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Planer prüfen Anschluss von Emmerthal an Kläranlage Hameln / Weiterbetrieb „wirtschaftlich günstiger“

Studie: Kooperation senkt die Kosten nicht

Emmerthal (cb). Für beide beteiligten Kommunen steckten hohe Erwartungen in der Studie: Zu naheliegend war die Hoffnung, dass sich die Kosten senken lassen, wenn Hameln und Emmerthal im Abwasserbereich stärker zusammenarbeiten. Die Nachbarkommunen gaben deshalb die Untersuchung in Auftrag, um dieses Ziel auch mit Zahlen zu untermauern. Die Ingenieure kamen allerdings zu einem ganz anderen Ergebnis: Für die Gemeinde Emmerthal sei es unter wirtschaftlichen Aspekten die günstigere Lösung, die eigene Kläranlage im Kernort weiterzubetreiben. Das Ergebnis der Studie gaben gestern Emmerthals Bürgermeister Andreas Grossmann und Ralf Wilde als Fachbereichsleiter Umwelt und technische Dienste der Stadt Hameln bekannt.

veröffentlicht am 23.11.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 02:21 Uhr

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Dabei seien beide Seiten mit ganz anderen Vorstellungen an dieses Thema herangegangen – vor allem im Interesse der Einwohner beider Kommunen, die nicht mit steigenden Ausgaben belastet werden sollen. Grossmann erinnerte an die aktuelle Diskussion in der Gemeinde darüber, erneut die Gebühren für das Abwasser erhöhen zu müssen. Diese Tendenz setze sich angesichts hoher Fixkosten, die sich wegen zurückgehender Einwohnerzahlen immer weniger Verbraucher teilen müssten, fort. Deshalb habe es Gespräche mit der Stadt Hameln gegeben, damit „sich die Gebührenspirale nicht unbegrenzt weiterdreht“, sagte der Bürgermeister. Wilde erinnerte daran, dass der Hamelner Rat am Abend zuvor die Auslagerung der eigenen Abwasserbeseitigung in eine Anstalt öffentlichen Rechts beschlossen habe. In Hamelns Kläranlagen seien noch Kapazitäten vorhanden. Wilde: „Ich glaube, dass wir auf Dauer im ländlichen Raum enger zusammenrücken müssen.“ Das waren die Wünsche der beiden Kommunen, die sich durch die Studie jedoch nicht untermauern ließen.

Zwar leitet die Gemeinde Aerzen schon ihre Abwässer nach Hameln, allerdings fiel der Entschluss bereits vor Jahren, als die Gemeinde vor der Entscheidung stand, in eine teure eigene Kläranlage zu investieren. Die Anlage in Emmerthal, erweitert in den Jahren 1983 und 1993, ist hingegen vorhanden. Und: Laut Gutachter ist der Sanierungsbedarf sehr gering. Dennoch müssten einige Bereiche der Anlage in Emmerthal erhalten bleiben und sogar erweitert werden, wenn das Abwasser nach Hameln geleitet würde. Der Bau einer 6,5 Kilometer langen Druckleitung bis zum Anschluss in Hameln würde ebenfalls Kosten verursachen.

Auf lange Sicht von gut 50 Jahren gesehen, ist es für die Gemeinde Emmerthal deshalb günstiger, ihre Kläranlage in eigener Regie zu betreiben, wie nun das Ergebnis des Planungsbüros lautet. Bürgermeister Grossmann räumt ein, dass die – immer wieder geforderte – interkommunale Zusammenarbeit, die für viele Themen in Kooperation mit Nachbarkommunen geprüft werde, nicht in jedem Fall zum wirtschaftlich günstigeren Ergebnis führe. Für den Abwasserbereich selbst spricht er von einer Momentaufnahme, wobei die Studie nicht in Frage gestellt werde. Wenn aber beispielsweise strengere Überwachungswerte gelten oder erhebliche Investitionen notwendig würden, müsse erneut darüber beraten werden. Grossmann: „Da werden nicht für immer und ewig die Bücher zugeklappt.“



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