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Auch Aerzen profitiert als Teil des westlichen Weserberglandes

„Tourismus schafft Mehrwert“

AERZEN. Gefühlt ist es eigentlich ein Widerspruch in sich: Um als Tourismusregion punkten zu können, muss nicht nur die Landschaft etwas für die Urlauber zu bieten haben, auch ein Autobahnanschluss sollte vorhanden sein, sagt Matthias Gräbner, Geschäftsführer des Touristikzentrums Westliches Weserbergland.

veröffentlicht am 23.02.2018 um 16:44 Uhr

Das jüngste Projekt: Die neue Beschilderung der Hotelroute im Flecken Aerzen. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Aber seien wir mal ehrlich – wer möchte schon unmittelbar neben einer Autobahn Urlaub machen oder gar wohnen? Die nächsten Auf- beziehungsweise Abfahrten zur Autobahn 2 liegen jeweils in knapp 30 Kilometer Entfernung zum Kernort. Aerzen hat mit der Ortsumgehung gerade einmal seit ein paar Jahren eine Kraftfahrstraße und selbst die wird, obwohl sie, wie der Name schon sagt, am Ort vorbei führt, von einigen Bewohnern als störende Lärmquelle empfunden. Aber auch ohne direkte Anbindung zur Autobahn hat die heimische Region für Urlauber einiges Interessantes zu bieten, auch wenn nicht alle Mitglieder des Finanzausschusses, der auch für Wirtschafts-, Tourismus- und Personalangelegenheiten zuständig ist, dieses anerkennen wollen.

„Hier gibt es nichts!“, meint Jürgen Pape (CDU). Mit der Aerzener Domänenburg samt Kulturprogramm, dem Schloss Schwöbber inklusive Schlosshotel Münchhausen sowie angrenzendem Golfplatz und dem nicht nur für Fernwanderer interessanten zertifizierten Hansaweg hielt Matthias Gräbner nur einige Beispiele dagegen, räumte aber gleichzeitig auch ein, dass „wir uns etwas einfallen lassen müssen, um die Kunden für die Region zu begeistern und sie hierher zu locken.“ In dieser Hinsicht ist man im westlichen Weserbergland und damit auch im Flecken Aerzen ganz offensichtlich auf einem guten Weg. Allen Unkenrufen der Politik zum Trotz steigen die Übernachtungszahlen in der heimischen Region. Das bestätigt Anika Pohlmann, Vertriebs- und Marketing-Leiterin beim Schlosshotel Münchhausen, die die Sitzung als Gast verfolgte. Wie sich die Übernachtungszahlen beim Schlosshotel prozentual auf Firmenkunden und private Gäste verteilen, konnte sie nicht sagen. Eines lässt sich allerdings feststellen: Von den privaten Feiern in dem Fünf-Sterne-Hotel – allein im vergangenen Jahr wurden von den insgesamt 90 Trauungen des Aerzener Standesamtes 40 in der Außenstelle Schloss Schwöbber geschlossen – profitieren auch die umliegenden Beherbergungsbetriebe, bestätigten sowohl Matthias Gräbner als auch Anika Pohlmann. Von der Politik war zuvor die Vermutung geäußert worden, dass Tourismus beziehungsweise private Übernachtungen bei den aktuellen Zahlen eine eher untergeordnete Rolle spielen und hauptsächlich Firmen ihre Mitarbeiter in der Region übernachten lassen. „Tourismus schafft Mehrwert – Stabilisator und Impulsgeber“ – unter diese Überschrift gab Matthias Gräbner den geforderten detaillierten Aufschluss darüber, wie der Verband das System Tourismus nach Außen hin darstellt und wie durch diese Außendarstellung auch das Image Aerzens aufgewertet wird. „Das Gesamtpaket an Aufgaben kann eine Kommune allein nicht abbilden“, so Gräbner. Die von Teilen der Politik gewünschte direkte Darstellung der geldwerten Vorteile für die Kommune ist hingegen nicht möglich. „Wir können nicht Aerzen vermarkten. Wir sind ein Teil des Westlichen Weserberglandes und dort präsentieren wir unsere kleinen und großen Schätze an prominenter Stelle.

Das ist Wirtschaftsförderung im besten Sinne“, machte Bürgermeister Bernhard Wagner deutlich. Und ganz offensichtlich ist das ursprünglich als Tourismus-Projekt „Westliches Weserbergland“ ins Leben gerufene und über den Kooperations-Zwischenschritt nun in ein Service- und Kompetenzzentrum umgewandelte Konzept ein echtes Erfolgsmodell, dem sich im Laufe der Zeit immer mehr Kommunen angeschlossen haben. „Partnerschaft auf Augenhöhe“ lautet nach Aussage des Geschäftsführers das Erfolgsrezept des gemeinsamen Tourismuskonzepts, dass sich auch weiterhin in ständiger Fortschreibung befindet. Radfahren, Wandern und historische Städte, das sind die drei Punkte, mit denen das westliche Weserbergland bei Urlaubern punkten möchte und die vorrangig nach außen dargestellt und beworben werden. Als jüngstes Projekt vor Ort stellte Matthias Gräbner die neue Beschilderung der Hotelroute vor, die vom Touristikzentrum Westliches Weserbergland konzipiert und umgesetzt und an deren Finanzierung zahlreiche Hoteliers und Gastronomen beteiligt waren. „Diese breite Unterstützung ist nur ein Indiz dafür, dass die Arbeit des Tourismusverbandes vor Ort anerkannt und geschätzt wird“, so Gräbner.



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