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Zunächst Querungshilfe als Kompromiss an gefährlicher Schlossstraße

Tempo 30 bleibt erklärtes Ziel

Emmerthal/Hämelschenburg. Eine optimale Lösung sehen die Kritiker nicht in der Querungshilfe an der stark befahrenen und unübersichtlichen Ortsdurchfahrt in Hämelschenburg, doch mit dem Kompromiss können sie sich erst einmal abfinden: Um Besuchern des Schlosses und Einwohnern mehr Sicherheit zu bieten, soll ihnen das Überqueren der Landesstraße erleichtert werden. Eine Minimallösung, wie es den Beteiligten klar ist. In Höhe der Besucherparkplätze nahe dem Schloss sollen Flächen auf beiden Straßenseiten eingerichtet werden, von denen aus die Fußgänger den Verkehr gut überblicken können. Anfreunden kann sich mit diesem Kompromiss auch Werner Friebe, der sich neben Lippold von Klencke als Schlossbesitzer mit an die Spitze der Protestler gestellt hatte. Diese Lösung als finanziell günstigste Variante aller Möglichkeiten habe durchaus „Charme“, wie Friebe meint. Wenn sie nicht so erfolgversprechend sei wie erhofft, wären an dieser Stelle alle Möglichkeiten für einen Zebrastreifen gegeben. „Als zweiter Schritt“, sagte er in dem für Verkehrsfragen zuständigen Fachausschuss des Rates, in dem zunächst die Pläne vorgestellt wurden. Wenige Stunden später wiederholte der Hämelschenburger dann im Ortsrat Amelgatzen, dass an einer früheren Forderung festgehalten werde: Tempo 30, eine Möglichkeit, die von der Straßenverkehrsbehörde bislang abgelehnt wird. Allerdings hat sich Friebe in anderen niedersächsischen Kommunen informiert, wo diese Verkehrsberuhigung an Landesstraßen durchaus angeordnet worden sei. Selbst den Klageweg wollte er nicht ausschließen.

veröffentlicht am 13.03.2013 um 20:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 19:21 Uhr

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„Ein guter Kompromiss als erster Schritt“ – so bewertete Ortsbürgermeister Klaus Hinke (SPD) die Entwurfsplanung. Sie war in diesem Monat bei einem Termin vor Ort mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, dem Straßenverkehrsamt des Landkreises und Polizei zusammen mit Vertretern der Politik und Verwaltung sowie mit Friebe und von Klencke abgestimmt worden. Als weitere Variante vorgestellt wurde dabei auch die Möglichkeit, in der Straßenmitte eine Insel einzurichten, damit die Fußgänger auf halber Strecke noch einmal den Verkehr der anderen Fahrspur abwarten können. Dazu hätte aber die Straße verbreitert werden müssen, außerdem sei die Lösung nicht machbar gewesen, da der Busverkehr behindert worden wäre.

Dass die Wünsche eigentlich viel weitergehender waren, rief Erster Gemeinderat Elmar Günzel im Ortsrat in Erinnerung. Von der CDU/FWE gab es einen Antrag auf Tempo 30, der auch von den anderen Parteien unterstützt wurde. Außerdem bestand der Beschluss, auf Kosten der Gemeinde eine von den beteiligten Behörden nur geduldete Dunkelampel einzurichten. Dazu hätte aber eine Bushaltestelle verlegt werden müssen. Ein entsprechender Antrag auf Fördergelder bei der Landesnahverkehrsgesellschaft wurde aber abgelehnt, da dieser Umbau im Zusammenhang mit der Ampel stehe. Günzel verwies darauf, dass die Gemeinde nichts unversucht gelassen hätte, sie die gefährliche Verkehrssituation ebenso als Argument angeführt habe wie die möglichen Schäden für das denkmalgeschützte Schloss. „Wir haben alle Register gezogen, die man ziehen kann“, sagte er.

Hinke sagte, dass die jetzt anvisierte Lösung, die durch die Gemeinde finanziert werden müsste, zumindest etwas mehr Sicherheit ermögliche. Alle anderen Vorschläge seien abgelehnt worden. „Wir müssen sehen, wie wir weiter verfahren“, sagte der Ortsbürgermeister. Richtig zufrieden waren die Ortsratsmitglieder zumindest nicht mit der Minimallösung. Dietrich Rohlfing (CDU) erinnerte daran, dass in anderen Kommunen an Bundes- und Landesstraßen aus Gründen des Lärmschutzes eine Temporeduzierung eingeführt werde. Zwar wurde dieser Überlegung in Hämelschenburg wenig Aussicht auf Erfolg eingeräumt, doch unterstützte auch Helmut Brinkmann (SPD) den Vorschlag der CDU, neben dem Denkmalschutz für das Schloss auch mit dem Lärm zu argumentieren. „Es ist nicht nachvollziehbar, dass fast alles abgelehnt wird“, so Brinkmann. Oliver Gockel, ebenfalls SPD, setzt auf Beharrlichkeit. „Dann müssen wir halt jedes Jahr neu Tempo 30 fordern“, sagte er. cb



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