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Schwere Schäden: Gefahr auf der Berliner Straße

Tempo 30 als Soforthilfe

Kirchohsen. Die Berliner Straße in Kirchohsen ist in einem desolaten Zustand. Risse, Absenkungen und unzählige Schlaglöcher machen das Befahren zum Risiko und sorgen für eine Lärmbelästigung der Anwohner. Der Ortsrat Emmerthal spricht sich deshalb für eine Komplett-Sanierung aus

veröffentlicht am 11.02.2016 um 13:15 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:50 Uhr

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Autor:

Friedrich-Wilhelm Thies
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Und das, obwohl diese Ausbauvariante mit Kosten in Höhe von rund 2,7 Millionen Euro die Teuerste ist. Und es gibt eine erste Sofortmaßnahme aufgrund der massiven Schäden. Seit kurzem herrscht auf der Berliner Straße eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 Stundenkilometern, wie sie auch von Anliegern gefordert wurde – wegen der schweren Straßenschäden.

Zu Beginn der Ortsratsitzung hatte sich Volker Brodhage als Vertreter der Anlieger nochmals eindringlich für die Geschwindigkeitsbeschränkung ausgesprochen. „Wenn der Verkehr und insbesondere die schweren Lkw über die Schlaglöcher rumpeln, ist der Lärm kaum noch zu ertragen. Und die Maßnahmen müssen jetzt ergriffen werden, da die Bauarbeiten ja erst in den nächsten Jahren starten“, mahnte der Kirchohsener. Dies auch vor dem Hintergrund, dass mit der Vollsperrung am Ohrberg noch mehr Verkehr über die Berliner Straße rollen werde. Die Anlieger fordern aber zudem ein Überholverbot im dortigen Bereich und eine Geschwindigkeitsüberwachung. Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 ist bereits eingerichtet. „Das konnten wir als Gemeinde aufgrund der Straßenschäden selbst anordnen“, erklärt der Erste Gemeinderat Elmar Günzel. Eine Maßnahme, die ihn beruhigter schlafen ließe, so Günzel, da es bei höheren Geschwindigkeiten auch schon mal zu riskanten Ausweichmanövern wegen der Schlaglöcher gekommen sei.

Überholverbot?

Gemeinde hat Bedenken

Beim Überholverbot, das Volker Bordhage damit begründet, weil Fahrzeuge, die sich jetzt an die 30 km/h halten, einfach überholt werden, haben der Erste Gemeinderat und Bürgermeister Andreas Grossmann Bedenken: „Das werden wir gegenüber der Verkehrsbehörde kaum begründen können.“ Daher nahm der Ortsrat Emmerthal Abstand davon, dies einzufordern. Laut Elmar Günzel müsse man sehen, ob die Tempo- Beschränkung das ganze Jahr bestehen bleiben könne: „Wenn es uns gelingt, in den günstigeren Jahreszeiten die Schäden übergangsweise zu beheben, könnte es vielleicht wieder aufgehoben werden.“ In Absprache mit Polizei und Landkreis soll das Tempo-Limit in unregelmäßigen Abständen überwacht und Verstöße sofort geahndet werden. Zwar machte Ernst Nitschke (FWE) sich Gedanken über Rückstaus durch die Geschwindigkeitsbeschränkung, aber der Ortsrat sprach sich für eine Beibehaltung von Tempo 30 bis zum Abschluss der Ausbauarbeiten aus.

Für die Sanierung der Berliner Straße gab es drei Varianten. Die Erste sah nur eine Erneuerung der Nebenanlagen und Rinnen sowie eine dünne, neue Asphaltdeckschicht für die Fahrbahn vor (Kosten 1,34 Millionen Euro). Die Variante drei sah ähnliche Ausbauarten vor (Kosten zwischen 0,631 und 1,552 Millionen Euro). „Wir sollten uns aber für die Variante zwei entscheiden, weil sie die für die Gemeinde wirtschaftlichste und günstigste Lösung ist“, betonte Bürgermeister Grossmann. Bei einem dann stattfindenden Vollausbau habe man für 50 bis 60 Jahre Ruhe und müsse nicht in einigen Jahren wieder über eine Sanierung nachdenken. Bei dem Ausbau sollen auch die Belange der Radfahrer berücksichtigt werden. Im Bereich Berliner Straße/Mühlenweg werden die Möglichkeiten einer Querungshilfe und Bedarfsampel für Fußgänger oder sogar ein Kreisverkehr geprüft. Die Gesamtbaukosten werden dabei auf 2,694 Millionen Euro veranschlagt. Hier sollen aber Fördergelder über die niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr beantragt werden. Dann könnten sich die Kosten der Gemeinde bei einer Förderung von 60 Prozent auf 1,222 Millionen Euro und bei einer Förderung von 75 Prozent sogar auf 972 000 Euro reduzieren. „Bei der Förderhöhe spielen die Gewerbesteuern eine Rolle und der Zeitraum, wann sie angerechnet werden“, merkte Grossmann dazu an. Der Ortsrat Emmerthal sprach sich dann einstimmig für die Variante zwei aus. Allerdings, bis die Berliner Straße sich im neuen Glanz zeigt, wird noch einige Zeit vergehen. In diesem Jahr soll die Aufnahme in das Förderprogramm erfolgen, 2017 die Planungen abgeschlossen und Fördergelder beantragt werden. Baubeginn könnte dann im April bis Juni 2018 sein.



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