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Gemeinde bewirbt sich am landesweiten Modellprojekt mit Ortsdurchfahrten Grohnde und Hämelschenburg

Tempo 30? „Noch viele Hürden“

EMMERTHAL. Endlich mehr Sicherheit und nicht mehr so viel Lärm an den Ortsdurchfahrten Grohnde und besonders in Hämelschenburg mit dem Schloss als Tourismusmagneten? Schön wäre es ja, wenn es klappt, meinen die Emmerthaler Politiker. Wofür sie sich vielerorts teilweise seit vielen Jahren zusammen mit den Einwohnern bislang erfolglos eingesetzt haben, könnte ein Modellprojekt des Landes Niedersachsen nun möglich machen.

veröffentlicht am 17.11.2017 um 12:18 Uhr

Geht es nach dem Willen der Politiker in Emmerthal, soll auch an der Bundesstraße in Grohnde künftig Tempo 30 gelten. Foto: dana
Christian Branahl

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Christian Branahl Reporter / Newsdesk zur Autorenseite
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Die Gemeinde will sich beim zuständigen Verkehrsministerium in Hannover bewerben, das mit dem Modellprojekt „Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ die Auswirkungen untersuchen will, ob sich dadurch etwa die Luftschadstoffe und der Lärm wirksam verringern lassen, gleichzeitig die Sicherheit zunehme. Bei aller Zustimmung im politischen Fachausschuss des Gemeinderates warnte Vorsitzender Ralf-Ulrich Böhm (SPD) allerdings vor zu großer Euphorie. „Bevor wir uns zu früh freuen: Da sind noch viele Hürden“, sagte er.

Zwei weitere Ortsdurchfahrten in Börry und Latferde schafften bereits die erste Hürde nicht: Mindestens 5000 Fahrzeuge müssten dort täglich laut Kriterienkatalog des Ministeriums unterwegs sein. „Eine Voraussetzung, die leider zwei Straßen durchfallen lässt“, sagte Erster Gemeinderat Elmar Günzel unter Hinweis auf Verkehrszählungen der jüngsten Vergangenheit. Rund 3800 Fahrzeuge seien es in Börry (Auf dem Klink), etwa 2300 in Latferde (Hajener Straße).

„Sehr schade“, beklagte deren Ortsbürgermeister Rolf Keller (CDU), der auch dem Ausschuss angehört. „Wir werden weiter dranbleiben“, kündigte er an. Der Landkreis als zuständige Verkehrsbehörde habe ja noch andere Möglichkeiten, ohne Modellprojekt Tempo 30 zu regeln. Dabei verwies Keller besonders auf die Straße mit dem Bildungshaus Börry, wo – bislang vergeblich – Geschwindigkeitsbegrenzungen gefordert werden. An der Grundschule Amelgatzen stehen seit dieser Woche die Tempo-30-Schilder an der Landesstraße, wie Helmut Brinkmann (SPD) verkündete. Ebenso wie zuvor in Aerzen und Groß Berkel, ermöglichen neue gesetzliche Regelungen die reduzierte Geschwindigkeit in besonderen Fällen wie beispielsweise Schulen an überörtlichen Straßen.

Manches benötigt langen Atem: „Seit zehn Jahren kämpft Hämelschenburg“ für mehr Sicherheit, wie Brinkmann als Ortsbürgermeister sagte. Sein Ortsrat unterstützt ebenso die Bewerbung wie das Gremium in Grohnde. Dort hatte Ortsbürgermeister Lothar Hahlbrock telefonisch die Zustimmung der politischen Vertreter eingeholt. Bekanntlich geht auf ihn der Antrag zurück, zumindest in den Nachtstunden Tempo 30 für Lkw an der vielbefahrenen Bundesstraße durchzusetzen.

Was bleibt? Ein Blick auf die Hürden des Ministeriums. Landesweit sind in drei Größenklassen von Kommunen zwar jeweils mindestens zwei Streckenabschnitte für das Projekt vorgesehen – sehr viel höher dürfte die Anzahl landesweit aber nicht ausfallen.

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