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Gemeinde investiert 140 000 Euro im Kernort / Der jährliche Bedarf liegt aber bei 500 000 Euro

Straßensanierung – bevor es richtig teuer wird

Emmerthal (cb). Trotz knapper Kassen der Kommune: Die Gemeinde Emmerthal nimmt mal wieder eine größere Geldsumme in die Hand, um eine Straße zu sanieren. Anfang der Woche hat eine Fachfirma mit den Bauarbeiten an der Hauptstraße in Emmern begonnen. Kosten: rund 140 000 Euro. Eine erhebliche Summe für ein Einzelprojekt angesichts der Tatsache, dass in der jüngsten Vergangenheit nur zwischen 100 000 und 150 000 Euro jährlich zur Verfügung standen, um am gesamten Netz der Gemeindestraßen gerade mal die schlimmsten Schäden auszubessern. Allerdings, so räumt Bürgermeister Andreas Grossmann ein: Eigentlich müsste die Gemeinde für ihr 115 Kilometer langes Straßennetz jährlich rund 500 000 Euro in die bestehende Verkehrsinfrastruktur stecken.

veröffentlicht am 14.06.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 11:41 Uhr

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Es gibt nur wenige Bereiche, die für Einwohner so eng mit dem Zustand ihrer Kommune verbunden sind wie Straßen und Gehwege. Das ist auch Grossmann bewusst. Kaum eine Sitzung von Ortsräten vergeht, ohne dass nicht eine der maroden Verkehrswege in ihrem Zuständigkeitsbereich genannt wird, ganz besonders auf den Dörfern. „Ich habe selbst lange Jahre in Ohr gewohnt und weiß, wie unzufrieden die Einwohner sind“, sagt der Bürgermeister. Zuletzt schlugen in Börry die Wogen hoch, weil sich das Ilsetal gegenüber dem Kernort vernachlässigt fühlt. „Ich habe natürlich Verständnis für die Wünsche der Ortsräte und Einwohner“, so Grossmann, der genügend Beispiele für Schäden an Straßen und Gehwegen kennt. „Aber umgekehrt muss ich um Verständnis bitten, dass die Gemeinde nur begrenzt Mittel zur Verfügung hat und dass die Politik Prioritäten setzen muss.“

Wie jetzt – und erneut – im Kernort. Zwei Gründe spielen für die Entscheidungsträger dabei eine Rolle: die Verkehrsbelastung und der sogenannte „optimale Eingreifzeitpunkt“. Ganz einfach: „Die Frequentierung der Hauptstraße ist ganz anders als in den Dörfern“, meint Grossmann über die hohe Anzahl der Autos, die zwischen Kernort und Anbindung zur B 83 unterwegs ist. Den Begriff optimaler Eingreifzeitpunkt verwendet der Bürgermeister unter Hinweis auf ein Gutachten, mit dem vor zwei Jahren der Zustand der Gemeindestraßen und mögliche Sanierungsschritte aufgezeigt wurden. Dahinter steckt, den besten Zeitpunkt für eine Sanierung abzupassen, um mit relativ geringem finanziellen Aufwand die noch nicht ganz so umfangreichen Schäden zu beseitigen, bevor die Sanierungskosten später zu hoch werden. „Dann wird es richtig teuer“, sagt der Bürgermeister.

Damit wird auch deutlich: Es gibt im Gemeindebereich Straßen mit deutlich höheren und sichtbaren Schäden. Immerhin kam das Gutachten sogar zu dem Ergebnis, dass von dem 115 Kilometer langen Straßennetz 25 Prozent als „Risikostrecken“ gelten, der „optimale Eingreifzeitpunkt“ damit schon überschritten sei. Und: Der Investitionsbedarf von rund einer halben Million Euro jährlich, den die Gutachter vorschlagen, betrifft nur die Straßen. „Da sind noch keine Gehwege bei“, sagt Grossmann, dass es auch dort viele sichtbare Schäden gibt. Ganz drängenden Bedarf bei Verkehrswegen sieht er bei der ebenfalls stark belasteten Berliner Straße („ein Knackpunkt seit Jahren“) oder der Industriestraße („ein fürchterlicher Zustand“).

„Fürchterlicher Zustand“: Auch die Industriestraße weist wie andere Verkehrswege in der Gemeinde erhebliche Schäden auf.

Zumindest für die Hauptstraße wird sich die Situation zwischen der B 83 und der Einmündung Pyrmonter Straße verbessern. Da die Schäden noch nicht so groß sind, muss nur die Fahrbahndecke abgefräst werden, bevor die Straße eine neue Asphaltschicht erhält. Ein zusätzlicher Sanierungsabschnitt folgt bis etwa auf halber Strecke zwischen „Am Wiecherhof“ und „Bäckerstraße“. Dabei handelt es sich um eine Landesstraße. Dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr diese Arbeiten (Kosten: 65 000 Euro) durchführt, darüber ist der Bürgermeister dankbar. „Das hätte sonst keiner verstanden“, meint Grossmann über den desolaten Zustand dieses Straßenbereiches. „Der Bürger unterscheidet dabei nicht zwischen Gemeinde- und Landesstraße.“



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