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Therapeutisches Konzept zeigt Auswege auf

Aerzen (ll). Ob therapeutische oder soziale Einrichtungen – in der Gemeinde Aerzen gibt es mehrere Anbieter, die oft im Verborgenen wichtige Hilfe leisten. Unsere Zeitung stellt einige von ihnen vor. Heute: das Berghaus.

veröffentlicht am 01.01.2010 um 16:47 Uhr
aktualisiert am 01.11.2016 um 15:41 Uhr

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Aerzen (ll). Ob therapeutische oder soziale Einrichtungen – in der Gemeinde Aerzen gibt es mehrere Anbieter, die oft im Verborgenen wichtige Hilfe leisten. Unsere Zeitung stellt einige von ihnen vor. Heute: das Berghaus.
 Hoch oben auf dem Berg zwischen Posteholz und Wahrendahl liegt idyllisch und ruhig das „Berghaus“. Nur über einen schmalen Weg ist das gelbe und unscheinbare Haus zu erreichen. Es ist eine Anlaufstelle für Menschen, denen das Leben als lichtloser Tunnel erscheint. Auch schwere Zwänge und heftigste Angstzustände können hier therapiert werden. Das Berghaus ist eine sogenannte Dependance der Burghof-Klinik in Rinteln – klein und abseits gelegen. Zu Besuch kommen vor allem Patienten, die unter neurologischen Störungen und psychischen Erkrankungen leiden.
 35 Betten stehen zur Zeit für die stationäre Behandlung bereit. Als man vor vielen Jahren das Haus für die Erwachsenenpsychiatrie eröffnete, habe man mit lediglich sechs Betten angefangen, erinnert sich der leitende Oberarzt des Berghauses, Rolf Benzin. Da die Einrichtung eng mit der Rintelner Klinik verbunden sei, verfüge auch das Berghaus über umfassende Therapiemöglichkeiten für Menschen mit seelischen Problemen. „Behandelbar ist bei uns alles, was in den allgemeinpsychologischen Bereich fällt“, sagt Benzin. Über mehrere Wochen können Patienten im Berghaus aufgenommen, versorgt und behandelt werden. Ein Großteil der Therapien setzt jedoch bei depressiven Störungen an. „Etwa 70 Prozent unserer Patienten kommen mit Depressionen zu uns“, so der Oberarzt. Gefühle der dauerhaften Niedergeschlagenheit, völliger Erschöpfung und Wünsche nach Rückzug ohne Ausweg können die unterschiedlichsten Ursachen haben, wie Rolf Benzin erläutert. Persönlichkeitsstörungen, wirkliche Verluste und tiefenpsychologische, aber auch genetische Grundlagen können laut Oberarzt schwere Depressionen auslösen. „Aber auch Schlafstörungen und Appetitlosigkeit können Depressionen lavieren“, so Benzin. Seiner Einschätzung nach hätten etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Deutschland mit depressiven Störungen zu kämpfen.
 Mit einem Konzept, das vorwiegend verhaltenstherapeutische Maßnahmen beinhaltet, will man im Berghaus Wege aus der Depression heraus aufzeigen. „Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Erleben“, betont Benzin. Auf dem Behandlungsplan stehen etwa gemeinsame Unternehmungen wie Theater- und Konzertbesuche, aber auch Entspannungs- und Bewegungsangebote. Für ausgiebige Spaziergänge und die nötige Ruhe biete die landschaftliche Umgebung des Berghauses ideale Möglichkeiten. Der Stress des Alltags ist hier für eine Weile vergessen. In dem relativ kleinen Berghaus werde großer Wert auf eine familiäre Atmosphäre gelegt. Dazu gehören eine feste Strukturierung der Tagesabläufe, gemeinsame Tischdienste und neben therapeutischen Einzelgesprächen auch etliche Gruppenangebote. „Jeder darf sich äußern und kann Vertrauen gewinnen“, meint Benzin. „So kann sich jeder Patient in seiner Subjektivität aufgehoben fühlen.“ Im Berghaus sind alle Altersgruppen vertreten. „Gerade diese Mischung macht es aus“, so der Oberarzt. „Mehrgenerationen haben sich viel zu sagen. Und der Austausch ist sehr bereichernd.“



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