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Für Hamelner kommt jede Hilfe zu spät / Spurensuche bei Dunkelheit und Regen / Straße gesperrt

Tod bei Kilometer 148 – Retter beten für Opfer

Hagenohsen. Es ist dunkel und nieselt, als der schwarze Opel Omega von der Straße abkommt. Der Kombi rollt nach links über einen Grünstreifen, prallt nach wenigen Metern frontal gegen einen dicken Baum. Dann stürzt der Wagen eine Böschung hinab. Das Wrack steht auf einem Acker, ist von der Landesstraße 424, die Latferde mit Hagenohsen verbindet, nicht zu sehen. Der Stamm hat die gesamte Beifahrerseite aufgerissen. Eingeklemmt hinter dem Steuer sitzt leblos der Fahrer. Der 28 Jahre alte Hamelner muss sofort tot gewesen sein.

veröffentlicht am 13.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 16:41 Uhr

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Autor:

Ulrich Behmann
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Um 5.25 Uhr meldet ein Autofahrer, er habe Fahrzeugteile und Äste auf der Fahrbahn liegen sehen. Polizisten rücken aus, schauen, was passiert ist. Nur ein paar Minuten später ist das Team des Einsatz- und Streifendienstes vor Ort. Bei Straßenkilometer 148 entdeckt es das zertrümmerte Wrack – und schlägt Alarm. Der Notarzt aus Hameln, das Intensivtransportfahrzeug aus Emmerthal und der Rüstzug der Feuerwehr Kirchohsen fahren mit Blaulicht und Sirene zum Einsatzort. Die Helfer sind zwar sehr schnell zur Stelle, dem Verunglückten können sie aber nicht mehr helfen. Die Strecke wird voll gesperrt. Polizisten beginnen mit der Spurensuche. Warum ist der in Richtung Hagenohsen fahrende Wagen von der Straße abgekommen? Das ist eine Frage, die sich die Ermittler immer nach solchen Verkehrsunfällen stellen.

Mit Halogenscheinwerfern strahlen Feuerwehrleute die nasse Fahrbahn an. Bremsspuren sind nicht zu sehen. Polizisten vermessen den Unfallort, machen Fotos – und fordern einen Experten an. Denn fest steht zu diesem Zeitpunkt nur: Langsam kann das Auto nicht gewesen sein. Das zeigen die massiven Beschädigungen. „Der Tacho des Opel ist bei 140 stehen geblieben“, sagt ein Feuerwehrmann.

Unfallspezialermittler Guido Krosta trifft ein; der Hamelner Polizeioberkommissar markiert zunächst mit weißer Kreide und Sprühfarbe die Abdrücke, die die Reifen des Opel Omega auf dem Seitenstreifen hinterlassen haben. Wo Trümmerteile und Glassplitter liegen, stellt Guido Krosta weiße Kärtchen mit schwarzen Spurennummern auf. Dann steckt der Beamte rund um das Wrack rot-weiße Stangen in den matschigen Boden. Erst jetzt macht er aus jeder nur möglichen Position Digitalfotos. Seine Bilder werden später in das sogenannte „photogrammetrische interaktive digitale Auswertesystem“ (Phidias) der Polizei Niedersachsen eingespeist. Ein Computer fertigt daraus maßstabsgerechte Skizzen an.

Spurensicherung: Oberkommissar Guido Krosta bei der Arbeit.

Mit schwerem Gerät schneiden die Feuerwehrleute den Toten aus den Blechmassen. Als sie damit fertig sind, legen sie die hydraulischen Werkzeuge beiseite, falten ihre Hände und halten einen Moment inne. Diakon Michael Ließ, ein ehrenamtlicher Feuerwehrmann, spricht Gebete, segnet den Verstorbenen aus. „Wir wollen das Unfallopfer so würdevoll wie möglich verabschieden“, sagt Ließ.

Mit einem Kran werden das zerfetzte Wrack und der herausgerissene Motorblock geborgen. Freiwillige sammeln die kleineren Trümmer ein.

Erst um 9.10 Uhr rücken die Feuerwehrleute an diesem Sonnabendmorgen ein. Es ist schon hell. Die Stimmung ist gedrückt. Das Schicksal des Hamelners lässt keinen Helfer unberührt.



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