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Labradorhündin „Frieda“ unterstützt Pädagogen im DRK-Kita „Zum Distelflecken“

Tierisch lehrreich

EMMERTHAL. Die DRK-Kindertagesstätte „Zum Diestelflecken“ in Emmerthal hat eine ungewöhnliche Mitarbeiterin: Sie heißt „Frieda“ und ist eine ausgebildete Pädagogikassistenzhündin.

veröffentlicht am 24.04.2017 um 12:00 Uhr
aktualisiert am 24.04.2017 um 12:50 Uhr

Maxim traut sich und gibt Frieda mit Hilfe von Erzieherin Eva Handelsmann ein Leckerli, Ali und Leo schauen neugierig zu. Foto: PR/DRK

Autor:

Rosa Anton
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Ali ist vier Jahre alt und seit einem Jahr in Deutschland. Als er 2016 in die DRK-Kindertagesstätte „Zum Distelflecken“ in Emmerthal kam, war alles neu: die Umgebung, die Menschen und die Sprache. Doch mittlerweile kennt er sich schon gut aus. Auch die Sprachkenntnisse werden immer besser. Geholfen hat ihm dabei unter anderem die etwas andere Erzieherin der DRK-Kita: Frieda. Fünf Jahre alt und seit November 2012 im Dienst.

Frieda ist eine ausgebildete Pädagogikassistenzhündin und bildet mit Frauchen und Erzieherin Eva Handelsmann ein professionelles Team in der Einrichtung. Beide sind aus dem Alltag hier nicht mehr wegzudenken. Zweimal in der Woche unterstützt Frieda in der Kita. Die Kinder fiebern den beiden festen Wochentagen schon immer eifrig entgegen. Ist es dann soweit, ist der Morgenkreis, an dem Frieda teilnimmt, jedes Mal besonders gut besucht. Danach gehen die Kinder mit Frieda raus. „Selbst bei Regen sind sie dann gerne draußen“, schmunzelt auch Kollege Nils Tünnermann. Auf die Frage, warum Frieda raus muss, antworten die Kinder einhellig: Weil sie frische Luft braucht. Und dann kommt noch der Hinweis eines Kindes: „Meine Schwester braucht auch Luft.“ Und alle müssen lachen.

Frieda schafft es, dass sich die Kinder mit den Bedürfnissen von Tieren, mit der Natur und ihren eigenen Wünschen eingehender befassen. Automatisch und entspannt lernen sie im Umgang mit dem schlauen Vierbeiner neue Begriffe, Farben, Zahlen und sie bekommen oft ganz nebenbei eine große Portion Selbstbewusstsein dazu. Gerade für Kinder, die Probleme mit der Sprache haben oder die sich nicht so gut auf andere einlassen können, ist Frieda eine große Hilfe. Spielerisch unterstützt sie die Kinder beim Lernen. Der vierjährige Maxim etwa wächst zweisprachig auf und ist im Umgang mit anderen eher zurückhaltend. Wenn Frieda da ist, schafft sie es, dass er sich öffnet: Er ist motiviert, lernt neue Begriffe, knüpft neue Kontakte und kann auch in Friedas Beisein, die ihm die nötige Sicherheit vermittelt, anderen Kindern etwas zeigen und erklären. „Das stärkt sein Selbstbewusstsein ungemein“, erklärt Heike König, Fachkraft für Heilpädagogik in der Kita. Auch die Kleinsten profitieren: Die einjährige Julia kann seit letzter Woche „Frieda“ sagen. Wenn sie das neue Wort benutzt, strahlen ihre Augen.

Auch Frieda wächst mit ihren Aufgaben und lernt immer mehr dazu. Mittlerweile kann sie gemeinsam mit den Kindern puzzeln, Würfelspiele spielen oder Dinge sortieren helfen. „Sie ist richtig begierig, Neues zu lernen“, stellt Frauchen Eva Handelsmann begeistert fest. Seit sie ihren Beruf ausübt, wollte sie einen Hund ausbilden und ihn in die Arbeit mit einbinden. Das ist ihr gut gelungen, sagen auch Kollegen sowie die Eltern. Kathrin Wellhausen, Mutter der fünfjährigen Lotta erklärt: „Die Kinder lernen durch Frieda den Umgang mit Hunden, Regeln zu befolgen, Körpersprache zu erkennen und Ruhezeiten zu beachten.“

Normalerweise werden Hunde nach der einjährigen Ausbildung zum Pädagogikassistenzhund nur punktuell und zeitlich begrenzt eingesetzt. „Aber was Frieda hier vollbringt, ist eine Meisterleistung“, schwärmt Handelsmann. „So etwas kann man einem Hund nicht beibringen. Entweder er hat diese Charaktereigenschaften oder er hat sie nicht.“ Kollegin Vanessa Diestelhorst bestätigt dies aus der Erfahrung mit ihrem eigenen Hund: „Wenn meine Hündin am Eingang der Kita die ersten Kinder sehen würde, wäre sie die erste, die flüchtet. Während Frieda morgens freudig auf die Kinder wartet. Frieda hat diese gewisse Ruhe in sich und ihre Körpersprache zeigt im Kontakt mit den Kindern Entspannung und Freude. Da wird der Unterschied zu einem ausgebildeten Hund deutlich.“

Eva Handelsmann ist es jedoch ein großes Anliegen, den Kindern auch den nötigen Respekt vor Hunden beizubringen. „Denn“, so die Erzieherin, „trotz all der tollen Eigenschaften, die Frieda mitbringt, ist und bleibt sie ein Hund. Und der hat Zähne.“ Aus diesem Grund ist Frieda auch nie allein mit den Kindern. Immer ist das Frauchen oder eine andere Aufsichtsperson zugegen. Außerdem besucht sie auch weiterhin die Hundeschule.

Alle Beteiligten sind froh, dass es Frieda gibt. Nachdem sie einmal nach zweiwöchiger Krankheitspause wieder in die Kita kam, rief ein Kind begeistert: „Frieda! Gut, dass du wieder da bist. Du bist ja noch süßer als vorher.“

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