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Wilfried Dunker ist Hobbyhandwerker

Stuhlflechter benötigen Geduld und viel Geschick

Börry (gm). Das Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry hat wieder seine Pforten geöffnet. Die traditionellen Handwerksberufe stellt die Dewezet in einer neuen Serie vor – der letzte Teil befasst sich mit dem Handwerk des Stuhlflechters Wilfried Dunker.

veröffentlicht am 09.06.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 03:21 Uhr

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Beruflich war Wilfried Dunker bis zum Renteneintritt examinierter Krankenpfleger, aber das Stuhlflechten ist schon seit 37 Jahren seine große Passion. Als 32-Jähriger hat Dunker mal seinen gesamten Urlaub in einer Tischlerei verbracht, um sich dort das handwerkliche Geschick anzueignen. „Meine Mutter war früher selbstständige Schneiderin, und bereits als Kind habe ich schon gestickt und geknüpft“, erinnert sich der heute 69-Jährige.

Auf zahlreichen Märkten der Region unterwegs

Seit sieben Jahren ist Wilfried Dunker, der von Frühjahr bis Herbst alle Handwerker- und Bauernmärkte im Landkreis bereist, zu einem festen Bestandteil des Börryer Handwerkertages und des Erntefestes geworden. „Ich habe da immer den gleichen Stand, und wir sind alle wie eine große Familie“, erzählt der Hamelner, der 1940 in Grauen, Grafschaft Hoya, geboren wurde. Wilfried Dunker, der sein Werkzeug immer in einem ausgehöhlten Ochsenhorn am Gürtel trägt, demonstriert auf den Märkten, wie mühsam das Flechten von Stühlen war und ist. „Für eine Rückenlehne von 50 Quadratzentimetern benötige ich etwa zwölf Stunden Arbeitszeit“, erklärt der Handwerker. Seinen Rohstoff, der aus den Strängen des Rattan hergestellt wird, bezieht Dunker aus Süddeutschland, wo der Beruf des Stuhlflechters noch gelegentlich vertreten ist.

„In unseren Regionen wird dieses Handwerk überwiegend nur noch in Behindertenwerkstätten ausgebildet“, informierte Wilfried Dunker, der gelegentlich Auftragsarbeiten für Antikgeschäfte und Kaffeehäuser durchführt. Egal, ob Sitzteil oder Rückenlehne, die einzelnen Stränge des „Berliner Wabengeflechts“ müssen sechsmal durchgeflochten werden. „Zweimal längs, zweimal quer und zweimal diagonal“, betonte er. „Stuhlflechten ist eine knifflige und filigrane Arbeit, zu der man Lust haben muss und sich vor allen Dingen viel Zeit nehmen sollte.“

Veranstaltungstipp: Der Handwerkermarkt im Börryer Museum steht am Sonntag, 14. Juni, wieder auf dem Programm. Ab zwölf Uhr zeigen beispielsweise Schmied, Korbmacher, Seiler, Steinmetz, Schuhmacher, Stuhlflechter, Spinnerei, Uhrmacher und die Landfrauen an der Kaltmangel ihr Können.



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