Branahl

Autor

Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Ging es zunächst um den Wunsch des Ortsrates, den Konferenzraum des Museums zu sanieren, soll nun nach parteiübergreifendem Ziel der Gemeindepolitik mit Fördergeldern versucht werden, ein Gesamtkonzept entwickeln zu lassen. Rolf Keller, Ortsbürgermeister, Ratsherr und Vorsitzender des Museums-Fördervereins, zeigt sich zufrieden. „Das freut mich“, sagte der Christdemokrat, dass der weitergehende Antrag von SPD und Grünen kam, dabei weit über die Erwartungen des Ortsrates hinausging. Obwohl Keller ahnt: Angesichts der Kosten für das Museum als einer freiwilligen Aufgabe der Gemeinde sieht er „eine doppelte Hürde“.

Einen Versuch ist es wert, wie es im zuständigen Ausschuss des Rates mit der Hoffnung auf EU-Gelder des Leader-Programms heißt. Zwar spricht die Gruppe aus SPD und Grünen von Revitalisierung des Museums, aber Oliver Gockel stellt klar: „Es ist vital.“ Eher gehe es darum, bauliche Mängel zu beseitigen und das Marketing zu verbessern. „Wir sehen die Chance, das touristische Aushängeschild für die Zukunft zu sichern“, sagt der SPD-Politiker.

Im Jahr 1990 offiziell eröffnet, war das Museum mit fünf Gebäuden und zahlreichen funktionsfähigen Exponaten aus der Geschichte der heimischen Landwirtschaft über lange Zeit ein überregionaler Besuchermagnet. Gut 10 000 Gäste zählten die Verantwortlichen pro Saison zwischen April und Oktober in guten Jahren. Allerdings: Das Potenzial in der näheren Umgebung gilt als ausgeschöpft. Trotzdem waren es laut Bilanz im Vorjahr immer noch 4100 Besucher an den Wochenenden.

Besonders Veranstaltungen als Schwerpunkt des Fördervereins seien es, Gäste nach Börry zu locken. Der Versuch, im Sommer die Öffnungszeiten zu erweitern, habe hingegen keine „Zuschauerströme“ bewirkt, meinte Keller. Attraktiv sei das Areal weiterhin, da Museum und Gebäude immer wieder kontinuierlich saniert und erweitert worden seien. Keller: Wenn es nun darum gehe, „in Gemeinsamkeit ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, dann bin ich dafür.“

SPD und Grüne sprechen sich aus für ein modernes museumspädagogisches Konzept, das sich dem veränderten Nutzerverhalten anpasst, und ein zeitgemäßes Marketing. Große Veranstaltungen im Museum wie Handwerkermarkt, Erntefest oder Rasenmäher-Rennen zeigten, dass Besucher in erster Linie unterhalten werden wollten. Zwar finanziere die Gemeinde das Museum mit 40 000 Euro jährlich, doch viel Arbeit leiste der Förderverein. Im Antrag heißt es: „Wir wissen es zu schätzen, wie viel Arbeit durch dieses Ehrenamt geleistet wird.“

Information

NDR wirbt für Erntefest – live

Der Förderverein des Börryer Museums lässt keine Gelegenheit aus, um für seine Einrichtung zu werben. Nun ist es ihm gelungen, das NDR-Fernsehen für eine einstündige Livesendung zu gewinnen, wie Vorsitzender Rolf Keller berichtet, dass „wir eine ganz besondere Werbung eingefädelt“ haben. Der NDR mit der Sendung „Mein Nachmittag“ sendet am Montag, 18. September, live aus Börry. Vor Ort: Moderator Sven Tietzer. Laut Keller kommt der NDR mit fünf Übertragungswagen und etwa 20 Mitarbeitern, um quasi vorab das traditionelle Erntefest für die Kameras zu erleben. Handwerker, Schule und Blasorchester sind mit dabei. „Da wird an dem Montag das gezeigt, was dann an dem folgenden Sonntag wiederholt wird“, berichtet Keller. Der Verein organisiert nicht nur die Veranstaltungen, sondern steht auch für das Marketing – seit Jahren ohne öffentlichen Gelder aus eigener Kasse. Er wirbt auf Messen oder Veranstaltungen wie beim Felgenfest oder Hubertusfest in Springe. cb



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige

    Immobilien in Hameln: auf immo.dewezet.de finden Sie tagesaktuelle Angebote zur Miete und zum Kaufen

    Immobilien mieten

    Immobilien kaufen

    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?