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Schritt für Schritt zum Glück

Strandkörbe „made in Amelgatzen“

AMELGATZEN. Denkt man an einen Strandkorb, kommen einem Begriffe wie Sommer, Sonne, Strand und Meer in den Sinn. Natürlich stellt man sich vor, dass so ein maritimes Sitzmöbel irgendwo hoch im Norden hergestellt wird und nicht hier bei uns, mitten im Weserbergland im Emmerthaler Ortsteil Amelgatzen.

veröffentlicht am 10.04.2017 um 16:03 Uhr

Ungefähr zwölf bis 15 Arbeitsstunden stecken in einem Strandkorb aus der Amelgatzer Strandkorbmanufaktur. Foto: sbr
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Autor

Sabine Brakhan Reporterin
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Am Anfang stand die Idee von Benjamin Rinelli, der mit Gartenmöbeln handelt, gemeinsam mit seinem Vater Nico Strandkörbe speziell nach Kundenwünschen zu fertigen, fern ab dem Herstellerangebot aus dem Katalog. Seit nunmehr 15 Jahren betreibt die Familie Rinelli nun schon ihre Strandkorbmanufaktur, anfangs in einer alten Sporthalle in Holtensen, seit Ende 2015 am Ortsrand von Amelgatzen.

Dort wo früher italienische Autoträume in Erfüllung gingen, baut nun der gebürtiger Italiener Nico Rinelli Strandkörbe, die keine Kundenwünsche offen lassen. Wie passt das zusammen: Strandkörbe und Binnenland? „Der Strandkorb hat mittlerweile ein neues Terrain erobert – abseits von Meer und Strand, hat als Trendmöbel Einzug in den heimischen Garten gehalten und wird von immer mehr Menschen als attraktive Alternative zur obligatorischen Gartenliege genutzt“, erklärt Brigitte Rinelli. Wer nach Amelgatzen kommt, um sich einen Strandkorb genau nach seinen Vorstellungen zusammenzustellen, der wird von ihr bei der Auswahl beraten. Gewebe, Stoff, Sitzbreite und eventuell ein besonderer Tisch – all das will bestimmt sein, bevor sich Ehemann Nico Rinelli und die Mitarbeiter daran machen können, das gute Stück zusammenzubauen.

Zwölf bis 15 Arbeitsstunden stecken in jedem der trendigen Gartenmöbel. Die Gewebeteile werden aus Indonesien importiert. „Während der niederländischen Kolonialzeit entstanden auf Java große Teakholz-Plantagen. Das Holz war für den Schiffbau bestimmt. Heute wird dieses Plantagenholz in unseren Standkorbteile verbaut“, weiß Nico Rinelli zu berichten.

Rene Nellesen ölt das Teakholz der Strandkorbeinzelteile. Foto: sbr
  • Rene Nellesen ölt das Teakholz der Strandkorbeinzelteile. Foto: sbr
Anita Engel erledigt die Näharbeiten. Foto: sbr
  • Anita Engel erledigt die Näharbeiten. Foto: sbr

Es ist sechs Uhr morgens und auf dem Hof der Strandkorbmanufaktur wird es geschäftig. Gerade wurde ein Überseecontainer angeliefert. Nun sind zupackende Hände gefragt, denn in zwei Stunden müssen die Einzelteile für 100 Strandkörbe aus dem Container in die Lagerhalle verfrachtet sein. Am Anfang des Produktionsablaufes in der Strandkorbmanufaktur steht der Stoffzuschnitt. 27 Teile müssen nach Schnittmustern passgenau zugeschnitten werden. Anschließend kommt die Nähmaschine zum Einsatz. Kaum zu glauben: Rund 20 Quadratmeter Stoff stecken in einem Strandkorb „made in Amelgatzen“. Parallel zu den Zuschnitt- und Näharbeiten wird der Holzrahmen der aus Kunstgeflecht bestehenden Grundteile mit Öl veredelt. Anschließend müssen die Teile mit dem Stoff ausgeschlagen und zusammengebaut werden. Die Sitzbank wird gepolstert und eingebaut und auch das separate Fußteil. Bei Rinellis Strandkörben sind die nicht eingebaut wie bei üblichen Strandmodellen. An der Stelle, wo man die Ablage herausziehen möchte, befindet sich eine praktische Korbschublade, in der man allerlei verstauen kann. Eingebaute Gasdruckfedern ermöglichen ein leichtes Zurückklappen der Strandkorbhaube – zum Teil sogar schon auf Knopfdruck, das neuste Ergebnis von Rinellis Tüfteleien.

Bei der Konstruktion der Arretierschienen baut Nico Rinelli auf seine Metallbauererfahrung. Ebenfalls innovativ ist das Mäusegitter, das verhindert, dass Nager den Strandkorb von unten erobern. Und dank vier Rollen sind die zwischen 120 bis 130 Kilogramm schweren Strandkörbe mobil und können leicht entsprechend dem Sonnenstand gedreht werden.

Wenn dann die Markise montiert wurde und das zum Stoff passende Täschchen mit den Pflegetipps an den Strandkorb gehängt wurde, haben die neuen Besitzer zwischen zwei und vier Wochen auf ihr Wunschmodell warten müssen. Dafür wurde es aber auch direkt in den Garten oder auf die Terrasse geliefert. „Und wenn man am Ende in die strahlenden Gesichter der neuen Besitzer schaut, die gleich nach Anlieferung zum Probesitzen Platz genommen haben, ist das eine schöne Anerkennung für die vielen Arbeitsschritte, die in so einem Strandkorb stecken“, sagen Brigitte und Nico Rinelli.

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