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Tiernotruf Aerzen ist nun ein eingetragener Verein

veröffentlicht am 05.09.2016 um 19:07 Uhr
aktualisiert am 25.10.2016 um 10:18 Uhr

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Autor:

Sabine Brakhan
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Das Tier war nicht wie angegeben fünf Monate alt, sondern erst zwölf bis 13 Wochen und seine Augenverletzung stammt nicht von einem Katzenkratzer, sondern ist das Resultat eines Trittes oder Schlags ins Gesicht des Jungtiers. Ob Rocky wieder richtig sehen kann, wenn sein blutig-rotes Auge vollständig abgeschwollen ist, kann erst mit einer weiteren Untersuchung endgültig abgeklärt werden. Nun sucht die Tierschützerin eine Pflege- oder Endstelle für den Hund, wo tierliebe Menschen bereit sind, Rocky mit Unterstützung vom „Tiernotruf Aerzen“ und dem Hundetrainer Ulrich Wessel von der Hunde- und Seminarschule Weserbergland auf einen guten Weg zu bringen. Und Rocky ist nur eines von vielen Tieren, die bei Mundhenk-Alpert und ihrem Helferteam stranden. Eine ehrenamtliche Mammutaufgabe, die ohne feste Vereinsstrukturen und finanzielle Hilfen von außen nicht mehr zu bewältigen war. Und so wurde aus ihrer ehrenamtlichen Initiative „Tiernotruf Aerzen“ nun ein ehrenamtlich arbeitender eingetragener Verein.

Mittlerweile hat der Tierschutzverein 25 Mitglieder, Tendenz steigend. Seine Hauptaufgabe sieht der Verein in der Rettung von Tieren in Notlagen. „Und wenn wir Tiere sagen, dann meinen wir alle Tierarten, egal, ob Hund, Katze oder Maus. Wir helfen allen Tieren, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen“, sagt Mundhenk-Alpert. Als Beispiel nennt sie die Brieftaube, die vor Kurzem in eine Hamelner Zahnarztpraxis spazierte. Die Angestellten wandten sich an den „Tiernotruf Aerzen“. Die Tierschützerin holte das Tier ab und brachte es zu einem Tierarzt, der die Angaben auf dem Ring einem Besitzer zuordnen konnte. Anschließend wandte sie sich an diesen Besitzer, der sich sogleich auf den Weg ins 80 Kilometer entfernte Gellersen machte und seine vom Kurs abgekommene Brieftaube in Empfang nahm.

Gemeinsam mit Ilona Kreye aus Tündern hat Mundhenk-Alpert die Vereinsspitze übernommen. „Wir haben eine gute Kommunikation, und unsere Zusammenarbeit klappt perfekt“, so die Tierfreundin. Auch die Zusammenarbeit mit den 20 ehrenamtlichen Pflegestellen für Fundtiere funktioniert. „Wir können nicht uneingeschränkt die Aufnahme jedes Tieres gewährleisten, aber wir versuchen, für jedes Problem eine Lösung zu finden“, sagt die Tierschützerin, die das Pflegestellennetz gern noch ausbauen möchte. Den größten Anteil an „Sorgenkindern“ machen junge Katzen aus. In diesem Jahr hat der Verein bereits 30 Jungtiere vermittelt. Die Katzenmütter werden auf Vereinskosten kastriert und am Auffindeort wieder ausgesetzt. Die Jungkatzen bekommen eine Wurmkur, werden mit Flohmittel versorgt und gegen eine Schutzgebühr von 50 Euro an einen neuen Besitzer vermittelt. Geimpft werden die Katzenbabys von ihren vorübergehenden Pflegestellen nicht. „Alle Verantwortung sollte man dem neuen Besitzer nicht abnehmen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Neben den noch ausstehenden Impfungen bittet der Verein „Tiernotruf Aerzen“ die neuen Katzenbesitzer auch, ihre Tiere sterilisieren beziehungsweise kastrieren zu lassen. Eine vertragliche Verpflichtung gehen die neuen Besitzer aber nicht ein. Aber: Mundhenk-Alpert fordert eine von der Kommune verhängte Pflicht für Katzenbesitzer, der unkontrollierten Vermehrung ihrer Tiere entgegenzuwirken. Ein großes Problem sei dabei vor allem das Füttern fremder Katzen. „Damit tut man den Tieren keinen Gefallen. Das Problem an der Sache ist, dass bei zusätzlichem Futterangebot nicht nur zwei, sondern gleich sieben oder acht Katzenbabys mit einem Wurf geboren werden“, sagt die Tierschützerin. Um den Tieren, denen im Laufe des Jahres vom Verein „Tiernotruf Aerzen“ geholfen wurde, ein Gesicht zu geben, erscheint wie 2015 auch in diesem Herbst ein Kalender mit Tierfotos.

2 Bilder
Der kleine Terrier Rocky. Foto: sbr


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