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Peter Wildenhof legt ersten Roman vor

„Thomas Mann lässt grüßen“

AERZEN. „Der Autor ist ein Meister der deutschen Sprache! Es ist eine Wonne, sein gepflegtes Deutsch zu lesen. Thomas Mann lässt grüßen!“ – Das Urteil des Lektors Manfred Enderle lässt Peter Wildenhof verlegen werden. Gerade erst ist sein erster Roman erschienen: „Sieben Jahre nach ‘45 – Die Begebenheiten um Rupert und Roswitha.“

veröffentlicht am 11.03.2019 um 12:46 Uhr
aktualisiert am 11.03.2019 um 16:20 Uhr

Peter Wildenhof arbeitete vier Jahre an seinem Roman. Nun ist das Werk erschienen, das den Leser in das Nachkriegsdeutschland der frühen 50er Jahre versetzt. Foto: sbr.
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Wer den Aerzener kennt, weiß um seine feine, humoristische Art. Bereits mehrfach hat der gebürtige Breslauer in schlesischer Mundart kleine Anekdoten zum Besten gegeben und das begeisterte Publikum dabei mit seinem erzählerischen Talent überrascht. Mit der Veröffentlichung seines Erstlingswerks hat der 87-jährige Maschinenbau-Ingenieur erneut für eine Überraschung gesorgt: Nicht etwa eine Kurzgeschichten-Sammlung, eine Biografie oder ein Sachbuch entstammt der Feder des Aerzeners, sondern ein feinfühliger Roman, in dem sich zwei vom Kriegsgeschehen hart getroffene junge Menschen begegnen und verlieben.

Schon die Kurzfassung auf dem Einband macht neugierig. Und natürlich drängt sich dem Leser sogleich die Frage danach auf, wie viel Persönliches der Autor in seine Figur Konrad Rethnow alias Rupert von Tryck einfließen ließ? Bereits im Vorwort steht schwarz auf weiß und mit einem Ausrufezeichen versehen, dass sich die Sache so nicht zugetragen hat. Aber kann man sich eine solch mitreißende Geschichte aus den Fingern saugen, zumal der Autor das Nachkriegsdeutschland 1952, das er in seinem Roman beschreibt, als 21-Jähriger selber erlebt hat? „Nein, das wiederum auch nicht! – Eher erdacht, ersonnen und erträumt“, räumt der Aerzener ein. Und dann kommt Peter Wildenhof ins Erzählen: Auch im Ruhestand hat den Diplom-Ingenieur sein Fachwissen weiter beschäftigt. Viel Zeit hat er in technische Überlegungen investiert und seine Ergebnisse sogar zum Patent angemeldet. Neben der technischen Entwicklung widmete er sich aber auch immer dem Schreiben von Kurzgeschichten, meist zu bestimmten Anlässen. „Die Geschichte von Rupert und Roswitha gefiel mir so gut, dass ich Lust bekam, diese weiterzuspinnen“, berichtet der Aerzener. Lange Zeit sei ihm selber noch gar nicht klar gewesen, ob sich die beiden Schicksale in einem etwas anders inszenierten Happy End wiederfinden oder ob vielleicht einer von beiden allein zurückbleibt, erzählt Peter Wildenhof.

Vergleicht man den Autor mit seiner Romanfigur, fallen schnell Parallelen auf: Beide haben ein Maschinenbaustudium absolviert. Die Baracke, in der die berufliche Karriere von Konrad Rethnow begann, stand zwar in München, aber auch der Arbeitsplatz des jungen Entwicklungsingenieurs Wildenhof befand sich in einer für die damalige Zeit typisch behelfsmäßigen Werkhalle auf dem Gelände der Maschinenfabrik in Aerzen. Und auch einen Hund hat es bei Wildenhofs tatsächlich gegeben, allerdings hörte der nicht auf den Namen „Morast“ und war auch kein Schäferhund, sondern ein Cairn Terrier namens „Biene“. Ebenfalls aus der Realität in den Roman hat der Autor die beiden weiblichen Hauptrollen übernommen. „Eine Tante Jenny, die der Romanbeschreibung sehr ähnelt, hatte ich tatsächlich und den Namen Roswitha habe ich von einer ehemaligen Studienkollegin entliehen, weil er mir immer schon so gut gefiel“, räumt der Aerzener ein.

Als sein 450-Seiten-Roman nach fast vier Jahren fertig war, stieß er auf der Suche nach einem Verlag auf die Deutsche Literaturgesellschaft, die Autoren ein Gutachten des Geschriebenen anbietet. „Ich hatte keine Ahnung, ob mein Schreibstil bei den Lesern ankommt und so habe ich mich dieses fachmännischen Rates bedient“, erklärt Peter Wildenhof. Mit der professionellen Einschätzung flatterte im vergangenen Sommer dann auch gleich ein Vertrag ins Haus, den der Autor nur noch zu unterschreiben brauchte. „Ich war völlig überrascht und das begeisterte Urteil des Lektors macht mich heute noch verlegen“, räumt er bescheiden ein. Neben geringfügigen Änderungen musste lediglich ein neuer Titel gefunden werden. „Mein ursprünglicher Vorschlag war den Verlegern zu knöchern, trocken und gestelzt“, berichtet er offen. Auch bei der Gestaltung des Bucheinbandes wurde Peter Wildenhof nach seinen Vorstellungen gefragt. „Ein Pärchen, das die dunklen Schatten des Kriegs hinter sich lässt und ins Helle, Hoffnungsvolle tritt. Unbelaubte Bäume und Ruinen auf der einen, wiederentdecktes, pulsierendes Leben in den Straßencafés auf der anderen Seite. Der Verlag hat meine Wünsche hervorragend umgesetzt“, findet der Autor.

Peter Wildenhof ist nicht der einzige Aerzener, der als Autor in den Bücherregalen zu finden ist: Neben zahlreichen Chronisten, die die Geschichte der verschiedenen Ortsteile verfasst haben, hat zum Beispiel Heinz Georg Armgardt den mehrteiligen Bildband „Aerzen – Im Wandel der Zeit“ veröffentlicht. Von Dr. Marion Müller stammt das Buch „Reformation in Niedersachsen“. Wilma Kiesel brachte ihre Erinnerungen unter dem Titel „Geschichten die das Leben schrieb – Das geschenkte zweite Leben“ heraus. Der Aerzener Lehrer Helmut Siever widmete sich plattdeutschen Geschichten und Erzählungen. Und hinter dem Science-Fiction-Schreiber J. H. Haleman verbirgt sich ebenfalls ein Aerzener: Jens Hallemann. Und Kerstin Hartjes Buch „Beim Ruf des Zebras“ erschien 2005.



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