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Fritz Spiegel aus Grießem bezieht Werkstatt in Börry – und begibt sich auf Reise in die Vergangenheit

Stellmacher verstärkt Handwerker im Museum

Emmerthal/Aerzen (sbr). Im Untergeschoss der Scheune, im ehemaligen Schweinestall gleich neben dem „Plumpsklo“, hat der Grießemer Fritz Spiegel sein neues Domizil bezogen: die Stellmacher-Werkstatt des Museums für Landtechnik und Landarbeit in Börry. Die Entscheidung, der seit Längerem verwaisten Werkstatt neues Leben einzuhauchen, ist dem 73-Jährigen nicht leicht gefallen, wie er sagt. Schließlich ist der Seniorchef nach wie vor aktiv in den heimischen Tischlerei-Betrieb eingebunden, der mittlerweile von seinem Sohn Stefan geführt wird. „Aber es macht eben auch unheimlich viel Spaß, zu besonderen Veranstaltungen hier im Museum zu zeigen, wie im Handwerk früher gearbeitet wurde“, erzählt der gelernte Stellmacher und Tischlermeister.

veröffentlicht am 25.09.2012 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 30.10.2016 um 04:41 Uhr

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Für ihn ist das Engagement in Börry auch eine Reise in die Vergangenheit. Gelernt hat Fritz Spiegel von 1954 bis 1957 den Beruf des Stellmachers im elterlichen Betrieb, der bereits vom Großvater gegründet worden war. Da sich gegen Ende der 1950er Jahre aber schon abzeichnete, dass der Beruf des Stellmachers mehr und mehr an Bedeutung verlor, entschied sich der junge Geselle, eine weitere zweijährige Ausbildung zum Tischler bei der Firma Pettig in Aerzen zu absolvieren und anschließend den Familienbetrieb als Tischlerei weiterzuführen. Die Zügelbank und das dazugehörende Messer sind für den 73-Jährigen viel mehr als nur ein Museumsstück, schließlich kennt er die im Museum vorgefundene Werkstatt-Ausstattung noch gut aus der großelterlichen Stellmacherei.

Obwohl viele der Werkzeuge bereits über hundert Jahre alt sind, möchte der Grießemer Fritz Spiegel möglichst alle wieder zum Laufen bringen. Die Bandsäge, übrigens eine Leihgabe von Hermann Möhlenbein aus Gellersen, ist im kommenden Winter für eine Generalüberholung vorgesehen. Die Drechselbank hat bereits eine Auffrischung durch den engagierten Tischlermeister erfahren – sie arbeitet „wieder präzise wie vor 100 Jahren“, sagt Fritz Spiegel zufrieden.

Doch nicht nur die Drechselbank erstrahlt in neuem Glanz, auch an der Fassade des ehemaligen Schweinestalls hat sich einiges getan. Der Efeu, der die kleine Werkstatt wie ein Dornröschenschloss umwuchert hatte, wurde bereits von Fritz Spiegel entfernt und ein neues Holzschild, gearbeitet in der Grießemer Tischlerei, weist nun den Besuchern den Weg in die Stellmacherei. Als Blickfang dient ein großes altes Wagenrad, das gleich neben der niedrigen Eingangstür an der Bruchsteinmauer lehnt. „Der Stellmacher wurde mit der Herstellung von Rädern, Wagen und anderen landwirtschaftlichen Geräten aus Holz beauftragt. Die Bezeichnung des Berufs geht noch auf die getrennte Fertigung von Wagen-Gestellen und Rädern zurück. Räder wurden ganz früher von Radmacher separat gebaut“, weiß Fritz Spiegel aus der Vergangenheit zu berichten.

Wer gerne dabei zusehen möchte, wie die Nabe aus Eichenholz gedrechselt wird und anschließend die Speichen und Felgen aus Buchenholz gearbeitet werden, um am Ende zu einem neuen Wagenrad zusammengefügt zu werden, der hat anlässlich des Erntefestes am Sonntag, 30. September, ab 12 Uhr dazu im Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry die Gelegenheit.



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