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Gerda und Albert Niehus feiern Eiserne

Theatergruppe spielte eine Hauptrolle für sie

Groß Berkel (sbr). Die Eheleute Albert und Gerda Niehus, geborene Schrader (beide 87), aus Groß Berkel feiern heute ihre eiserne Hochzeit. Das Drehbuch für einen Liebesfilm hätte nicht spannender geschrieben werden können, als es das wahre Leben bei den Eheleuten Niehus tat: Der Jubilar und seine spätere Frau drückten bereits zusammen die Schulbank in Groß Berkel. Nach dem Ende der Schulzeit verloren sie sich aber aus den Augen. Albert Niehus wurde Zusteller bei der Post, Gerda Schrader erlernte den Beruf der Hauswirtschafterin in einer Pension in der Lüneburger Heide. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus. Albert Niehus kehrte schwer verwundet nach Hause zurück, konnte seine Arbeit bei der Post nicht wieder aufnehmen und wechselte zur Firma Sinram und Wendt, wo er bis zum Eintritt ins Rentenalter im Jahr 1984 als Abteilungsleiter tätig war. Die örtliche Theatergruppe führte die beiden ehemaligen Klassenkameraden nach Jahren der Trennung wieder zusammen. Sie besetzen zur Freude des heimischen Theaterpublikums stets die Rollen der sich Liebenden. Im Frühjahr 1946 wurden die beiden dann auch im wahren Leben ein Paar, allerdings nicht ganz freiwillig. „Öffentliche Feste waren zu jener Zeit noch verboten, und so wurde die fröhliche Zusammenkunft des Theatervereins in der Groß Berkeler Bahnhofsgaststätte, um Ärger zu vermeiden, gegenüber der Obrigkeit kurzerhand als unsere Verlobungsfeier ausgegeben“, erinnert sich der Jubilar. Geliehene und viel zu große Ringe sollten das Eheversprechen gegenüber dem Dorfvorsteher und einem Polizisten zusätzlich untermauern. Da das Paar seine Rolle offensichtlich so überzeugend gespielt hatte, dass hinterher sowieso alle glaubten, die beiden seien ein Paar, beschlossen sie, es auch im wahren Leben miteinander zu probieren. Am 8. August 1947 wurde standesamtlich und einen Tag später kirchlich geheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Drei Enkelkinder sowie ein Urenkel ließen die Familie weiter wachsen. 1965 bezogen die Jubilare ihr Eigenheim im Höpperkrug 12. Noch heute sind der Ehrenvorsitzende Albert Niehus und seine Frau Gerda im Schützenverein aktiv und versäumen keinen Veranstaltungstermin.

veröffentlicht am 09.08.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 07:41 Uhr

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